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Millionen für Start-ups Wie Otto die Wachstumsflaute bekämpft

Gerade einmal 2,5 Prozent Umsatzwachstum im Onlinehandel verzeichnete Otto im vergangenen Jahr. In der Hoffnung, der Konkurrenz mit vielen Marken am Markt Kunden abzujagen, steckt der Konzern nun Millionen in Startups.

Die 10 größten Onlinehändler in Deutschland
Apple Quelle: AP
Alternate.de Quelle: Screenshot
Platz 8: Conrad.de Quelle: Screenshot
Tchibo.de Quelle: dpa
Platz 6: Bonprix.de Quelle: Screenshot
Cyberport.de Quelle: Screenshot
Platz 4: Notebooksbilliger.de Quelle: Screenshot

Für Otto sind die Zeiten nicht leicht. Im Onlinegeschäft setzt dem Handelsunternehmen nicht nur Goliath Amazon zu. In der vergangenen Woche verkündete auch noch der vorlaute Angreifer Zalando, es 2014 erstmals in die Gewinnzone geschafft zu haben.

Wie bei vielen Händlern ist beim Onlinegeschäft von Otto die Zeit des rasanten Wachstums vorbei. Für das noch laufende Geschäftsjahr 2014/15 erwartet Otto einen Online-Umsatz in Höhe von rund 6,3 Milliarden Euro – ein leidlich kleines Plus von rund 2,5 Prozent. Branchenweit lag das Wachstum im vergangenen Jahr noch bei 7,7 Prozent.

Der Konzern räumt Probleme in einigen Segementen ein. "Während das Online-Geschäft mit Möbeln, Wohnaccessoires und Elektronik kräftiger wuchs, konnte sich die Otto Group dem schwachen deutschen Gesamtmarkt mit Textilien und den Einbußen auf internationalen Märkten wie Russland und Frankreich nicht entziehen", erklärte das Unternehmen am Mittwoch.

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Um im härter werdenden Kampf der Onlinehändler nicht an Boden zu verlieren, hat der weltweit zweitgrößte Online-Händler nach Amazon seine eigene Strategie entwickelt. Während Deutschlands vielleicht bekanntester Onlinemodehändler Zalando, beflügelt vom Hype, sein eigenes Kerngeschäft als Modehändler vorantreibt und Amazon in immer neue Branchen expandiert, setzt Otto stark auf seine Mehrmarkenstrategie. Es invesitiert nicht nur in die bestehenden Onlineshops und den stationären Handel, sondern auch in den Aufbau junger Unternehmen.

Im kommenden Geschäftsjahr wolle man im "höheren zweistelligen Millionenbereich" im Venture Capital Business investieren, heißt es in einer Mitteilung. Im Klartext: Der Handelskonzern steckt ziemlich viel Geld  in kleine Startups, in der Hoffnung, den großen Wurf zu landen. Otto verfolge das Ziel "vielversprechende Geschäftsmodelle im Digital Business in Europa, den USA und Asien in der Frühphase zu entdecken und davon auch in den Handels- und Dienstleistungsgeschäften der Otto Group zu profitieren", sagte stellvertretende Vorstandsvorsitzende Rainer Hillebrand. Investieren will der Konzern vor allem im E-Commerce-, Mobile- und Software-Bereich.

Was nach Aufbruchsstimmung und Zukunftsorientierung klingt, ist Ottos bekannter Plan, das Internet zu erobern. Schon seit mehreren Jahren steckt das Unternehmen Geld in immer neue Projekte, in der Regel im E-Commerce-Bereich. Zum Portfolio gehören Online-Auktionshäuser, Nahrungsergänzungsmittel-Händler und Luxusartikel-Anbieter, aber auch ein Startup, das den Geldtransfer ins Ausland erleichtern soll. Insgesamt tragen mehr als 100 Webshops zum Online-Umsatz der Otto Gruppe bei.

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Die Investionen kosten. Einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag hat die Otto Group bislang in ihrer Beteiligungen der Digitalwirtschaft investiert, heißt es aus dem Unternehmen. Viel Geld floss etwa in das in Vorzeige-Projekt Collins. Unter der Leitung von Benjamin Otto, dem Enkel des Versandhausgründers Werner Otto, soll die Online-Plattform den Allesverkäufern, aber auch den Spezialshops Kunden abjagen – und setzt dabei unter anderem auf personalisierte Mode.

Zweifel an dem eingeschlagenen Kurs scheint es derweil keine zu geben: "Wir können bei den Investitionen nicht zurückstecken ohne zurückzufallen", sagte Otto-Chef Hans-Otto Schrader Anfang Februar im Interview mit dem Handelsblatt.

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