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Modehändler Rückkehr der Kauflust stimmt Hugo Boss zuversichtlich – Anleger greifen zu

Die Modeindustrie erholt sich zunehmend von der Coronakrise. Hugo Boss zeigt sich besonders hoffnungsvoll und so handeln auch die Anleger an der Börse.

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Die Aktie legte am Mittwoch in der Spitze um 6,4 Prozent auf 53 Euro zu. Quelle: imago images/Arnulf Hettrich

Die Kauflust ist mit den Corona-Lockerungen zurückgekehrt und sorgt nach H&M und der Zara-Mutter Inditex auch beim deutschen Modehändler Hugo Boss für Zuversicht. Der seit Juni amtierende Konzernlenker Daniel Grieder wagte erstmals eine Prognose für 2021 und rechnet mit der Rückkehr in die Gewinnzone.

„Die Erholung des Geschäfts war in allen Regionen deutlich spürbar“, teilte der ehemalige Tommy-Hilfiger-Chef mit. So hätten sich die Erlöse in Europa im zweiten Quartal mehr als verdoppelt und in Amerika mehr als verfünffacht, in Asien legten sie um über 50 Prozent zu. Damit nähert sich Boss dem Vorkrisenniveau.

Das sorgte auch bei den Anlegern für Zuversicht: Die Aktie legte am Mittwoch in der Spitze um 6,4 Prozent auf 53 Euro zu und notierte damit so hoch wie seit September 2019 nicht mehr. Im Oktober wurden die Titel noch mit rund 19 Euro gehandelt. Die Nachrichten hätten Überraschungspotenzial, kommentierten Analysten von Baader.

Grieder peilt 2021 einen Anstieg des Konzernumsatzes währungsbereinigt um 30 Prozent bis 35 Prozent an nach 1,946 Milliarden Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis (Ebit) soll 125 Millionen Euro bis 175 Millionen Euro erreichen. 2020 stand da noch wegen der Filialschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ein Verlust von 236 Millionen Euro.

HDE für Bekleidungsbranche skeptisch

Im zweiten Quartal legten die Erlöse nach ersten Berechnungen um 133 Prozent auf 629 Millionen Euro zu. Das Ebit bezifferte der mit seinen Herrenanzügen bekanntgewordene Modehersteller mit 42 Millionen Euro nach einem Minus von 250 Millionen Euro vor Jahresfrist. Auch H&M und die Zara-Mutter Inditex sind auf Erholungskurs und verbuchten im zweiten Quartal Umsatzsprünge.

Derweil registriert auch der Deutsche Handelsverband (HDE) nach den weitreichenden Lockerungen und der Öffnung der Geschäfte eine deutliche Verbesserung der Lage im stationären Einzelhandel. Für die Bekleidungsbranche schüttet der Verband allerdings Wasser in den Wein. Das erste Halbjahr sei insbesondere für den Innenstadthandel verloren.

Extrem gelitten habe der Bekleidungseinzelhandel, der gut ein Drittel seiner Erlöse verloren habe. Mit Blick auf das zweite Halbjahr erklärte der HDE, die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Erholung seien „nicht schlecht.“ Im Bekleidungshandel seien aber die Umsatzerwartungen noch eingetrübt.

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