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Online-Angreifer Die bedrohtesten Händler Deutschlands

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Kill-Thrill-Wertung

Die zehn größten Onlinehändler
Die zehn größten Onlinehändler
Rang 10: Notebooksbilliger.de
Rang 9: Baur
Rang 8: Bonprix
Rang 7: Weltbild
Rang 6: Thomann
Rang 5: Neckermann

Der Grad der Bedrohung hängt laut den Experten im Wesentlichen von zwei Kriterien ab. Zum einen entscheidet die Sortimentsstruktur. Für die Studie wurde deshalb im ersten Schritt das Shopping- und Informationsverhalten der Kunden unter die Lupe genommen.

Ergebnis: Bücher und DVDs, Elektronikartikel und Spielzeug gehören beim Online-Einkauf erwartungsgemäß zu den Bestsellern, während die Bereitschaft, Brot und Butter via Web zu ordern, überschaubar bleibt. Entsprechend stehen Supermärkte und Lebensmitteldiscounter von vornherein weniger stark im Feuer als die Non-Food-Anbieter, die mit dem Verkauf von PCs, Puppen oder Pumps ihr Geld verdienen.

Wie stark der digitale Umbruch auf eine Marke durchschlägt, hängt zum anderen von der aktuellen Online-Leistung eines Händlers ab. Auch dazu wurden die Teilnehmer der Studie befragt. Zusätzlich haben Experten von Facit die Homepages der Händler, ihre E-Commerce- und Smartphone-Angebote, das Online-Marketing sowie den Auftritt in sozialen Netzwerken wie Facebook bewertet.

Aus der Online-Relevanz des Sortiments und der aktuellen Web-Performance haben die Berater dann für jedes Unternehmen den individuellen Grad der Bedrohung ermittelt auf einer Skala von 1 für „keine Gefahr“ bis 100 für „extremes Risiko“.

Deutschlands beste Onlinehändler
Platz 10: Shop-ApothekeMit 74,5 von 100 möglichen Punkten schafft es Shop-Apotheke knapp unter die zehn besten deutschen Online-Shopts. In die Platzierung fließt die Bewertung von Versand und Lieferung, Benutzerfreundlichkeit, Sortiment, Service, Preis-Leistungsverhältnis, Websitegestaltung und Bezahlweise mit ein. Quelle: Studie des Instituts für Handelsforschung "Erfolgsfaktoren im E-Commerce - Deutschlands Top Online-Shops". 11 Branchen und insgesamt die 100 umsatzstärkten Online-Händler wurden untersucht. In der Erhebung wurden mehr als 10.000 Konsumenten ab 16 Jahren in Deutschland befragt. Quelle: Screenshot
Platz 9: Gerry WeberDas Modelabel erreicht 74,6 Punkte. Innerhalb der Top Ten entscheiden zum Teil Zehntel über den Rang. Nur drei der zehn besten Online-Shops des letzten Jahres können sich behaupten und schaffen es auch 2013 wieder auf die vorderen Plätze. Quelle: Screenshot
Platz 8: Medpex74,8 Punkte erreicht die zweite Versandapotheke unter den Top Ten. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln bemerkt: "Was früher echte Begeisterungsfaktoren waren, sind heute schon Basisfaktoren, mit denen sich kaum ein Shop mehr von der Konkurrenz abheben kann." Die Konkurrenz ist hart der Markt extrem dynamisch. Quelle: Screenshot
Platz 7: Hugo BossDie Deutschen lieben es Mode über das Internet zu bestellen. Hugo Boss scheint bei der Gestaltung seines Online-Shops vieles richtig gemacht zu haben. Endergebnis: 74,8 Punkte. Quelle: Screenshot
Platz 6: EspritDie Modemarke erreicht 74,9 Punkte und schafft damit den Sprung in die Top Ten problemlos. Im Vorjahr war sie noch nicht dabei. Shops aus der Modebranche schafften es in diesem Jahr besonders häufig unter die besten zehn. Quelle: Screenshot
Platz 5: BurberryUnd noch ein Anbieter von Markenkleidung. Der Burberry-Shop gefällt den Nutzern noch besser als Esprit oder Gerry Weber. 75,1 Punkte erreicht der deutsche Ableger der britischen Kultmarke. Quelle: Screenshot
Patz 4: JavariDas Modeportal bietet vor allem Schuhe und Handtaschen und ist in diesem Jahr ebenfalls zum ersten Mal unter den Top Ten zu finden. Javari ist eine Amazon-Tochter und soll hierzulande gegen Zalando antreten. Den Befragten scheint es zu überzeugen. Zalando schafft es in der Auswertung nach Einzelbranchen nur auf den zweiten Platz. Javari gelingt mit 75,2 Punkten der Sprung auf Platz vier des Gesamtrankings. Quelle: Screenshot

In den Chefetagen der potenziellen Online-Opfer dürfte das Ranking auf wenig Zuspruch stoßen. Ausgerechnet die Vertreter von Unternehmen, die auf einen hohen „Kill-Thrill“-Wert kommen, nach Ansicht der Experten also massiv bedroht sind, attestieren sich selbst, gut gerüstet zu sein.

Beispiel Vedes: Seit 110 Jahren verzücken Läden, die der Vereinigung Deutscher Spielwarenfachhändler angehören, ihre Kundschaft gern mit Bällen und Bären. In grauer Vorzeit scheint auch das Vedes-Online-Portal programmiert worden zu sein. Wuselige Schiebeleisten und reichlich Text machen den Einkauf zum Puzzlespiel. „Der Online-Kanal kann niemals die Emotionen, das Einkaufserlebnis und die Serviceleistungen eines stationären Spielwarenfachgeschäfts bieten“, sagt denn auch Vedes-Marketingleiter Stephan Bercher. Zumindest für den Vedes-Shop stimmt das.

Beispiel ElectronicPartner (EP): Die Verbundgruppe, unter deren Logo rund 700 Elektronikhändler gegen Rivalen wie Amazon antreten, leistet sich den Luxus, im Jahr 2014 auf einen Online-Shop zu verzichten. Im Bedrohungs-Ranking landet EP auf Platz elf, die zur Gruppe gehörenden Medimax-Filialen belegt Platz zwei.

EP-Vorstand Friedrich Sobol verteidigt die E-Commerce-Abstinenz: „Unsere Aufgabe ist es, den Kunden, die überwiegend stationär kaufen, das bestmögliche Angebot zu machen.“ Sorge, dass die Schar der Shoppingnostalgiker schwindet, teilt die EP-Spitze offenkundig nicht. Das stationäre Angebot solle nur „schrittweise“ ins Internet „verlängert“ werden. Immerhin: EP hält eine Minderheitsbeteiligung am Online-Händler Notebooksbilliger.de

Beispiel Intersport: „Das Geschäftsmodell sei „in keinster Weise akut bedroht beziehungsweise am Wanken“, heißt es bei dem Zusammenschluss von Sportfachhändlern. Die Sportformation kann auf einen eigenen Online-Shop verweisen, der auch die wesentlichen Zusatzfunktionen erfüllt wie etwa Retouren beim Händler oder Reservierungen im Laden. Doch das sind Standards. Und der Wettbewerb sprintet in Sachen Online-Marketing und Mobile-Lösungen davon.

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