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Modeunternehmen Orsay erhält 33 Millionen Euro Staatshilfe

Shops in Schräglage: Der Teenieklamotten-Händler Orsay braucht Staatshilfe. Quelle: Presse

Die Corona-Lockdowns haben den Modehandel hart getroffen. Der Fashionanbieter Orsay erhält nun vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung einen Hilfskredit.

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Der Modefilialist Orsay erhält einen staatlichen Unterstützungskredit über 33 Millionen Euro, berichtet die WirtschaftsWoche. Das Geld kommt vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesregierung. Das geht aus einer Liste des Bundeswirtschaftsministeriums zu den Aktivitäten des WSF hervor.

Die Orsay GmbH ist die Kerngesellschaft der 1975 gegründeten Orsay-Gruppe, die laut Unternehmenshomepage in 33 Ländern aktiv ist, 670 Shops betreibt und 4900 Mitarbeiter beschäftigt. Der Modefilialist gehört zur französischen Mulliez-Gruppe (Decathlon, Auchan, Pimkie), hat seinen Hauptsitz aber im baden-württembergischen Willstätt.

Im Vor-Corona-Geschäftsjahr 2019 entfielen auf die Orsay GmbH nach Angaben aus dem Bundesanzeiger 217 Standorte und 373 Millionen Euro Umsatz. Neben dem Handelsgeschäft erbringt das Unternehmen als „operativ größte Hauptgesellschaft“ wichtige Zentralfunktionen für die gesamte Gruppe.



Kurzarbeitergeld, KfW-Hilfen und WSF-Mittel

Schon vor Ausbruch der Pandemie kämpfte das Unternehmen mit wirtschaftlichen Widrigkeiten. So verbuchte die Orsay GmbH 2019 einen Jahresfehlbetrag von 12,7 Millionen Euro. „Die Ertragslage des Unternehmens hat sich im Geschäftsjahr 2019 stabilisiert, wobei sich der Trend einer Verschiebung vom Stationärgeschäft zum Onlinegeschäft fortsetzt“, heißt es dazu im Geschäftsbericht. Allerdings sah sich das Management auf Kurs: Man sehe im Jahr 2019 „eine starke Verbesserung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gegenüber dem Vorjahr“. Doch die Pandemie änderte die Lage, mehre Lockdowns folgten und brachten das stationäre Geschäft zeitweise zum Erliegen. Orsay beantragte Kurzarbeitergeld und KfW-Liquiditätshilfen – und nun vor der vierten Corona-Welle auch WSF-Mittel.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds hat in der Coronakrise bereits zahlreiche Unternehmen teils mit Krediten, teils über direkte Beteiligungen gestützt. Die bekanntesten Fälle sind die Lufthansa und der Reiseveranstalter TUI. Auch der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof, der Schiffsbauer MV Werften, der Stahlproduzent Georgsmarienhütte und der Schuhhändler Ludwig Görtz haben bereits WSF-Mittel erhalten. Insgesamt hat der Wirtschaftsstabilisierungsfonds coronageschädigten Unternehmen bislang Mittel in Höhe von fast 8,7 Milliarden Euro für sogenannte Rekapitalisierungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Mehr zum Thema: Sascha Haghani, Deutschlandchef der Beratungsgesellschaft Roland Berger, über den Restrukturierungsbedarf der deutschen Wirtschaft – und warum Corona längst nicht mehr der einzige Belastungsfaktor für Unternehmen ist.

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