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Metro nach dem Kaufhof-Deal „Wir schalten auf Angriff um“

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Neue Probleme für Real

Trotzdem: Metro hat gerade Milliarden eingenommen und die Real-Mitarbeiter sollen auf Geld verzichten?

An die monatlichen Entgelte der bereits Beschäftigten wollen wir nicht drangehen. Aber wir brauchen einen Tarifvertrag, der uns nachhaltig leistungs- und konkurrenzfähig macht. Deshalb wollen wir mit der Gewerkschaft Verdi über Lösungen verhandeln. Aber klar ist: Das Modell, in dem Real heute stark benachteiligt wird, akzeptieren wir nicht mehr.

Das dürfte Verdi kaum gefallen. Stellen Sie sich darauf ein, im laufenden Tarifkonflikt besonders stark bestreikt zu werden?

Das würde die Gespräche erheblich belasten. Schon bei den Streiks 2013 wurden Kaufhof und Real überproportional bestreikt. Da wurden Kunden teilweise per Flugzettel dazu aufgerufen, nicht bei Real, sondern bei der Konkurrenz einkaufen zu gehen. Und diese Konkurrenz war dann möglicherweise weniger tariftreu als wir.

Demnächst könnte Real zusätzlich unter Druck geraten. Der US-Netzgigant Amazon drängt mit seinem Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh auf den deutschen Markt. Wird Real jetzt ebenfalls in den Online-Handel mit Milch und Butter einsteigen?

Das Kerngeschäft sind natürlich nach wie vor die großen SB-Warenhäuser. Das stationäre Geschäft alleine reicht aber heutzutage nicht mehr. Deshalb beschäftigen wir uns intensiv mit dem SB-Warenhaus 2.0. Wir sind bereits auf vielfältigste Weise im Multichannel-Bereich unterwegs. Das wollen wir ausbauen und eventuell mit ausgewählten Partnern wie zum Beispiel Tiramizoo eine Zustellungs-Dienstleistung anbieten. Einen direkten und umfangreichen Einstieg von Real in die Lebensmittelbelieferung sehen wir aber derzeit noch nicht. Dafür hat das Thema Belieferung inklusive Online-Bestellung aber sehr hohe Priorität für die Cash & Carry-Sparte. Hier wachsen wir rasant und wollen in den kommenden Jahren weiter zulegen.

Was haben Sie im Großhandel konkret vor? Werden Sie in neue Länder expandieren?

Die ersten Machbarkeitsstudien sind in Arbeit. Spätestens von 2017 an wollen wir wieder neue Märkte erschließen. Wir schauen uns derzeit verschiedene Regionen an, aktuell zum Beispiel Südostasien. Zudem möchten wir stärker bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle mitspielen, die für unsere Kernkunden interessant sind, also für Hotels, Restaurants und Caterer.

Woran denken Sie da?

Nehmen Sie die diversen Online-Anbieter, über die Sie einen Tisch im Restaurant reservieren können. Eine entsprechende App für das Smartphone könnte um Bezahlfunktionen erweitert oder beim Restaurantbetreiber mit einem System zur Warenbestellung bei Metro verbunden werden. Da ist für uns noch viel Musik drin.

In Arbeit
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Sie könnten die Kaufhof-Einnahmen auch nutzen, um den Dauerstreit mit Media-Saturn-Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals zu beenden. Werden Sie ihm ein Angebot für den Kauf seiner Anteile unterbreiten?

Das wäre eine schöne Idee, aber aufgrund seiner bisherigen Haltung sehe ich dafür wenig Chancen. Aber keine Frage: Wir wären dafür sehr offen.

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