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Metro-Mutterkonzern Wie der neue Haniel-Chef tickt

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Kein Netzwerker

Chefwechsel in Deutschlands Konzernriesen
Volkmar Denner Quelle: dpa
Franz Fehrenbach Quelle: dapd
Peter Terium Quelle: dpa
Jürgen Großmann Quelle: dpa
Stephan Gemkow Quelle: dpa/picture-alliance
Jürgen Kluge Quelle: dpa
Frank Mastiaux Quelle: dapd

Freunde und Gegner

Die Sparsamkeit der Lufthansa-Finanzabteilung sorgt im Konzern für eine gewisse Isolation – und im Inneren für einen engen Zusammenhalt. Darum zählen die Ex-Finanzchefs Klaus Schlede (heute Lufthansa-Aufsichtsrat) und Karl-Ludwig Kley (heute Chef des Pharmakonzerns Merck) als Förderer von Gemkow. Weil Gemkow und Kley auch eine Freundschaft verbindet, hat Letzterer dem Vernehmen nach dank der guten Verbindung zwischen den Familienkonzernen Merck und Haniel auch bei Gemkows Wechsel zum Handelsriesen eine Rolle gespielt.

Dort erwartet den künftigen Chef nun zwar kein offener Widersacher wie sein Lufthansa-Kollege Carsten Spohr. Doch ganz spannungsfrei dürfte es an der Ruhr auch nicht werden. Mit Florian Funck sitzt ein Mitglied der Familie mit im Vorstand. Der ist nicht nur für die Haniel-Finanzen zuständig: Im Clan hoffen viele, der 41-Jährige möge möglichst bald den Chefposten übernehmen.

Stärken und Schwächen

Wer bei der Lufthansa nach Stephan Gemkow fragt, erntet Lobeshymnen. Der Manager hat nicht nur alle Details seiner Bilanz im Kopf. Er kann sie auch in Alltagssprache übersetzen. Ihm fehlt jedoch die Fähigkeit, im Unternehmen ein Netzwerk aufzubauen. Das liegt nicht nur daran, dass die Lufthansa-Finanzer im Konzern als Exoten gelten. Zudem kritisierte Gemkow den Versuch, auf dem neuen Berliner Flughafen eine Art Billiglinie neben dem Konzerndiscounter Germanwings aufzubauen. In der Frankfurter Führungsriege, die gerne am Wochenende auch privat gemeinsam unterwegs ist, fühlte sich der Familienmensch Gemkow, der seine Freizeit lieber mit seiner Frau und den zwei Kindern verbringt, immer etwas fremd.

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Ziele und Visionen

Visionen sind einem Finanzmanager wie Gemkow normalerweise artfremd. Doch nur eine gute Bilanz vorzulegen, darin sieht er eine Unterforderung, und das nicht erst in den letzten seiner 22 Lufthansa-Jahre. Gemkow startete in der Strategieabteilung und verdiente sich seine Finanzsporen als Chef der Investor-Relations-Abteilung. Auch als Finanzchef äußerte er sich regelmäßig zur Strategie und kritisierte in Vorstand und Aufsichtsrat regelmäßig Zukäufe etwa von Verlustbringern wie Austrian Airlines, auch wenn er selten offene Ohren fand.

Doch diesen Part reklamierten nicht nur die Vorstandschefs Wolfgang Mayrhuber und nun Christoph Franz für sich. Auch seine beiden Mitvorstände Carsten Spohr und Stefan Lauer bremsten ihn regelmäßig aus. Darum konnte Gemkow nicht widerstehen, nun als Chef der Haniel-Zentrale in Duisburg-Ruhrort zu zeigen, was Vertraute schon immer wussten: Er kann nicht nur Zahlenfresser, sondern auch Stratege.

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