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Mythos Champagner Eine prickelnde Geschichte

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Schaumwein mit Tradition

Der Kellermeister bewegt in den Gewölben Esslinger Sektkellerei Kessler an den Rüttelpulten die Flaschen. Quelle: dpa/dpaweb

Dies dürfte an der deutschen Sekttradition liegen. Zwar dürfen sich die deutschen Sekthersteller nicht mit dem klingenden Namen Champagner schmücken, doch waren es eigentlich Deutsche, die die Schaumweintradition in der Champagne vorangetrieben und ausgefeilt haben. 1785 gründete etwa der Westfale Florenz-Ludwig Heidsieck in Reims die Kellerei Heidsieck & Co., 1827 folgten in der gleichen Stadt die Brüder Gottlieb, Jacobus und Philipp Mumm, deren Vater aus Köln stammte, mit der Kellerei G.H. Mumm und 1829 war der Schwabe Joseph Jacob Bollinger der Mitbegründer der Kellerei Renaudin-Bollinger in Aÿ.

Deutscher Fleiß und französisches Know-how

Der einstige US-amerikanische Konsul in Reims, Robert Tomes, stellte fest, dass es keinen Weinbetrieb in der Champagne gäbe, der nicht mehr oder weniger von einem gebürtigen Deutschen kontrolliert würde. In seinem Bericht „The Champagne Country“ schrieb er 1867: „Steht an der Spitze nominell zufällig ein Franzose, so hat er sicher einen Partner oder Geschäftsführer aus Deutschland. Es gab jedoch ein Champagner-Haus, das ausschließlich von Franzosen geleitet wurde. Während meiner Zeit in Reims ging es bankrott, und es wurde allgemein festgestellt, dass es zugrunde ging, weil ein Deutscher fehlte.“

Die deutschen Geschäftsleute in Frankreich, die eifrig Handel mit der alten Heimat betrieben, aber auch Rückkehrer aus der Champagne, etablierten schließlich in Deutschland eine Sektkultur – und das erfolgreich.

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