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Nelles muss Honorar erstatten Ex-Aufsichtsrat von Bastei Lübbe unterliegt vor Gericht

Der Unternehmer Michael Nelles muss der Bastei Lübbe AG rund 350.000 Euro Honorar erstatten. Quelle: imago images

Im Streit um rund 700.000 Euro Beraterhonorar wurde der ehemalige Bastei-Lübbe-Aufseher Michael Nelles verurteilt, dem Verlag Geld zu erstatten. Auf ausstehende Forderungen muss er verzichten.

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Der Unternehmer Michael Nelles muss der börsennotierten Bastei Lübbe AG rund 350.000 Euro Honorar erstatten. Dazu verurteilte ihn das Landgericht Köln Anfang Juli. Nelles saß bis November 2016 im Aufsichtsrat des Kölner Verlags. Ende 2015 hatte er zusätzlich einen mit 22.500 Euro monatlich dotierten Beratungsvertrag abgeschlossen; Nelles sollte Bastei Lübbe dafür in Finanzfragen unterstützen.

Der Vertrag verstoße jedoch gegen das Aktiengesetz, so das Gericht. Zur Begründung hieß es, Aufsichtsratsmitglieder dürften für Tätigkeiten, die sie wegen ihres Mandats ohnehin ausüben müssen, nicht extra bezahlt werden. Als Bastei-Aufsichtsrat erhielt Nelles damals 30.000 Euro pro Jahr. Sowohl Nelles als auch Bastei Lübbe wollten sich auf Anfrage nicht äußern. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Einen Schritt weiter ist ein zweites Verfahren im Streit zwischen dem Ex-Aufseher und Bastei Lübbe. Nelles hatte 370.000 Euro Honorar gefordert, weil er das Unternehmen im Jahr 2016 beim Verkauf des Dekoartikel-Herstellers Räder beraten hatte. Das Geschäft hatte dem Konzern einen Verkaufserlös von 14 Millionen Euro eingebracht. Das geforderte Honorar wollte Bastei Lübbe jedoch nicht zahlen. Nelles hatte daraufhin geklagt und in der ersten Instanz vor dem Landgericht verloren.

Seine Berufung gegen die Entscheidung wies das Oberlandesgericht Köln Mitte Juli ab. Das bestätigte ein Gerichtssprecher auf Anfrage der WirtschaftsWoche. Revision ließ der Senat demnach nicht zu. Das Urteil ist jedoch ebenfalls noch nicht rechtskräftig. Nelles hat die Möglichkeit, gegen die Nichtzulassung der Revision Beschwerde einzulegen. Für die Bilanz von Bastei Lübbe hätte ein endgültiger juristischer Erfolg in diesem Fall keine Auswirkungen: Die Kölner hatten für den Streit keine Rückstellungen gebildet.

Die WirtschaftsWoche hatte Nelles‘ Doppelrolle als Berater und Aufsichtsrat des Unternehmens bereits 2016 kritisiert. Nelles und seine Gremiumskollegen waren daraufhin aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Der neue Aufsichtsrat um Robert Stein stieß eine juristische Aufarbeitung insbesondere der Rolle von Nelles an. Derzeit führt das Unternehmen zwei Zivilprozesse gegen frühere Organmitglieder.

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