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Nahrungsmittelriese Nestlé-Chef gibt sich im Rabatt-Streit mit Edeka und Co kämpferisch

Seit Monaten zankt sich Nestlé mit Händlern wie Edeka um Preis. Nestlé-Chef Schneider bleibt hart: „Einseitige Konzessionen“ kämen nicht infrage.

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Der Nestlé-Chef will in der Rabattschlacht mit Edeka keine Kompromisse eingehen. Quelle: dpa

Zürich Das Ende der Preisschlacht schien zum Greifen nah: Noch Anfang der Woche war im Tauziehen zwischen dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé und der Einkaufsgemeinschaft Agecore von einer Annäherung die Rede.

Doch nun gibt sich Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider kämpferisch: Nestlé werde sich bei den laufenden Verhandlungen nur auf eine „ausgewogene Vereinbarung“ einlassen, sagte Schneider am Donnerstag.

„Wir werden nur unterschreiben, wenn wir damit zufrieden sind, dass wir etwas von der Vereinbarung haben“, so der Nestlé-Chef auf Nachfrage eines Analysten. Es sei nicht der richtige Zeitpunkt für einseitige Zugeständnisse.

Damit geht das Ringen um Konditionen mit der Einkaufsallianz Agecore offenbar in die nächste Runde. Um Nestlé zu Rabatten zu zwingen, hatten die Mitglieder der Einkaufsgemeinschaft – darunter Edeka und die schweizerische Supermarktkette Coop – im ersten Quartal diverse Nestlé-Produkte nicht nachbestellt.

Dass sich Hersteller und Einkäufer mit harten Bandagen zoffen, ist in der Branche nicht neu. Doch in diesem Streit steht für beide Seiten viel auf dem Spiel: Nestlé ist der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt. Analysten hatten vor einem schnellen Einknicken von Nestlé gewarnt: Das schaffe womöglich Präzedenzfälle für andere Märkte.

Zum Nestlé-Reich gehören Marken wie Kitkat, Nespresso oder Maggi. Nestlé steht wie die Konkurrenten Danone und Unilever unter wachsendem Preisdruck. Schneider räumte ein, dass sich die Regeln auf dem europäischen Markt änderten: Wenn mehrere große Märkte mit Preisunterschieden nebeneinander lägen, könne man davon ausgehen, dass sich die Preise mit der Zeit annäherten. „Das ist etwas, an das wir uns anpassen müssen“. So müsse Nestlé etwa die Kostenstrukturen verbessern.

Auf das Geschäft von Nestlé hatte der Agecore-Boykott aber offenbar kaum einen Einfluss: Wie der Konzern aus dem schweizerischen Vevey am Donnerstagmorgen mitgeteilt hatte, lag das bereinigte organische Wachstum im ersten Quartal bei rund 2,8 Prozent. Nestlé übertraf damit die Erwartungen von Analysten. Im laufenden Jahr soll das Wachstum zwischen zwei und vier Prozent liegen.

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