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Michael Jeffries Abercrombie-Chef tritt zurück

Michael Jeffries und Abercrombie & Fitch gehen getrennte Wege. Jeffries führt das Unternehmen noch, bis ein Nachfolger berufen ist.

Michael Jeffries ist seit 1992 Abercrombie-Chef. Quelle: AP

Die angeschlagene US-Modefirma Abercrombie & Fitch ist ihren umstrittenen Chef Michael „Mike“ Jeffries los. „Ich glaube, jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine neue Führung, das Unternehmen in die nächste Entwicklungsphase zu bringen“, sagte Jeffries laut Firmenmitteilung vom Dienstag. Er hatte die Geschäfte seit 1992 geleitet. Bis ein Nachfolger berufen ist, wird ein Management-Team die Firma führen.

Jeffries hatte im Januar bereits den Verwaltungsratsvorsitz abgegeben und damit an Macht eingebüßt. Anleger begrüßten den Personalwechsel: Die Abercrombie-Aktie ging mit einem Plus von mehr als fünf Prozent in den Handel.

Mode ist selten fair und ökologisch
Die Initiative Rank a Brand, die in Deutschland und in den Niederlanden aktiv ist, hat Modemarken auf ihr Engagement zum Klima- und Umweltschutz sowie zu fairen Arbeitsbedingungen in der Produktion untersucht. Die Ergebnisse werden im neuen „FeelGoodFasion Report 2014“ veröffentlicht und zeigen, welche Marken Sie mit gutem Gewissen tragen können. Eine Auswahl. Quelle: dpa
Bei einer Vielzahl der untersuchten Markenhersteller stellen die Macher der Studie allerdings einen engen Bezug zum Greenwashing fest. Das betrifft aktuell gut 30 Prozent der Kleidermarken. Mit dabei: der französische Luxushersteller Louis Vuitton. Nicht die einzige Edel-Marke... Quelle: rtr
...denn auch der Metzinger Hugo-Boss-Konzern erhält trotz seiner Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit ein E-Label; das ist die schlechteste Bewertung im Ranking. Quelle: dpa
Genauso schneidet auch die Marke Hollister des US-Unternehmens Abercrombie & Fitch nicht gut ab und erhält nur ein E-Label. Der Konzern hat kürzlich schon wegen schlechter Arbeitsbedingungen Schlagzeilen gemacht. Quelle: dpa
Beim Greenwashing ertappt wurden auch die Modeketten New Yorker, Carhartt und Bugatti Shoes. Ebenso erhält die deutsche Firma Uhlsport mit dem E-Label die niedrigste Bewertungsstufe im Ranking. Bei allen genannten liegt der Verdacht nahe, dass Nachhaltigkeit nicht substantiell, sondern vorrangig kommunikativ angegangen wird, so die Macher von Rank a Brand. Die vollständige Liste derjenigen Marken, die in der Studie ein E-Label erhalten haben, finden Sie im Internet. Quelle: Screenshot
Das begehrte A-Label erhalten überwiegend sowieso schon "grüne"-Marken wie Mud Jeans aus den Niederlanden. Volle Punktzahl gibt es unter anderem beim Umwelteinsatz, denn das Produktionsvolumen besteht zu mehr als 25 Prozent aus umweltzertifizierten und / oder recycelten Rohstoffen. Zudem werden in der Produktion GOTS zertifizierte Verfahren zum Umweltschutz angewendet und als Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI) engagiert sich Mud Jeans aktiv zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben. Quelle: Screenshot
Die beste Bewertungsstufe im Ranking erhält auch die schwedische Marke Nudie Jeans. Das Produktionsvolumen besteht zu mehr als 25 Prozent aus umweltzertifizierten und / oder recycelten Rohstoffen. Zudem werden in der Produktion GOTS zertifizierte Verfahren zum Umweltschutz angewendet. Als Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF) engagiert sich Nudie Jeans außerdem aktiv zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben und berichtet transparent über die Ergebnisse. Ebenso untersagt Nudie Jeans das Sandstrahlen von Jeans. Quelle: Screenshot

Abercrombie befindet sich in der Krise. Bei der Zielgruppe trendbewusster Jugendlicher ist das Label nicht mehr sonderlich gefragt. Trotz deutlicher Preisnachlässe brachen die Verkäufe zuletzt ein. Kunden setzen auf günstigere und angesagtere Marken wie H&M oder Urban Outfitters.

Firmenchef Jeffries stand wegen eines kontroversen Schönheitsideals schon seit Jahren in der Kritik. Irritierende Aussagen, er wolle Dicke und Alte nicht in Abercrombie-Klamotten sehen, brachten dem Unternehmen schon früh ein elitäres Image ein, das bei vielen Kunden auf Empörung und Ablehnung stieß.

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