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Musikfestivals Verrockt am Ring

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Lieberberg um Längen voraus

Zumindest der Kulmbacher Investor und Verleger Bernd Förtsch hat offenbar kein allzu großes Vertrauen in die Wachstumspläne. Er hatte große Deag-Aktienpakete aus dem Imperium des tief gefallenen Fondsmanagers Christian Angermayer übernommen. Noch 2013 hielt Förtsch über 29 Prozent an der Deag. Bis heute hat Förtsch seine Anteile mehrfach reduziert, zuletzt am 3. November auf unter zehn Prozent. Nur zwei Tage, bevor die Deag ihre denkwürdige Pressemitteilung zum Wachstumstreiber Rockfestivals veröffentlichte. Förtsch hatte offensichtlich wieder mal einen guten Riecher.

Derzeit jedenfalls scheint die Deag mit ihren Festivals ins Hintertreffen zu geraten. Die Dauerfehde mit „Rock am Ring“-Begründer Marek Lieberberg geht unverändert weiter, Lieberberg auf der einen und Deag/Nürburgring auf der anderen Seite liefern sich einen heftigen juristischen Schlagabtausch. Nachdem der Versuch, Lieberberg die Nutzung der Marke „Rock am Ring“ untersagen zu lassen, im einstweiligen Verfügungsverfahren gescheitert ist, will die insolvente Nürburgring GmbH nun Hauptsacheklage einlegen. Laut ihrem Sprecher ist dies bereits erfolgt. Zugleich wird noch um mehrere einstweilige Verfügungen gestritten, mit denen sich Deag und Lieberberg überzogen, um sich gegenseitig bestimmte Behauptungen untersagen zu lassen.

 

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    Außer vor den Gerichten freilich geht der Streit auch auf den Ticketverkaufsportalen weiter. Lieberberg richtet sein Festival zum traditionellen Termin am ersten Juniwochenende auf dem Flugplatz in Mendig (nahe Koblenz) aus, nach seinem Sieg vor dem Oberlandesgericht Koblenz heißt dieses zunächst weiterhin „Rock am Ring“. Zudem findet wie bisher das Zwillingsfestival „Rock im Park“ in Nürnberg auf dem Zeppelinfeld statt. Und: Lieberberg hatte sein Programm früher fertig, startete schon im Oktober in den Vorverkauf, bei der Deag gab es dagegen Verzögerungen, sie legte erst Anfang November los. Das schlägt sich in einem Klassenunterschied bei den Ticketverkäufen nieder. Lieberberg teilte in der Zwischenzeit mit, er habe für seine beiden Festivals mehr als 100.000 Tickets verkauft, knapp 39.000 für Nürnberg und fast 62.000 für Mendig. Zahlen, von denen die Deag momentan nur träumen kann.

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