Nach Rekord-Geschäftsjahr Die Zukunft bei dm ist papierlos

Der beste Mai, der beste Juni, der beste Juli, der beste August: Deutschlands größte Drogeriekette verbucht für das Geschäftsjahr Rekordwerte beim Umsatz. Fragen wirft nur die neueste Entwicklung auf – der E-Bon.

dm-Chef Erich Harsch maximiert lieber die Zufriedenheit seiner Kunden als Gewinne. Quelle: dpa

DüsseldorfDass Deutschlands größte Drogeriemarktkette dm ordentlich von der Pleite des einstigen Branchenprimus Schlecker profitiert, überrascht nicht. Daran ließ schon die Einladung zur heutigen Bilanzpressekonferenz für das am 30. September auslaufende Geschäftsjahr 2011/2012 keinen Zweifel.

Von einem spannenden Endspurt schrieb das Karlsruher Unternehmen. „Auf den besten Mai folgten auch für Juni, Juli und August Rekordwerte beim Umsatz“, hieß es. Und tatsächlich: dm überspringt in Deutschland erstmals die Marke von fünf Milliarden Euro – ein Plus von 14 Prozent. „Teilweise lagen die Zuwächse bei 20 Prozent“, sagte dm-Chef Erich Harsch am Donnerstag bei der Veranstaltung.

Im Vorjahr hatte die Kette hierzulande 4,5 Milliarden Euro umgesetzt, Konkurrent Rossmann kam auf 3,8 Milliarden Euro. Über den Gewinn macht das Unternehmen traditionell keine Angaben.

Das dm-Geschäftsjahr in Zahlen

„Das dynamische Wachstum kommt garantiert nicht von Schlecker“, sagte Roman Melcher, Mitglied der dm-Geschäftsführung, in Frankfurt am Main. Die Pleite des Konkurrenten habe aber sicher zu einer zusätzlichen Umsatzsteigerung geführt. Schlecker habe etwa zwei Milliarden Euro Umsatz mit Drogeriewaren gemacht, nun sei unklar, wie dieser Marktanteil neu verteilt werde.

Europaweit steigerte der Konzern die Erträge um 11,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Der Anstieg fiel etwas schwächer aus, weil dm im Ausland nicht so schnell wuchs wie in Deutschland.

Was Kunden an dm schätzen

Die Drogeriemarktkette zählt nicht erst seit gestern zu den Branchen-Champions – das Wachstum übertrifft seit Jahren den Durchschnitt. dm gilt als ein Lehrbeispiel für die Kunst des Verkaufens. Doch statt sich auf Umsatz und Gewinne zu fokussieren, geht es dem Geschäftsführer Erich Harsch darum, den Kundennutzen zu maximieren.

Was Marken erfolgreich macht

„Unser Ziel heißt Entwicklung“, hat Harsch einmal in einem Interview gesagt. Dann komme das Wachstum ganz von alleine. Wirft man jedoch einen Blick auf die neueste Entwicklung aus Karlsruhe, kommen aber dann doch Zweifel auf. Es ist der „dm E-Bon“, ein elektronischer Kassenzettel, der den Drogerie-Kunden diverse Vorteile bieten soll.

Dabei verschickt der Konzern seit September den Bon nach dem Bezahlen per E-Mail, was im Idealfall den Zahlungsprozess im Laden schneller und den Einkauf für den Kunden komfortabler macht. Wer noch vor Ort kontrollieren will, ob die Kassiererin alle Preise richtig eingetippt hat, kann die Rechnung dann via Smartphone checken. Nur bei Kartenzahlung bekommt man aus rechtlichen Gründen immer noch den traditionellen Kassenzettel. Aber auch unter umwelttechnischen Gesichtspunkten ist es sinnvoll, die Papier-Kassenzettel nicht auszudrucken.

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