Metro Handelsriese erklärt Krise für beendet

Die Tochter Kaufhof ist verkauft, jetzt will der Handelskonzern Metro auf Umsatz- und Ergebnisverbesserung setzen. Konzernchef Olaf Koch will investieren und schmiedet für 2017 Expansionspläne in neue Länder.

Der Vorstandsvorsitzende der Metro Group, Olaf Koch, bei der Vorstellung des Geschäftsbericht des Geschäftsjahres 2014/15. Quelle: dpa

DKrise ist vorbei, da ist sich der Handelsriese Metro auf seiner Pressekonferenz in Düsseldorf sicher. Nach dem Verkauf der Warenhaustochter Kaufhof blickt man nach vorne, will wieder expandieren. "Wir haben jetzt eine gute Situation und einen klaren Blick, was wir erreichen wollen", sagte Konzernchef Olaf Koch. Rund eine halbe Milliarde Euro stehe für Investitionen wie Zukäufe bereit, spätestens 2017 will der Manager nun mit den Großmärkten wieder in neue Länder vorstoßen - zuletzt hatte Metro sich dies 2010 getraut. Koch hat den Schuldenberg des Unternehmens weitgehend abgebaut und im weit verzweigten Metro-Reich aufgeräumt. Im laufenden Geschäftsjahr 2015/16 will er nun sowohl bei den Erlösen als auch beim operativen Ertrag vor Sonderfaktoren zulegen: "Die Phase der Konsolidierung ist weitgehend abgeschlossen."

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Koch hatte sich von Verlustbringern getrennt, die Warenhaustochter Kaufhof ging an den nordamerikanischen Konzern Hudsons's Bay. Rund 1,75 Milliarden Euro flossen in die Kassen der Metro. Die einst drückende Nettoverschuldung lag nun Ende September bei 2,5 Milliarden Euro, rund fünf Milliarden Euro weniger als noch 2012. Damals hatte Koch den Chefposten übernommen. Bei der Tochter Media-Saturn hatte er den Ausbau des Online-Geschäfts in Angriff genommen, bei den Großmärkten setzt er auf das Belieferungsgeschäft. Beides legte deutlich zu.

Das langjährige Sorgenkind Media-Saturn fährt acht Prozent des Jahresumsatzes von zuletzt 21,7 Milliarden Euro im Online-Handel ein. Dieser Anteil solle weiter in die Höhe geschraubt werden, versprach Koch. Metro hofft auch auf klingelnde Kassen im wichtigen Weihnachtsgeschäft. Doch dazu ließ Koch sich nicht in die Karten schauen. Bislang entwickele sich das Geschäft vor den Feiertagen im Rahmen der Erwartungen, sagte er nur.

Der Metro-Umbau geht weiter

Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 verbuchten die Düsseldorfer durch die Trennung von Kaufhof einen Gewinnsprung, nach Minderheiten verzeichnete der Konzern ein Ergebnis von 672 (127) Millionen Euro. Die Anteilseigner um Großaktionär Haniel erhalten eine höhere Dividende - je Stammaktie sollen sie einen Euro und damit zehn Cent mehr als im Vorjahr bekommen. Im vierten Quartal kletterte das Ebit vor Sonderfaktoren auf 435 Millionen Euro und stieg damit stärker als vom Markt erwartet. Analysten sprachen von soliden Zahlen, Metro-Aktien stiegen am Mittag in einem freundlichen Umfeld um 2,3 Prozent.

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Die Umbauarbeiten sind aber noch nicht beendet. "Ehrlicherweise werden wir nie am Ziel sein", räumte Koch ein - der Wandel dauere an. Er muss etwa die kriselnde Supermarktkette Real sanieren. Dabei steht ein Konflikt mit der Gewerkschaft Verdi ins Haus, diese hatte zuletzt immer wieder zu Streiks aufgerufen. Real hatte sich aus der Tarifbindung verabschiedet, Koch zufolge liegen die Kosten höher als bei der Konkurrenz. "Wir brauchen eine konstruktive Lösung."

Aber auch im Aktionärskreis gibt es Veränderungen, der langjährige Ankerinvestor Haniel schmilzt seinen Anteil ab. Firmenpatriarch Franz Markus Haniel will nach der Metro-Hauptversammlung im Februar 2016 seinen Posten als Aufsichtsratschef abgeben. Auch bei Media-Saturn steht Koch weiter vor Herausforderungen. Die Online-Tochter Redcoon kriselt, auch der Dauer-Clinch mit dem Media-Saturn Mitgründer Erich Kellerhals dauert weiter an. "Wir sagen nicht, alles ist gut", resümierte Koch. "Aber wir gehen mit einer Menge Zuversicht aus diesem Geschäftsjahr."

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