Metro siegt vor Gericht Aufspaltung kommt „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“

Eine Handvoll Metro-Aktionäre wollte die Aufspaltung des Handelsriesen verhindern - und scheitert. Der Konzern-Anwalt wertet das Gerichtsurteil als großen Erfolg, obwohl eine endgültige Entscheidung noch aussteht.

Das Metro-Reich wird geteilt
Die doppelte MetroDer Handelskonzern Metro spaltet sich in zwei Teile – einen Händler für Unterhaltungselektronik unter dem neuen Namen Ceconomy mit 22 Milliarden Euro Umsatz und den Bereich Großhandel und Lebensmittel mit einem Umsatz von 37 Milliarden Euro, der weiter unter dem Namen Metro auftritt. Beide neuen Unternehmen werden an der Börse notiert. Quelle: dpa
Koch bleibt an der Spitze Quelle: dpa
Anleger erhalten neue Aktien Quelle: dpa
Großhandel und Lebensmittel Quelle: dpa
Fokus auf den Lieferdienst Quelle: dpa
Real-Märkte Quelle: dpa
Peter Haas führt Ceconomy Quelle: dpa

Der Handelskonzern Metro hat auf dem Weg zur Aufspaltung eine wichtige Hürde genommen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf lehnte am Donnerstag eine Reihe von Nichtigkeits- und Anfechtungsklagen gegen den Aufspaltungsbeschluss der Metro- Hauptversammlung ab. Sie hatten bisher den Vollzug blockiert.

Eine endgültige Entscheidung über die Metro-Aufspaltung ist damit aber noch nicht getroffen. Denn der Senat lehnte gleichzeitig einen Antrag der Metro ab, auch für eine Reihe anderer Klagen im Zusammenhang mit dem Spaltungsvertrags festzustellen, dass sie einer Eintragung im Handelsregister nicht im Wege stünden. Für einen solchen Beschluss gebe es keine rechtliche Grundlage, betonte die Vorsitzende Richterin. Inwieweit diese Klagen der notwendigen Eintragung der Spaltung ins Handelsregister entgegenstehen muss nun der zuständige Registerrichter entscheiden.

Metro-Anwalt Andreas Austmann wertete das Urteil dennoch als großen Erfolg für die Metro. Der Handelskonzern könne nun „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ die Aufspaltung wie geplant bis Mitte des Jahres vollziehen. Ein Vertreter der Spaltungsgegner äußerte dagegen die Hoffnung, die Aufspaltung doch noch im letzten Moment stoppen zu können.

Warum die Metro sich aufspaltet

Nach den Plänen des Konzernvorstands soll die Metro in zwei selbstständige Unternehmen aufgespalten werden: einen Lebensmittelspezialisten, zu dem neben den Metro-Großmärkten auch die Real-Supermärkte gehören, und einen Elektronikhändler mit dem neuen Kunstnamen Ceconomy, unter dessen Dach die Ketten Media Markt und Saturn agieren sollen. Der Konzern erhofft sich durch die Selbstständigkeit der Sparten mehr Wachstum und mehr Börsenwert.

Die Metro-Hauptversammlung hatte der Aufspaltung bereits im Februar mit 99,95 Prozent des anwesenden Kapitals zugestimmt.

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