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Möbelbranche Bei Steinhoff brennt es an vielen Ecken

Steinhoff Möbel: Die Aktie des im M-Dax notierten Konsumgüterkonzerns war am 6. Dezember fast um 80 Prozent eingebrochen. Quelle: dpa

Der ins Wanken geratene Möbelriese Steinhoff kann seinen Gläubigerbanken bislang noch keine Auskunft über den wahren Zustand des Unternehmens geben. Die von außen eingesetzten Prüfer stehen erst am Anfang.

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Das Aufräumen beim schwankenden internationalen Möbelriesen Steinhoff hat erst begonnen. Es steht noch nicht einmal fest, wie groß das Chaos ist. Auf einer Präsentation in London konnten sich die anwesenden Gläubigerbanken zwar mithilfe von attraktiven Fotos ein Bild machen, welche Konsumketten weltweit zu Steinhoff gehören. Sie bekamen aber nur eine grobe Vorstellung von der wahren Finanzlage.

So heißt es bereits auf einer der ersten Seiten der Präsentation, die von außen geholten Wirtschaftsprüfer müssten zunächst einmal alle Daten sichern und die relevanten Zweigstellen aufsuchen. Wie lange die Überprüfung sämtlicher Zahlen dauern werde, sei noch völlig offen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC ist vom Konzern dazu eingesetzt worden, das gesamte Zahlenwerk neu aufzuarbeiten. Bislang hatte die Gesellschaft Deloitte die Bilanzen geprüft und erstmals für 2016 ihr Testat verweigert.

Die Aktie des im M-Dax notierten Konsumgüterkonzerns war am 6.Dezember fast um 80 Prozent eingebrochen, nachdem er bekannt gegeben hatte, er könne keine verlässlichen Zahlen über das abgelaufene Jahr präsentieren. Der langjährige Vorstand Markus Jooste verlasse deshalb das Unternehmen. Steinhoff war von Bruno Steinhoff aus Westerstede als kleiner Möbelhandel gegründet worden. Das Unternehmen ging nach einem starken Wachstum in Johannesburg an die Börse.

Seit Dezember 2015 ist es auch in Frankfurt notiert. Bruno Steinhoff ist noch Aufsichtsratsmitglied im Konzern. Steinhoff gab zuletzt einen Jahresumsatz von 20 Milliarden Euro bekannt, mit 130.000 Beschäftigten in 130 Ländern. In Deutschland ist Steinhoff an Poco zu 50 Prozent beteiligt, in Frankreich an der Möbelkette Conforama. In Südafrika gehören mehrere große Konsumketten zu Steinhoff.

Der Börsengang 2015 war von einer Razzia der Staatsanwaltschaft Oldenburg überschattet. Diese prüft bereits seit zwei Jahren Berge von Akten und mehrere Terabyte an Daten auf mögliche Bilanzmanipulation.

„Über das Ausmaß der Unregelmäßigkeiten kann noch nichts gesagt werden“, heißt es in der Präsentation, die nun am Mittwoch den Banken vorgetragen wurde. Auch könne nicht gesagt werden, wann die Zahlen von 2017 und 2018 vorgelegt werden können. Ebenso wenig sei klar, ob auf die Zahlen der Jahre zuvor Verlass sei.

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