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Milliarden-Deal Danone prüft Verkauf der Medical-Nutrition-Sparte

Danone ist Marktführer, wenn es um Nahrungsmittel für Menschen mit Allergien oder Sondennahrung geht. Nun prüft der Konzern offenbar den Verkauf seiner milliardenschweren Medizin-Ernährungssparte.

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Ein Joghurt der Danone-Gruppe. Künftig will sich das Unternehmen stärker aus Molkereiprodukte konzentrieren und seine Medizin-Sparte abstoßen. Quelle: REUTERS

Der französische Lebensmittel-Konzern Danone lotet Insidern zufolge einen milliardenschweren Verkauf seiner Geschäfte mit medizinischer Ernährung aus. Die Sparte Medical Nutrition könnte für mehr als drei Milliarden Euro den Besitzer wechseln, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Als mögliche Interessenten kämen Rivalen wie Abbott, Nestle, Baxter und Fresenius in Betracht.

Die Bank JP Morgan sei angesprochen worden, nach einem Käufer Ausschau zu halten. Mit dem Erlös könnte der Konzern, der hier zu Lande etwa für seine Actimel-Joghurtdrinks und Fruchtzwerge-Joghurts bekannt ist, dann die Expansion seiner Geschäfte mit Molkerei-Produkten in stark wachsenden Schwellenländern forcieren. Danone und JP Morgan lehnten eine Stellungnahme ab.

Der Konzern ist in Europa Markführer in diesem Feld. Die Franzosen produzieren unter anderem Lebensmittel für Menschen mit schweren Allergien und Nahrung für Patienten mit Magensonden. Bankern zufolge könnte die Sparte zu einem Preis von mehr als dem Zehnfachen des erwarteten operativen Gewinns den Besitzer wechseln. Vor einigen Jahren erwarb Nestle vom Pharmakonzern Novartis solch ein Geschäft für das 28-fache des operativen Spartengewinns.

Einfach wird ein Verkauf den Insidern zufolge aber nicht. Der Grund sind mögliche Kartellprobleme für viele Rivalen. "Alle großen Spieler werden zu einem gewissen Grad Kartell-Themen haben, sie können dann womöglich nicht das ganze Geschäft kaufen", sagte einer der Insider. So zählt der Schweizer Nestle -Konzern bereits zu den führenden Unternehmen in dem Geschäft.

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    Die Schweizer hatten vor einigen Jahren die entsprechende Ernährungssparte des Pharmakonzerns Novartis übernommen. Im Jahr 2012 erzielte Danone in dem Geschäft einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und einen Betriebsgewinn von 231 Millionen.

    Danone kann das Geld für Investitionen in Asien gebrauchen

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    Nach Schätzungen des Bankhauses Exane Paribas werden mit medizinischer Nahrung aktuell etwa 30 Milliarden Dollar weltweit umgesetzt. Zwei Drittel davon entfallen auf Produkte, die gegessen, getrunken oder über eine Sonde eingenommen werden. Das restliche Drittel macht intravenös verabreichte Nahrung aus. In den vergangenen Jahren hatte sich bei Danone das Wachstum in der Sparte abgeschwächt.

    Danone bekam in Westeuropa unter anderen die Sparmaßnahmen in den Gesundheitssystemen vieler Länder zu spüren.

    Nach einer Trennung von dem Geschäft könnte sich Danone künftig noch stärker auf die Geschäfte mit Molkerei-Produkten, Baby-Nahrung und Wasser konzentrieren. Denn in diesen Kernbereichen stehen Investitionen an, so etwa in Asien, wo der Konzern zuletzt mit Problemen zu kämpfen hatte. So war Danone im vergangenen Jahr in China wegen eines Skandals um Babymilch in die Schusslinie geraten. Danone musste Säuglingsnahrung zurückrufen, weil der neuseeländische Zulieferer Fonterra vor verunreinigtem Milchpulver gewarnt hatte.

    Handel



    Für den deutschen Rivalen Fresenius könnte das Danone-Geschäft interessant sein, wie eine Person aus dem Umfeld des Unternehmens sagte. Fresenius-Chef Ulf Schneider hat den Konzern in den vergangenen Jahren mit mehreren Milliardenübernahmen zu einem weltweit agierenden Konglomerat in der Gesundheitswirtschaft ausgebaut.

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      Allerdings wird Fresenius in diesem Jahr noch stark damit beschäftigt sein, die rund drei Milliarden Euro schwere Übernahme von Krankenhäusern des Rivalen Rhön-Klinikum zu verdauen. Fresenius wollte sich zu dem möglichen Verkauf der Danone-Sparte nicht äußern.

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