Modekonzern erreicht seine Jahresziele Die Amerikaner lieben wieder Hugo Boss

Der Modekonzern verkauft vor allem im eigenen Einzelhandel wieder mehr Anzüge und Freizeitkleidung. Im vierten Quartal lief es aber in Deutschland schlechter.

Margenschwaches Großhandelsgeschäft reduziert. Quelle: dpa

DüsseldorfMark Langer hat bei Boss nach turbulenten Zeiten wieder Berechenbarkeit gebracht.  Der Vorstandschef, der den Modekonzern seit mehr als eineinhalb Jahren führt, hat seine Prognose eingehalten. „Wir haben unsere Ziele für das Jahr 2017 erreicht“, kommentierte er heute morgen die vorläufigen Geschäftszahlen des vergangenen Jahres. Und das ist viel in einer Branche, die von Insolvenzen erschüttert wird.

Der Gesamtumsatz des Herrenschneiders aus Metzingen ist währungsbereinigt um drei Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro gestiegen. Und das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten Ebitda hielt Langer auf Vorjahresniveau (493 Millionen Euro). Im November hatte er seine Gewinnprognose dementsprechend konkretisiert. Zuvor lag die Bandbreite noch von minus drei bis plus drei Prozent.

Langer profitierte vor allem von einem Umsatzplus von fünf Prozent im vierten Quartal des vergangenen Jahres. Insbesondere in den USA konnte Boss mit einem zweistelligen Umsatzwachstum glänzen. Dort hatte Langer seit seinem Amtsantritt kräftig aufgeräumt. Er hatte sich von vielen Großhändlern getrennt, die die Anzüge und Freizeitkleidung aus Metzingen bei Stuttgart zu Tiefpreisen verramscht hatten. In Deutschland sank der Umsatz hingegen in den letzten drei Monaten des Jahres um zwei Prozent.

Vor allem im eigenen Einzelhandel lief es im vierten Quartal gut: plus sieben Prozent flächen- und währungsbereinigt. Die eigenen freistehenden Läden, die Shop-in-Shops und das Onlinegeschäft legten mehr zu als die Outlets. Das Onlinegeschäft im eigenen Webshop, eine Zeit lang das Sorgenkind, hat sich inzwischen erholt. Es wuchs, zumindest im vierten Quartal, um 42 Prozent.

Die Strategie, die bisherige Markenvielfalt auf die beiden Kernmarken Boss und Hugo zu konzentrieren, führt allerdings noch zu Reibungsverlusten. So sank der Umsatz mit Hugo im vierten Quartal um vier Prozent, weil das Geschäft mit lässiger Kleidung den Rückgang bei den Anzügen nicht auffangen konnte.

Langer hofft nun darauf, dass seine Zweimarken-Strategie im neuen Jahr aufgeht. Den Beweis dafür muss er allerdings noch liefern. Denn in diesen Tagen kommt erstmals die neue Kollektion der beiden Marken Boss und Hugo in die Läden. Sie trägt die Handschrift des neuen Kreativ-Vorstands Ingo Wilts. 

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