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Neues Verpackungsregister Händler und Hersteller melden viel weniger Plastikmüll als erwartet

Exklusiv
Plastikmüll: Unerwartet wenig Meldungen im Verpackungsregister Quelle: dpa

Durch die Verpackungsregister soll öffentlich nachvollziehbar werden, welche Händler ihrer Pflicht zur Gebührenabgabe für Verpackungsmüll nicht nachkommen. Bisher scheint das noch nicht den gewünschten Effekt zu haben.

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Das zum Jahresanfang gestartete Verpackungsregister hat noch nicht zu den erhofften Steigerungen bei den Gebühren für Plastikverpackungen geführt. Lediglich um fünf Prozent hat sich bisher die Menge der Plastikverpackungen, für die Händler und Hersteller Gebühren für Entsorgung und für das Recycling bezahlen, gegenüber dem 1. Quartal 2018 gesteigert. Das geht aus den Mengen-Voranmeldungen für das erste Quartal hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegen. Das sei „etwas unter den Erwartungen“, erklärte die Zentrale Stelle Verpackungsregister. Ein Brancheninsider nannte die Meldungen „enttäuschend“.

Die Hersteller und Händler müssen Gebühren für ihren Verpackungsmüll an die Dualen Systeme zahlen. Diese sind für die Entsorgung und das Recycling der Verpackungen zuständig. Das System galt lange als problemanfällig. Nur ein Teil der gesetzlich verpflichteten Unternehmen hatte Gebühren für ihren Verpackungsmüll gezahlt. Durch die Verpackungsregister soll nun öffentlich nachvollziehbar werden, welche Händler ihrer Pflicht nicht nachkommen.

Bisher scheint das noch nicht zu den gewünschten Effekten zu führen: Zwar habe sich mittlerweile die Zahl der registrierten Unternehmen auf rund 130.000 mehr als verdoppelt, teilte die für das Verpackungsregister zuständige Zentrale Stelle mit. Doch die Mengen an Müll, für die sie Lizenzgebühren zahlen, stiegen im Verhältnis kaum an. Auch bei Glas stiegen die von Händlern und Herstellern angemeldeten Mengen, für die sie Gebühren zahlen, nur um fünf Prozent an.

Bei Papier verzeichnete die Zentrale Stelle immerhin zehn Prozent mehr lizensierte Verpackungen. Die Behörde führt den Anstieg vor allem auf Onlinehändler zurück, die ihre Waren in Kartons versenden und erstmals für diese auch Gebühren zahlen. Das zeige, dass bei „vielen Versandhändlern die Produktverantwortung nun auch angekommen ist“, sagte eine Sprecherin. Die Zentrale Stelle geht davon aus, dass auch bei Plastikverpackungen im Laufe des Jahres noch größere Mengen gemeldet werden. Händlern und Herstellern, die keine Gebühren zahlen, drohen Bußgelder und Betriebsverbote.

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