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Milchpreis Auf und ab im Halbjahrestakt

Im letzten Jahr hatte Aldi seine Preise für Frisch- und H-Milch angehoben. Jetzt geht es wieder in die andere Richtung. Quelle: dpa

Während die Preise für Milch sinken, wird der Butterpreis steigen. Grund dafür ist die zuletzt wieder gestiegene Milchmenge und der gesunkene Fettgehalt in der Rohmilch - und die Marktmacht von Aldi Süd und Aldi Nord.

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Mal rauf, mal runter: Jeweils zum 1. Mai und zum 1. November sind die Stichtage, zu denen die neuen Halbjahresverträge zwischen Molkereien und Handelskonzernen ausgehandelt werden. Traditionell übernehmen dabei Aldi Süd oder Aldi Nord die Verhandlungshoheit und schreiben den Preis fest, den der Verbraucher dann für die kommenden Monate zahlen muss. An den Aldi-Preisen orientieren sich dann üblicherweise auch die Supermarkt-Riesen wie Edeka und Rewe oder andere Billigheimer wie Netto oder Lidl.

Genau vor einem Jahr, zum Mai 2017, hatte Aldi seine Preise für Frischmilch und H-Milch um jeweils 3 Cent je Liter angehoben. Je nach Fettgehalt kostet der Liter damit 63 Cent beziehungsweise 68 Cent. Das entsprach Steigerungen von 4,6 und 5 Prozent. Sechs Monate später, zum 1. November, schraubte der Discountriese die Preise um bis zu 40 Prozent in die Höhe. Jetzt hingegen geht es wieder in die andere Richtung:  Aldi Süd prescht in diesen Tagen voran und senkt den Milchpreis. In den Supermarktregalen zeichnet sich ein deutlicher Preisrückgang b

Grund für den starken Rückgang beim Preis für Trinkmilch sei vor allem die zuletzt wieder gestiegene Milchmenge, sagte der Sprecher des Milchindustrie-Verbandes (MIV), Björn Börgermann. Allerdings: „Die weltweite Lage am Milchmarkt ist derzeit äußerst indifferent.“ Während die Milchmenge in Irland und Neuseeland jüngst unter dem Vorjahresniveau blieb, steigerten die USA als weiterer wichtiger Partner auf den internationalen Märkten die Produktion deutlich.

Butter hingegen wird für die Kunden wieder teurer. Aldi Süd plant, den Preis für das 250-Gramm-Stück um 20 Cent auf 1,79 Euro zu erhöhen. Das bedeutet einen Anstieg um rund 12,6 Prozent.  Die neuen Butterkontrakte laufen aber nur einen Monat lang. So notiert abgepackte Butter an der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse nun durchschnittlich 76 Cent/kg höher als noch im April.

Für den hohen Butterpreis sorgte Experten zufolge vor allem die starke Nachfrage nach Fett. „Der Fettgehalt in der Rohmilch ist Anfang des Jahres niedriger gewesen", sagte Börgermann der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig sei viel davon für die Herstellung von fetthaltigerem Käse benötigt worden, „weil man da eine bessere Verwertung hatte“.

Die Preise, die die Kunden für die Tüte Milch bei Aldi, Edeka, Lidl oder Rewe zahlen, hängen also nicht - wie bei anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Kartoffeln oder Getreide – vor allem von den  Preisen an den Rohstoffbörsen oder Großmärkten ab. Vielmehr handeln die Handelsketten mit den Molkereien die Preise aus. Eine Rolle spielt dabei allenfalls, ob viel oder wenig Milch auf dem Markt ist.

Keine Einbildung: Lebensmittel werden teurer

Vom Milchpreis, den die Verbraucher im Supermarkt bezahlen, bekommen die rund 90.000 deutschen Milchbauern weniger als die Hälfte. Etwa 13 Prozent entfallen auf die Molkereien, 11,5 Prozent auf die Verpackung und rund 10 Prozent auf den Einzelhandel. Weitere Kosten verursachen Logistik, Lagerung, Grüner Punkt und Mehrwertsteuer.

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