Metro Schwache Bilanz beim Handelsriesen

Der Metro-Konzern hat im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich weniger Umsatz gemacht. Real und der Großhandel brachten weniger ein. Kaufhof wird derweil zur Herausforderung für den neuen Besitzer.

Der Handelskonzern Metro hat im dritten Quartal 2014/2015 bei Umsatz und Ergebnis verloren. Quelle: dapd

Ein frühes Ostergeschäft und Währungseffekte im Osteuropageschäft haben den Handelsriesen Metro im abgelaufenen Quartal belastet. Der Umsatz fiel im dritten Quartal (bis Ende Juni) des Geschäftsjahres 2014/2015 zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 14 Milliarden Euro, wie der Düsseldorfer Konzern am Donnerstag mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sonderfaktoren sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 209 von 253 Millionen Euro. Hier wirkten sich auch Immobilienverkäufe im Vorjahr aus.

Trotz Rückang schnitt Metro aber leicht besser ab als von Analysten erwartet. "Der positive Trend bei unserer operativen Entwicklung hat sich auch im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres an vielen Stellen im Konzern fortgesetzt", erklärte Metro-Chef Olaf Koch.

Sorgenkind-Real

Koch hat eine Online-Offensive gestartet. Er setzt auf eine bessere Verschränkung zwischen Internet-Geschäft und lokalen Läden. Dies zeigt Wirkung: Im dritten Quartal stiegen allein die Online-Umsätze der Elektronikkette Media-Saturn um 24 Prozent auf 0,4 Milliarden Euro. Insgesamt konnten die Märkte Umsatz und Ergebnis steigern.

Die Real-Supermärkte - das Sorgenkind im Konzern - modernisiert Koch. Doch auch im dritten Quartal büßte die Tochter über fünf Prozent Umsatz ein. Altlasten der Supermarkttochter hatten den Handelsriesen im zweiten Quartal zu einer rund 450 Millionen Euro schweren Wertberichtigung gezwungen, die Metro tief in die Verlustzone riss.

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Auch in die Großmärkte in Deutschland investierte Koch, um sie attraktiver zu machen. Doch belastete im dritten Quartal das Osteuropageschäft die größte Sparte im Konzern. Auch die auf das zweite Quartal vorgezogenen Ostereinkäufe wirkten sich aus. Insgesamt gab der Umsatz um 1,3 Prozent nach.

Kaufhof nach dem HBC-Deal

Ein Satz dürfte bei den Metro-Oberen hingegen für Erleichterung gesorgt haben. „Galeria Kaufhof wird aufgrund des Verkaufs an die Hudson’s Bay Company nicht mehr als separates Segment, sondern als nicht fortgeführte Aktivität aufgeführt“, steht nüchtern im Quartalsbericht. Anders formuliert: Die Kaufhaus-Kette ist jetzt Problem von HBC, Metro ist aus dem Schneider.

Der kanadische Handelskonzern hat sich mit dem Kauf für  2,8 Milliarden Euro – Vollzug im September – hingegen eine sportliche Aufgabe an Land gezogen. Denn die Kaufhof-Zahlen sind weiter nicht besonders ermutigend. Abermals ging der Umsatz zurück - um 3,9 Prozent allein im vergangenen Quartal. Der Gewinn lag bei 9 Millionen Euro – im Vorjahresquartal waren es noch 22.

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Um den Negativtrend zu stoppen, werden die Kanadier einiges anpacken müssen. Moderner und edler sollen die Warenhäuser werden, versprach HBC-Manager Don Watros nach dem Kauf. „Es kommt darauf an, ob es gelingt einen Shopping-Trip zu einem echten und unverwechselbaren Erlebnis zu machen und Kunden so zu behandeln wie sie es verdienen behandelt zu werden“, sagte er der WirtschaftsWoche. Ob das allein reicht, bleibt abzuwarten. Schon jetzt gilt Kaufhof manch preisbewusstem deutschen Kunden  als zu teuer.

Metros Jahresziel: Koch will ein leichtes Umsatzwachstum schaffen. Das Ebit vor Sonderfaktoren soll währungsbereinigt im Vergleich zu den 1,531 Milliarden Euro aus dem Vorjahr leicht steigen.

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