Mythos Champagner Eine prickelnde Geschichte

Die Franzosen haben aus dem Champagner ein Nationalheiligtum gemacht. Ohne das Engagement einiger deutscher Winzer wäre es jedoch nie dazu gekommen.

Die deutschen Sektkellereien rechnen für 2011 mit einem Absatzplus von rund drei Prozent. Quelle: dpa

In der Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr machen Kellereien einen Drittel ihres Jahresumsatzes, bei manchen hochwertigen Produkten sind es gegen Jahresende sogar bis zu 50 Prozent – so ist es etwa beim „Fürst von Metternich“-Sekt der Fall: „Gerade zu besonderen Anlässen, wie Weihnachten und Silvester, möchte man seinen Gästen etwas besonders anbieten oder seinen Gastgebern ein schönes Geschenk mitbringen, um zu sagen: Das bist du mir wert“, sagt Jan Rock, Pressesprecher der Henkell & Co. Sektkellerei, zu der auch Fürst von Metternich gehört.

Diese Hochkonjunktur zu Weihnachten und Silvester gab es schon zu Bismarcks Zeiten. Der Reichskanzler lobte seinen deutschen Champagner. So darf deutscher Sekt jedoch schon lange nicht mehr genannt werden.

Kleines Champagner-Lexikon

Der Name bleibt seit dem Ersten Weltkrieg den französischen Pendants aus der gleichnamigen Region vorenthalten. Und da sind die Franzosen streng: So kämpfte 2005 der französische Champagner-Verband „Comité Interprofessionel du Vin de Champagne“ (CIVC) vor dem Bundesgerichtshof teils erfolgreich gegen den schwäbischen Gastronomen Jörg Geiger.

Dieser hatte seinen Schaumwein „Champagner Bratbirne“ genannt, nach der gleichnamigen Frucht. Da beim Blick auf das Etikett des Birnenschaumweins der Bezug zum Champagner haften bliebe, urteilten die Bundesrichter, dass Geiger den Begriff lediglich unscheinbar auf dem Etikett platzieren darf.

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