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Online-Handel Luxusfans entdecken das Internet

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Angst vor Betrügern

Die 10 größten Onlinehändler in Deutschland
Apple Quelle: AP
Alternate.de Quelle: Screenshot
Platz 8: Conrad.de Quelle: Screenshot
Tchibo.de Quelle: dpa
Platz 6: Bonprix.de Quelle: Screenshot
Cyberport.de Quelle: Screenshot
Platz 4: Notebooksbilliger.de Quelle: Screenshot

Die Produzenten entdecken das Internet, weil sich die Einkaufsgewohnheiten auch der Luxusfans ändern. „Wir haben es zunehmend mit hybriden Kunden zu tun“, sagt Jürgen Geßler, Chef von Porsche Design. „Der Online-Auftritt hilft dem Geschäft im Laden und umgekehrt.“ Die Gruppe der Kunden, die grundsätzlich nur im Laden kauft oder nur im Internet, wird immer kleiner. „Da kommen Kunden in den Laden, liebäugeln mit einem Produkt, wollen aber noch eine Nacht darüber schlafen“, sagt Geßler. Bestellt werde dann am heimischen Bildschirm. Umgekehrt informieren sich zunehmend mehr Interessenten erst im Internet und kaufen anschließend im Laden.

Verkaufstrend Multi-Channel

Über 90 Prozent der Verbraucher wollen sich bei der Wahl zwischen Netz und Laden nicht festlegen. „Es gibt keine Kannibalisierung, beide Kanäle fördern einander“, sagt Thomas Schnädter, Deutschland-Chef des Hamburger Schreibgeräteherstellers Montblanc, der zu Richemont gehört.

Offenbar spielt die Höhe der Ausgaben nur eine geringe Rolle bei der Entscheidung zwischen Laden und Monitor. Zwar führen Waren wie Parfüms, die eher zum erschwinglichen Luxus gehören, die Hitliste der online erworbenen Produkte an. Direkt dahinter folgen aber schon Mode, Accessoires und Uhren, also Waren, für die der Käufer mehr berappen muss. „Dass ein Kunde eine Uhr für 4500 Euro per Internet bestellt, ist nicht ungewöhnlich“, sagt Porsche-Design-Chef Geßler.

Warum die Deutschen Online-Shopper sind

Dennoch verzichtet gut ein Drittel der Luxusanbieter auf den Internet-Verkauf. Einer davon ist Georg Wellendorff vom Pforzheimer Schmuckhersteller Wellendorff. „Der Erwerb eines wertvollen Colliers oder eines Rings braucht eine persönliche Beratung, damit die Kundin das besondere Tragegefühl spürt“, sagt Wellendorff, der das Unternehmen mit seinem Bruder und dem Vater führt. „Die Dame, die beschenkt wird oder die sich mit dem Kauf für eine Leistung im Beruf belohnt, wird in diesem Moment zu einer Prinzessin, und dieser Zauber fehlt beim einfachen Klick.“

Handel



Doch nicht alle Internet-Abstinenzler in der Luxusbranche sehen in ihrem Verzicht ein kategorisches Nein. Für sie spielt auch die Angst vor Betrügern eine wichtige Rolle. „Unsere Handtaschen kosten meist zwischen 5000 und 20.000 Euro, und solange das Internet die Bonität des Interessenten nicht sicher belegen kann, bleiben wir vorsichtig“, sagt Andreas Mann, Geschäftsführer des Edeltaschenbauers Comtesse aus Obertshausen nahe der Ledermetropole Offenbach. Auch Mann glaubt an die Bedeutung von Emotionen und haptischem Erleben beim Erwerb.

Trotzdem ist es für den Comtesse-Geschäftsführer nur eine Frage der Zeit, bis auch er seine Taschen über das Internet verkauft. „Der Rückgang des Fachhandels fordert geradezu das Internet“, sagt Mann. Gerade für Marken, die nicht wie die großen Luxuskonzerne ein dichtes Netz eigener Boutiquen besäßen, sei das Internet ein Segen.

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