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Online-Angreifer Die bedrohtesten Händler Deutschlands

Online-Angreifern wie Amazon und Zalando haben Deutschlands Einzelhändler wenig entgegenzusetzen. Eine Exklusivstudie zeigt, wo die Wucht der Veränderungen am stärksten ist und wen die Abwanderung der Kunden am härtesten trifft.

Diese Unternehmen sind in Gefahr
Bedrohte C&A-Filiale Quelle: REUTERS
Logo und Schriftzug von Quick Schuh Quelle: PR
Reno-Filiale Quelle: Gemeinfrei
Bedrohte Runners Point Filiale Quelle: AP
Bedrohte P&C Filiale Quelle: dpa
Bedrohte Saturn Filiale Quelle: REUTERS
Bedrohte NKD Filiale Quelle: PR

Der Abschied klingt nach Abrechnung: „Wir sind es satt!“, steht in roten Lettern auf einem Zettel im Schaufenster des Krefelder Foto-Geschäfts von Dagmar und Wolfgang Lennertz. Sie seien es leid, sich von Kunden Preisvergleiche mit Online-Händlern vorhalten zu lassen und immer noch „billiger sein zu müssen“, schreiben die Inhaber. Nach 25 Jahren werden sie Ende April schließen.

Im Schaufenster des Münchner Surf- und Skateboardshops Boarders hängt eine ganz ähnliche Mitteilung: Es sei üblich geworden, sich im Laden ausführlich beraten zu lassen und „dann seine Kaufentscheidung abends im Internet“ zu fällen. „So kann kein Shop überleben“, schreibt der Betreiber. Ende April wird auch er sein Geschäft räumen.

Geschäftsaufgaben, weil Kunden lieber online ordern. Längst sind nicht mehr nur die kleinen, inhabergeführten Läden betroffen. Auch Branchenschwergewichte spüren, wie sich der Markt dreht und Umsätze wegfließen aus den Geschäften vor Ort, rein ins Netz. Der Augsburger Buchhändler Weltbild meldete im Januar Insolvenz an – vor allem, weil die Kundschaft lieber bei Amazon shoppt. Und die Hagener Handels-Holding Douglas begründete jüngst Stellenstreichungen in der Zentrale mit „der zunehmenden Digitalisierung und einem sich wandelnden Kundenverhalten“.

Die besten deutschen Online-Shops
Qualität von OnlineshopsIn Zusammenarbeit mit dotSource hat das ECC Köln Kunden von 77 Online-Shops aus sieben unterschiedlichen Branchen nach ihrer Zufriedenheit befragt. Bewertung: Die in Klammern angegeben Punktzahl zeigt an, welchen Online-Shop-Index ein Shop erreicht hat. In die Berechnung des Online-Shop-Index fließen die Zufriedenheit der Kunden mit den in der ECC-Erfolgsfaktorenstudie untersuchten Einzelkriterien sowie die Kundenbindung ein. Ein Wert von 100 Punkten entspricht der maximalen Zufriedenheit und Kundenbindung. Das Ranking erhebt nicht den Anspruch zu beurteilen, dass ein Online-Shop allgemein besser ist als ein anderer. Es besagt, welche Online-Shops es besser schaffen als andere, ihre eigenen Kunden zufriedenzustellen. Die vollständige Studie finden Sie kostenpflichtig hier. Quelle: dpa Picture-Alliance
Rang 10: Deichmann (74,9 Punkte) Quelle: dpa Picture-Alliance
Rang 9: Hugo Boss (75,2 Punkte)Als zweiter Modeanbieter hat es Hugo Boss unter die Spitzenreiter geschafft. Die Befragten waren von den Zusatzinformationen zu Produkten sowie von den Kaufempfehlungen besonders angetan. Quelle: dpa
Rang 8: s.Oliver (75,2 Punkte) Quelle: dpa Picture-Alliance
Rang 7: Ernsting’s Family (75,4 Punkte) Quelle: PR
Rang 6: myTime.de (75,4 Punkte)       Quelle: PR
Rang 5: zooplus (76,2 Punkte) Quelle: Screenshot

Brandbriefe, Pleiten, Entlassungen – schon heute herrscht Alarmstimmung im Einzelhandel. In den kommenden Jahren könnte sich die Lage weiter verschärfen, werden Online-Angreifer die Handelslandschaft neu sortieren. Doch wo wird die Wucht der Veränderungen am stärksten zu spüren sein, welche Unternehmen trifft die Abwanderung der Kunden am härtesten, mit welchen Konzepten lässt sich der Online-Angriff womöglich parieren?

Die Handelsspezialisten Timo Renz und Johannes Berentzen von der Münchner Beratung Dr. Wieselhuber & Partner haben gemeinsam mit dem Marktforscher Facit Research konkrete Antworten auf die Existenzfragen der Branche gefunden. Auf Basis einer repräsentativen Befragung von insgesamt mehr als 8000 Kunden haben die Berater herausgefiltert, wo der Handlungsdruck am größten ist.

Das Resultat ist eine rote Liste des deutschen Handels, ein Katalog von 50 Unternehmen, die ob der Schnelligkeit und Tiefe der Veränderungen letztlich sogar in ihrer Substanz bedroht sein könnten.

Die Aufstellung, über die die WirtschaftsWoche exklusiv berichtet, liest sich wie das Mieterverzeichnis einer typischen deutschen Fußgängerzone: Prominente Mode- und Sporthändler wie Wöhrl und Intersport finden sich ebenso auf der Liste wie bekannte Elektronikketten à la Expert oder ElectronicPartner.

Eng wird es laut Studie aber auch für Spielzeuggeschäfte von Vedes und Toys"R"Us sowie etliche Möbelhäuser und Buchhändler. Für betroffene Unternehmen „stellt der Umbruch ein substanzielles Geschäftsrisiko dar“, warnt Wieselhuber-Partner Renz. „Wer seine Hausaufgaben nicht macht, wird auf der Strecke bleiben“, ergänzt Studien-Co-Autor Berentzen.

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