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Neue Investitionen Lego baut erste Bauklötze-Fabrik in China

Die kleinen bunten Plastikbauklötze sind ungebrochen beliebt. Das zeigte sich bereits Ende Februar in den Zahlen des dänischen Spielwarenkonzerns. Jetzt legt Lego noch einen Zahn zu und will in Asien produzieren.

Klötzchen, aus denen Kinderträume gebaut werden
Es sind noch einmal 18 Legosteine mehr geworden: 2007, beim 75-jährigen Jubiläum des dänischen Spielzeugherstellers, besaß jeder Mensch im Durchschnitt 62 Legosteine. Zum 80-jährigen Jubiläum sind es schon 80 Legosteine. Jeder Mensch in jedem Alter auf der ganzen Welt wohlgemerkt besitzt statistisch gesehenen so viel Legosteine - die kleinen bunten Kunststoffquader sind längst nicht mehr nur ein Kinderspiel, sondern werden auch von Erwachsenen wieder für sich entdeckt. Quelle: Lego
Die Geschichte des nach Umsatz heute drittgrößten Spielzeugherstellers der Welt ist die Geschichte eines einfachen Tischlers, der sich auch von Widrigkeiten des Lebens nicht vom Kurs abbringen ließ. Ole Kirk Christiansen kam 1891 in der damals bitterarmen Region Jütland zur Welt. 1916 machte er sich als Schreiner und Tischler selbstständig, 1924 brannte seine erste Werkstatt mitsamt seinem Haus ab, nachdem zwei seiner vier Söhne mit Feuer gespielt hatten. Quelle: Lego
Christiansen baute acht Jahre später eine neue Werkstatt auf und gründete am 10. August 1932 in Billund seine Fertigung von Bügelbrettern, Stühlen und Holzspielzeug. Die Umstände für die Geburtsstunde des Unternehmens hätten nicht ungünstiger sein können: Nur gut einen Monat danach starb Christiansens Frau, obendrein brach die Weltwirtschaftskrise ein. Doch der Tischler zeigte sich zäh. Er holte seinen gerade zwölf Jahre alten Sohn Godtfred Kirk in die Firma. Zwei Jahre später erfand er den heutigen Namen. Es ist eine Kurzform von Leg godt, was übersetzt Spiel gut heißt. Quelle: Lego
Der alte Christiansen legte die Basis des Unternehmens, sein junger Sohn war der begnadte Tüftler für die Weiterentwicklung. 1935 entwickelt Lego das erste Konstruktionsspielzeug, bald hing das Familienmotto „Nur das Beste ist gut genug“ auf einem Holzschild in der Werkstatt. Den Durchbruch schaffte die Familie mit der Abkehr vom bisherigen Material Holz. Direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs schaffte Lego als erste Firma in Dänemark eine Kunststoff-Spritzgussmaschine an und begann mit dem Material zu experimentieren. Quelle: Lego
Zu den ersten durch die Maschine möglich gewordenen Neuerfindungen gehörten die so bezeichneten sich „automatisch verbindenden Steine“, ein Vorläufer der heutigen Legosteine. Sie hatten vier und acht Noppen und wurden nur in Dänemark angeboten. 1954 lernte Godtfred Kirk bei einer Schiffsreise nach Großbritannien einen Einkäufer kennen, der der Meinung war, dass es Spielzeug an System fehlt. Es wurde ein wegweisendes Gespräch: Der nun voll in die Unternehmensführung integrierte Junior entwickelte die Idee für das Lego-System. Quelle: Lego
1955 gab es im Lego System 28 verschiedene Baukästen. Als Christiansen diese auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorstellte, gab es allerdings ein vernichtendes Echo. Für den deutschen Markt sei Lego vollkommen ungeeignet. Dennoch setzte Lego voll auf Expansionskurs und gründete 1956 seine erste Auslandsfiliale in Hohenwestedt in Schleswig-Holstein. Quelle: Lego
Technisch wurde das Jahr 1958 das entscheidende: Denn bislang hielten die Ur-Legosteine nur mäßig zusammen. Doch in diesem Jahr patentierte Lego die Fortentwicklung der Steine, die seitdem außer Noppen an der Oberseite auch Röhren in der Unterseite haben und stabil zusammenhalten. Quelle: Lego

Der dänische Spielwarenkonzern Lego will Bauklötze für den asiatischen Markt ab 2017 in China herstellen. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, soll im nächsten Jahr mit dem Bau einer Fabrik in Jiaxing, einer Millionenstadt gut 100 Kilometer von Schanghai entfernt, begonnen werden. Nach dem Startschuss würden in dem regionalen Distributionscenter 2000 Mitarbeiter beschäftigt, hieß es aus der Konzernzentrale in Billund.

Lego verwies auf Wachstumsraten für die eigenen Bauklötze von über 50 Prozent in Asien in den vergangenen Jahren. In Jiaxing sollen 70 bis 80 Prozent aller Produkte für den asiatischen Markt hergestellt werden. Bisher werden die Klötze im heimischen Billund sowie in Tschechien und Ungarn für den europäischen sowie in Mexiko für den amerikanischen Markt gefertigt.

Lego auf einen Blick

„Unsere Strategie ist, so dicht wie möglich an den Kernmärkten zu produzieren“ sagte der Lego-Projektchef Bali Padda. Das dänische Familienunternehmen hat in den letzten Jahren immer neue Rekordgewinne mit zweistelligen Zuwachsraten beim Umsatz vorgelegt.

Lego türmt mit Bauklötzen Rekordgewinn

Gerade erst vor einem Monat, konnte Konzernchef Jørgen Vig Knudstorp einen neuen Rekordgewinn vermelden. Die Gründ dafür: Neben den klassischen Linien Lego City und Lego Star Wars, die ein auch für das Unternehmen selbst überraschend starken Erfolg brachten, war auch die neue Serie Lego Friends für Mädchen ein Gewinngeschäft. Wie das Familienunternehmen mitteilte, kletterte der Nettogewinn 2012 von 4,2 auf 5,6 Milliarden Kronen (rund 750 Millionen Euro). Der Konzernchef nannte als wichtigsten Grund

Den Umsatz konnte Lego im vorigen Jahr um 25 Prozent auf 23,4 Milliarden Kronen steigern. Seit der weitgehenden Rückkehr zum Kerngeschäft mit den Bauklötzen haben die Dänen in den vergangenen fünf Jahren jährliche Umsatzsteigerungen von stets über 15 Prozent geschafft. Der Nettogewinn kletterte seit 2008 trotz Finanzkrise, Rezession und zeitweise dümpelnder Konjunktur in steter Folge von 1,4 auf 5,6 Milliarden Kronen.

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Knudstorp nannte den Rekordgewinn „besser als erwartet“ und sagte zum eigenen Rezept: „Das liegt vor allem daran, dass wir Produkte lancieren und liefern konnten, die Kinder auf der ganzen Welt ganz oben auf ihren Wunschzetteln haben.“ In Deutschland als wichtigstem europäischem Abnehmerland stieg der Einzelhandelsumsatz im letzten Jahr um 12,7 Prozent auf 331 Millionen Euro. Der Marktanteil stieg nach Lego-Angaben um 1,4 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent. In der Pressemitteilung aus der Deutschland-Zentrale in München dazu hieß es: „Lego Friends und Lego Ninjago Sets sorgten für ein steinreiches Jahr.“

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