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Öfen im Trend Wenn der Kamin zur teuren Rußschleuder wird

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Pelletöfen als Heizungsersatz

Tipps zum Sparen von Heizkosten
Heiztemperatur richtig wählen Quelle: dpa
Temperaturabsenkung bei Abwesenheit Quelle: dpa
Türen, Fenster und Rolllädenkasten abdichten Quelle: dapd
Heizkörper entlüften Quelle: Ewald Fröch - Fotolia.com
Gerade der Brenner von Heizungsanlagen – gemeinhin Heizkessel genannt – muss regelmäßig eingestellt werden, Quelle: Kadmy - Fotolia.com
Heizkörper frei lassen, zur Wand isolieren Quelle: dpa
Thermostat digitale Temperaturregelung Quelle: sugar0607 - Fotolia.com

Auch wenn Holz deutlich billiger ist als Öl oder Gas, raten die Warentester davon ab, einen Kamin mit Holzverbrennung als Ersatz für die Heizung zu verwenden. "Wenn Sie im Winter verreisen, wollen Sie ja nicht, dass alles einfriert", sagt Michael Koswig. Und schließlich müsse man einen Kamin auch befeuern, wenn man krank sei. Sonst bleibt die Wohnung kalt. Kaminöfen seien deshalb klassische Zusatzheizungen für die Übergangszeit. "Wenn mit einem Ofen geheizt werden soll, dann mit Pelletöfen, weil die auch Wasser erwärmen können." Grundsätzlich sollte man in so einem Fall auf ausgeklügelte Systeme setzen, so Koswig von der Stiftung Warentest.

Der Vorteil bei Pelletöfen ist die saubere Verbrennung und die hohe Effizienz. Drei Pelletgeräte mit Wasseranschluss erzielten bei Stiftung Warentest Bestnoten. Besonders effizient waren der Calimax Twist 06 für 8850 Euro und der 800 Euro günstigere Westfeuer Pueblo Aqua. Auch der Pelletofen Wodtke BM ivo.tec water+ bekam die Note "gut". Alle drei Modelle lassen sich an einen Warmwasserspeicher anschließen und sind mit Solaranlagen kompatibel. Die Öfen können so in ein Heizsystem integriert werden.

Wer weniger bezahlen möchte, muss dafür auf den Wasseranschluss verzichten. Doch auch diese Pelletöfen überzeugten die Warentester. So erzielten sowohl der Rika Como für 3.700 Euro als auch der Haas+Sohn Pelletto 417.08. für 2480 Euro sehr gute Werte in den Testkategorien Energieeffizienz, Umwelteigenschaften, Bedienungsfreundlichkeit, Sicherheit sowie Verarbeitung und Robustheit. Außerdem lassen die gepressten Holzpellets sehr gut und exakt dosieren. Bei Pelletöfen und -kesseln sind viele emissionsarme Anlagen mit dem Gütesiegel "blauer Engel" ausgezeichnet.

Vorsicht bei Ethanol-Öfen

Verbraucherschützer und Warentester warnen vor Bioethanol-Kaminen. Quelle: Presse

Vor einem Verwandten der Kaminöfen warnen die Experten allerdings einstimmig: Bioethanol-Öfen. Die mit flüssigem Brennstoff betriebenen Kamine gibt es auch in der Miniaturausgabe für den Wohnzimmertisch. Laut Reklame sind sie eine saubere und günstige Alternative zum echten Kamin - Wärme von rund zwei Kilowatt Heizleistung und gemütliches Kaminfeuer gibt es für 50 Euro aufwärts und es ist noch nicht einmal ein Schornstein nötig. Und genau da liegt das Problem, so Verbraucherschützer und Warentester. Wer nämlich nicht regelmäßig lüftet, riskiert, dass der Sauerstoffgehalt im Raum bedrohlich absinkt. "Doch selbst zertifizierte Kamine bergen kaum kalkulierbare Risiken. Die Norm fordert weder einen Luftsensor, der vor sinkendem Sauerstoffanteil in der Luft warnt, noch einen Kippsensor, der ab einem bestimmten Winkel des Kamins die Brennstoffversorgung kappt", moniert die Stiftung Warentest.

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"So lange die Dinger keine Abgase nach draußen leiten, hat sich daran nichts geändert", bestätigt auch Udo Peters, Energieberater der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Da reichen die Warnhinweise, dass man Lüften soll." Die Verantwortung liegt also ausschließlich beim Verbraucher. Trotzdem erfreuen sich die Öfen gerade zur Weihnachtszeit einer wachsenden Beliebtheit. Doch diese Deko kann sehr gefährlich werden - auch wenn der Besitzer ordentlich lüftet. Immer wieder gibt es Berichte von Bedienfehlern, die zu schweren Verletzungen bei den Besitzern der Ethanolkamine geführt haben. So gab es Verbrennungen durch Verpuffungen beim Befüllen des noch warmen Ofens, Scheiben sind zersprungen oder die Plastikdübel geschmolzen, so dass gleich der gesamte Dekokamin umstürzte - und mit ihm das brennende Bioethanol. Der Brennstoff selber kann seinem Besitzer auch um die Ohren fliegen, wenn dieser alles richtig macht. "Gefahr birgt die Brennstofflagerung. Im Internet können sogar 10-Liter-Kanister Ethanol bestellt werden. In der Wohnung sollte man jedoch maximal einen Liter der brennbaren Flüssigkeit lagern", warnt die Stiftung Warentest. Energieberater Peters geht noch etwas weiter. Sein Fazit: "Bloß die Finger davon lassen."

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