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Online-Design-Shop Fab - wie Ikea auf Speed

Braucht man einen Dosierspender für Zahnpastatuben? Nein. Genau das qualifiziert das Produkt für den Internet-Händler Fab. Mit seinem skurrilen Mix aus Nippes, Mode und Möbeln punktet Fab bei Designfans – auch in Deutschland.

Modisches Investment - Fab-Gründer Goldberg will die Europa-Expansion vorantreiben Quelle: Presse

Die Frage nach dem „Warum“ verbietet sich vor dem Einkauf im Online-Shop Fab.com. Die Frage müsse lauten: „Warum nicht?“, lautet das Credo von Gründer Jason Goldberg. Wer die Internet-Seite ansteuert, versteht, was er meint: Mal wird ein Fahrradhelm aus Krokoleder angeboten, mal T-Shirts mit dreidimensional wirkenden Katzenkopf-Aufdrucken und Stövchen in Brennholz-Optik. „Solange es fab ist, verkaufen wir es“, beschreibt Goldberg den Ansatz seines so skurrilen wie erfolgreichen Online-Designshops.

Kunst und Krempel - Der Fahrrad-Helm ist für 99 Euro zu haben (zum Vergrößern bitte Bild anklicken) Quelle: Presse

Der eigenwillige Krimskramsmarkt gilt als Überflieger-Startup: US-Risikokapitalgeber haben rund 171 Millionen Dollar in das zwei Jahre alte Unternehmen gepumpt, das 2012 „weit mehr“ als 100 Millionen Euro umgesetzt hat.

Ehrgeizige Ziele

Nun will Geschäftsführer Goldberg vor allem in Europa wachsen. Deutschland ist hier der wichtigste Markt: Die deutsche Fab-Site bringt ein Fünftel des Gesamtumsatzes. In Europa soll sich der Umsatz von mehr als 20 Millionen Euro 2013 verfünffachen. Das sei ehrgeizig, räumt Goldberg ein, „aber das haben wir in den USA auch geschafft“. In Deutschland zählt Fab mittlerweile knapp zwei Millionen Kunden.

Deutschlands beste Onlinehändler
Platz 10: Shop-ApothekeMit 74,5 von 100 möglichen Punkten schafft es Shop-Apotheke knapp unter die zehn besten deutschen Online-Shopts. In die Platzierung fließt die Bewertung von Versand und Lieferung, Benutzerfreundlichkeit, Sortiment, Service, Preis-Leistungsverhältnis, Websitegestaltung und Bezahlweise mit ein. Quelle: Studie des Instituts für Handelsforschung "Erfolgsfaktoren im E-Commerce - Deutschlands Top Online-Shops". 11 Branchen und insgesamt die 100 umsatzstärkten Online-Händler wurden untersucht. In der Erhebung wurden mehr als 10.000 Konsumenten ab 16 Jahren in Deutschland befragt. Quelle: Screenshot
Platz 9: Gerry WeberDas Modelabel erreicht 74,6 Punkte. Innerhalb der Top Ten entscheiden zum Teil Zehntel über den Rang. Nur drei der zehn besten Online-Shops des letzten Jahres können sich behaupten und schaffen es auch 2013 wieder auf die vorderen Plätze. Quelle: Screenshot
Platz 8: Medpex74,8 Punkte erreicht die zweite Versandapotheke unter den Top Ten. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln bemerkt: "Was früher echte Begeisterungsfaktoren waren, sind heute schon Basisfaktoren, mit denen sich kaum ein Shop mehr von der Konkurrenz abheben kann." Die Konkurrenz ist hart der Markt extrem dynamisch. Quelle: Screenshot
Platz 7: Hugo BossDie Deutschen lieben es Mode über das Internet zu bestellen. Hugo Boss scheint bei der Gestaltung seines Online-Shops vieles richtig gemacht zu haben. Endergebnis: 74,8 Punkte. Quelle: Screenshot
Platz 6: EspritDie Modemarke erreicht 74,9 Punkte und schafft damit den Sprung in die Top Ten problemlos. Im Vorjahr war sie noch nicht dabei. Shops aus der Modebranche schafften es in diesem Jahr besonders häufig unter die besten zehn. Quelle: Screenshot
Platz 5: BurberryUnd noch ein Anbieter von Markenkleidung. Der Burberry-Shop gefällt den Nutzern noch besser als Esprit oder Gerry Weber. 75,1 Punkte erreicht der deutsche Ableger der britischen Kultmarke. Quelle: Screenshot
Patz 4: JavariDas Modeportal bietet vor allem Schuhe und Handtaschen und ist in diesem Jahr ebenfalls zum ersten Mal unter den Top Ten zu finden. Javari ist eine Amazon-Tochter und soll hierzulande gegen Zalando antreten. Den Befragten scheint es zu überzeugen. Zalando schafft es in der Auswertung nach Einzelbranchen nur auf den zweiten Platz. Javari gelingt mit 75,2 Punkten der Sprung auf Platz vier des Gesamtrankings. Quelle: Screenshot

Anfang 2012 hat Fab in Berlin-Kreuzberg seine Europa-Zentrale eröffnet. In einem alten Backsteinbau arbeiten inzwischen 200 Mitarbeiter daran, die Kundschaft jeden Tag mit zwitschernden Rauchmeldern in Spatzenform (49,90 Euro) oder solarbetriebenen, stetig winkenden Queen-Elizabeth-II-Miniaturen (15 Euro) zu versorgen. Fab verkauft Möbel und Poster, Kleidung, Antiquitäten und Spielzeug – alles unter der Überschrift „Everyday Design“.

Der Großteil der angebotenen Produkte stammt von jungen, meist wenig bekannten Designern. Die Stückzahlen sind gering, die Preise relativ hoch, und jedes Produkt ist nur ein paar Tage lang erhältlich. Für den kreativen Nachschub sorgen rund 100 Scouts, die auf Messen und online nach Designstücken abseits der Massenware fahnden. Etwa 90 Prozent des Angebots werden exklusiv bei Fab verkauft.

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