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Nach Rekord-Geschäftsjahr Die Zukunft bei dm ist papierlos

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Die USA machen es vor

Auch die US-Bio-Kette Whole Foods hat damit begonnen, ihre Kassenzettel per E-Mail zu versenden. Quelle: REUTERS

Damit folgt der Konzern vor allem dem Beispiel von großen US-Konzernen, die zunehmend auf elektronische Kassenbons setzen und damit Geld für Papier, Tinte und Drucker sparen. Vorreiter ist auch hier der iPhone- und iPad-Hersteller Apple, der schon seit 2005 Kunden seiner US-Stores die Quittungen per E-Mail schickt (seit 2007 weltweit).

Schleckers Rivalen im Kampf um die Kunden
In Deutschland teilen sich im Wesentlichen vier große Ketten den Drogeriemarkt. Hinter jeder steht eine starke Unternehmerpersönlichkeit. Anstoß für die Gründung der Drogerieketten war die Aufhebung der Preisbindung für Drogerieprodukte 1973. Die wichtigsten Daten und Fakten zu den Marktführern.
Das Unternehmen Müller ist mit 2,265 Mrd. Euro Jahresumsatz die kleinste unter den vier größten Drogeriemarktketten. In bundesweit fast 500 Geschäften bietet Müller - anders als seine drei größeren Konkurrenten - auch Schreib- und Spielwaren sowie Haushaltsartikel an. Der Durchschnittsumsatz pro Filiale ist mit 4,86 Mio. Euro der höchste unter den großen Vier. Der Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche liegt bei Müller bei fast 4.000 Euro.
Insgesamt hat Müller fast rund 150.000 Artikel im Sortiment. Kleinkaufhäuser galten eigentlich seit den 70er-Jahren als unrentabel. Und das Konzept hat nicht nur in Deutschland Erfolg, sondern auch im Ausland: Dort ist die Kette in sechs Staaten mit über 120 Filialen aktiv.
Erwin Müller ist Gründer und Geschäftsführer der Drogeriemarktkette Müller, die aus der Keimzelle eines Friseur-Geschäfts hervorging. Die erste Filiale öffnete 1973. Er ist Arbeitgeber von 25.000 Beschäftigten.
Rossmann konnte seine Erlöse im Jahr 2011 um 10,5 Prozent auf 5,12 Milliarden Euro steigern. Für das Jahr 2012 wird ein Gesamtumsatz von 5,6 Milliarden Euro erwartet. Der Durchschnittsumsatz pro Filiale liegt bei über zwei Millionen Euro.
Zentraler Logistik-Standort ist Landsberg bei Halle/Saale. Nach Polen, Tschechien, Ungarn und Albanien hat sich Rossmann mit der Türkei in den fünften ausländischen Staat vorgewagt. In dem Land mit 72 Millionen Verbrauchern sieht das Unternehmen gewaltiges Potenzial. Nachdem die Milliardengrenze beim Auslandsumsatz mit 992 Millionen Euro 2009 knapp nicht überschritten werden konnte, ist das im Jahr 2010 mit 1,184 Milliarden Euro gelungen. Rossmann hat seit Anfang 2011 mehr als 820 Drogeriemärkte im Ausland.
Gründer Dirk Roßmann stammt aus einer Drogistenfamilie. Seine Ladenkette rief er 1972 ins Leben. Heute beschäftigt über 30.000 Menschen.

Vor allem in den USA haben sich inzwischen etliche Händler, darunter die Bio-Kette Whole Foods, die Kaufhäuser Sears und K-Mart und die Modekette Gap von dem Papier-Bon verabschiedet. Die Resonanz in Übersee ist überwiegend positiv, den digitalen Kassenzettel finden die meisten Menschen einfach praktischer.

Natürlich geht es den Konzernen aber nicht nur um Komfort für die Kundschaft. Ausschlaggebend sind auch die damit verbundenen Werbemöglichkeiten, wie ein Bericht der „Lebensmittelzeitung“ erklärt. Besonders attraktiv ist der E-Bon, wenn man mit ihm gleich noch einen Newsletter mit den neuesten Produktangeboten an die angegebene E-Mail-Adresse schicken kann.

Auch deswegen steht in Deutschland noch am Anfang, was sich in Amerika scheinbar mühelos im Handel etablieren lässt. Der „Durchbruch kündigt sich nur langsam an“ schreibt die „Lebensmittelzeitung“ im August 2011 und auch ein Jahr später haben bislang nur wenige Händler der Zettelwirtschaft den Kampf angesagt.

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