Milliarden-Deal Ketchup-Riese Heinz fusioniert mit Kraft Foods

In der Lebensmittelbranche kommt es zu einer Großfusion. Kraft Foods und der Ketchup-Hersteller Heinz wollen sich zum drittgrößten Nahrungsmittel- Getränkekonzern der USA zusammenschließen.

Macaroni & Cheese der Marke Kraft Foods: Quelle: REUTERS

In der Lebensmittelbranche bahnt sich eine Großfusion an. Kraft Foods und der Ketchup-Hersteller Heinz wollen sich zum drittgrößten Nahrungsmittel- und Getränkekonzern Nordamerikas zusammenschließen. Weltweit wird das Unternehmen mit Verkaufserlösen von rund 28 Milliarden Dollar auf Rang fünf liegen, wie der etwa für Philadelphia-Frischkäse bekannte Kraft-Konzern am Mittwoch mitteilte. Weltmarktführer ist der Schweizer Nestle-Konzern mit ungerechnet 95 Milliarden Dollar Jahresumsatz. Die Hände im Spiel hat die US-Investorenlegende Warren Buffett, deren Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway ein Heinz-Haupteigner ist.

Das Sagen im fusionierten Unternehmen Kraft Heinz Co. werden die Heinz-Aktionäre haben: Sie erhalten 51 Prozent der Anteile. An der Spitze des Konzerns soll Heinz-Chef Bernardo Hees stehen. Die Kraft-Aktionäre werden mit 49 Prozent beteiligt sein.

Diese Händler dominieren den Lebensmittelhandel
Platz 5: MetroMit weitem Abstand auf die vier Großen folgt die Metro-Gruppe, zu der die Real-Märkte gehören. Auch wenn die Gruppe laut Kartellamt den Anschluss an die Spitzengruppe verliert, liegt sie in ihrer Bedeutung weit vor den regionale Ketten wie Kaisers Tengelmann oder Tegut, Coop oder Globus, die jeweils weniger als drei Prozent Anteil am Markt haben. Umsatz: unter 10 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 5-10 Prozent Verkaufsfläche: 2-3 Millionen Quadratmeter Standorte: 300-400 Quelle: dpa
Platz 4: AldiDie Aldi Gruppe ist mit mehr als 4.000 betriebenen Standorten die führende Discounter-Größe in Deutschland. Bei Handelsmarken nimmt das Unternehmen eine herausragende Stellung ein. Hersteller dieser Produkte sind auf das Unternehmen angewiesen. Umsatz: 15-20 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 15-20 Prozent Verkaufsfläche: 3-4 Millionen Quadratmeter Standorte: 4.000-5.000 Quelle: dpa
Platz 3: Rewe/Rewe DortmundZur Gruppe gehört neben den Rewe-Märkten auch der Discounter Penny. Insbesondere bei den Herstellermarken hat Rewe eine starke Position inne. Umsatz: 20-25 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 15-20 Prozent Verkaufsfläche: 4-5 Millionen Quadratmeter Standorte: 6.000-7.000 Quelle: dpa
Platz 2: Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland)Die Schwarz Gruppe besteht aus den beiden Stiftungen Kaufland und Lidl, deren Kapital bei der Dachgesellschaft Schwarz Beteiligung GmbH liegt. Zusammen kommen die beiden Ketten auf ganz erhebliche Marktanteile. Umsatz: 25-30 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 20-25 Prozent Verkaufsfläche: 5-6 Millionen Quadratmeter Standorte: 3.500-4.650 Quelle: dpa
Platz 1: Edeka GruppeObwohl die Umsätze von Edeka vorwiegend von den selbständigen Einzelhändlern erzielt werden und zur Gruppe auch der Filialist Netto Marken-Discount gehört, betrachtet das Kartellamt die Gruppe als Ganzes. Besonders Markenhersteller sind auf Edeka aber auch Rewe und die Schwarz-Gruppe angewiesen. Diese Drei werden vom Kartellamt als „Nadelöhr für die deutschlandweite Verbreitung“ von Marken-Produkten bezeichnet und haben besonders viel Macht. Umsatz: Edeka 30-35 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 25-30 Prozent Verkaufsfläche: 9-10 Millionen Quadratmeter Standorte: 11.000–12.000 Quelle: Bundeskartellamt // Bezugsjahr: 2010 Quelle: dpa

Sie sollen zusätzlich zu einer Vergütung in Aktien eine Dividende von insgesamt rund zehn Milliarden Dollar in bar von den Heinz-Eigentümern erhalten. Heinz gehört neben Berkshire dem brasilianischen Finanzinvestor 3G Capital, die das Unternehmen 2013 für 23,2 Milliarden Dollar gekauft hatten. Kraft war an der Börse zuletzt rund 36 Milliarden Dollar wert. Der neue Konzern wird den Angaben zufolge acht Marken mit mehr als einer Milliarde Dollar Jahresumsatz haben.

Die an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gehandelten Kraft-Aktien schnellten nach der Fusionsankündigung im vorbörslichen Handel rund 26 Prozent hoch. Der Vollzug der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte erwartet.

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