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Möbelkonzern Ikea profitiert vom Deutschlandgeschäft

Das starke Deutschlandgeschäft hat dem Möbelkonzern Ikea 2014 ein dickes Umsatzplus beschert. Deutschland ist damit der wichtigste Einzelmarkt von Ikea - noch vor den USA.

Zehn Fakten über das schwedische Möbelhaus
Ingvar Kamprad Quelle: REUTERS
Das Foto aus dem Jahr 1974 zeigt das erste in Deutschland eröffnete Ikea-Möbelhaus in Eching bei München Quelle: dpa
Ikea Köttbullar Quelle: dpa
Wie Ikea zu seinem Namen kam Quelle: dpa
Der Ikea-Katalog ist beliebter als die Bibel
Das Bücherregal „Billy“ ist einer der Ikea-Verkaufsschlager schlechthin Quelle: dpa
Ikeas "Klippan" ist nicht nur ein Sofa für die Studentenbude, sondern auch ein kleines Kaff in der schwedischen Provinz. Quelle: dpa

Der weltweit führende Möbelhändler Ikea hält nach einem Umsatzplus im Jahr 2014 an seinen ambitionierten Wachstumszielen fest. Der Konzern mit den schwedischen Wurzeln peile bis zum Jahr 2020 Erlöse von 50 Milliarden Euro an, bekräftigte Ikea-Chef Peter Agnefjäll am Mittwoch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Helsingborg.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 (31. August) hatte der Möbelhändler von einem starken Deutschlandgeschäft sowie vielen Kunden in China und Nordamerika profitiert. Die Erlöse des Konzerns legten um 2,8 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro zu. Der Gewinn betrug nach Unternehmensangeben wie im Vorjahr 3,3 Milliarden Euro.

Knapp 300 Millionen Euro seien in zwei Bonus-Programme für die 147 000 Mitarbeiter gewandert, erklärte der Konzernchef die Ergebnisentwicklung. Bei den Mitarbeiterprogrammen handele es sich um eine betriebliche Altersvorsorge für die Beschäftigten konzernweit sowie eine Erfolgsbeteiligung an den Unternehmenszielen.

Wer bei Ikea kauft

In Deutschland kletterten die Erlöse um 3,2 Prozent auf 4,12 Milliarden Euro. Mit einem Umsatzanteil von 14 Prozent sei Deutschland damit vor den USA, Frankreich und Russland der wichtigste Einzelmarkt des Möbelhändlers geblieben.

Vier Prozent der Erlöse seien über das Online-Geschäft erwirtschaftet worden, sagte Deutschland-Chef Peter Betzel der Deutschen Presse-Agentur. Konkrete Angaben zum Ergebnis machte der Manager nicht. Er sei jedoch sehr zufrieden. Auch das neue Geschäftsjahr sei gut angelaufen.

Ikea ist in Deutschland auf Wachstumskurs

Auf acht Milliarden Euro wolle der Möbelhändler seine Erlöse in Deutschland in den nächsten zehn Jahren verdoppelt und einen Marktanteil von 25 Prozent erreichen, kündigte Betzel an. „Zehn Prozent des Umsatzes soll dann über unsere Online-Shops erzielt werden.“ Das Hauptgeschäft im schwer umkämpften deutschen Markt werde aber auch in Zukunft von den Einrichtungshäusern getragen.

„Unser Ziel sind mittelfristig bis zu 70 Einrichtungshäuser“, sagte der Manager. Derzeit liegt die Zahl in Deutschland bei 48. Um die Standorte weiterzuentwickeln, seien im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro investiert worden. Die Zahl der Beschäftigten im Inland lag nach seien Angaben 2014 bei 16 000, 500 mehr als im Jahr zuvor.

Von dem neuen, unbefristeten Umtauschrecht hätten die Ikea-Kunden in Deutschland bislang nicht übermäßig stark Gebrauch gemacht, teilte Betzel mit. „Wir haben unseren Kunden mit der neuen Regelung eine Kaufsicherheit gegeben, sind aber natürlich auch von unseren Produkten überzeugt.“

Wenn das Kinderbett "Gutvik" heißt
Essen, Wohnen, Leben: Ikea präsentiert sich gern als allumfassendes Wohlfühlpaket. Doch der schwedische Möbelkonzern hat sich schon den ein oder anderen Patzer geleistet. Wir haben einige Ausrutscher gesammelt. Quelle: dpa
Wenn derzeit die Buchstaben IS fallen, dann denkt der politisch interessierte Mensch sofort an Waffen, Gewalt und Islamisten. Denn die Abkürzung steht für die Terrorgruppe Islamischer Staat, die im Irak für Angst und Schrecken sorgt. Viele Menschen demonstrierten bereits für mehr Engagement bei der Bekämpfung von IS, so wie hier im Bild in Frankfurt am Main. Schlecht, wenn Ikea ausgerechnet in dieser Zeit ein Fehler unterläuft. Quelle: dpa
Im aktuellen Katalog taucht neben dem Bett auf dem Titelbild ein kleiner Roboter auf. Darauf zu sehen: die beiden Buchstaben IS. Dass dies ausgerechnet zu einer Zeit zu sehen war, in der diese beiden Buchstaben mit so viel Bedeutung aufgeladen waren, war mehr als unglücklich. Auf Anfrage der Nachrichtenseite Merkur Online erklärte Ikea denn auch schnell, dass dies nur „reiner Zufall“ gewesen sei. Es handelte sich lediglich um eine Deko für das Bild, die im Handel nicht einmal erhältlich ist. Quelle: Presse
Die Namen von Ikea-Möbeln sind legendär: Bei Billy denkt sofort jeder Kunde an das Regal, bei Pax an den Kleiderschrank, bei Killan an die Couch. Doch dass so ein Name auch anstößig sein kann, das zeigte Ikea unabsichtlich mit dem Kinderbett „Gutvik“. Auf Deutsch klingt das Produkt mehr als obszön. Wie es zu dem Namen gekommen ist? Die meisten Ikea-Produkte werden nach Orten in Schweden benannt. Dass das in Deutschland merkwürdig klingen könnte, hat in Schweden niemand bedacht: Die Namen werden gewöhnlich global vergeben. Auf schwedisch klingt das Wort übrigens schon nicht mehr ganz so dramatisch: Dort wird es „Gütwig“ ausgesprochen. Quelle: Presse
Längst nicht das einzige schwedische Wort, das auf Deutsch etwas merkwürdig anmutet. Auch der Apfelkuchen ist nicht gerade appetitlich betitelt. Die Künstlerin Judith Holofernes postete auf ihrer Facebook-Seite ein Produktbild mit dem Namen des Kuchens: „Äppelkaka“. Auch das dürfte in Deutschland nicht gerade die beste Werbung für den Kuchen sein. Quelle: Screenshot
Nicht nur Namenspannen waren bei Ikea teils unappetitlich. Ein Lebensmittelskandal brachte auch das Restaurant in Verruf. Zum Hintergrund: Ikea macht mit seinem Restaurant enormen Umsatz. Eines der beliebtesten Produkte dort: Köttbullar, schwedische Fleischbällchen. Doch 2013 kam im Rahmen eines Lebensmittelskandals heraus, dass in den Bällchen Pferdefleisch verarbeitet wurde. Der Aufschrei war groß. Vorsorglich stoppte Ikea den Verkauf deshalb. Inzwischen sind die Fleischbällchen aber zurück im Angebot. Quelle: dpa
Viele Konsumenten sind riesige Fans von Ikea. Einige besonders begeisterte Kunden haben deshalb die Webseite „Ikea Hackers“ gegründet. Darin präsentieren sie, wie sich Ikea-Produkte umbauen lassen – zum Beispiel das Modell Pax in einem begehbaren Kleiderschrank. Doch Ikea schickte der Betreiberin Mitte 2014 eine Abmahnung. Der Grund: Sie dürfe die Seite nur dann weiter betreiben, wenn sie keine Anzeigen mehr zeige. Die Folge: ein Shitstorm. Die schwedische Möbelkette lenkte schließlich ein. Die Seite durfte online bleiben. Quelle: Screenshot

Der Möbelhändler hatte im August ein lebenslanges Umtauschrecht für nahezu alle Artikel aus den Filialen und des Online-Handels beschlossen. Bisher konnten die Ikea-Kunden Möbel nach dem Kauf drei Monate lang umtauschen oder zurückgeben. Jetzt räumt der Konzern diese Möglichkeit für Produkte unbefristet ein, die seit dem 25. August 2014 gekauft wurden. Das Geld gibt es in bar oder es wird auf das Konto überwiesen, je nachdem wie beim Kauf gezahlt wurde.

Weltweit baute Ikea die Zahl der Möbelhäuser um 13 auf derzeit 318 aus. Der Konzern mit den schwedischen Wurzeln verkauft nach eigenen Angaben in 28 Ländern, Kroatien kam 2014 neu dazu. Weltweit zählten die Einrichtungshäuser 716 Millionen Besucher.

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