Online-Versand Amazon stellt Lieferservice Flex ein

Das Online-Versandhaus setzt in Deutschland nicht mehr auf Privatleute als Paketboten. Amazon bietet ein anderes Liefermodell als Alternative.

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Amazon stoppt das Lieferprogramm Flex: Privatpersonen liefern nicht mehr Pakete für das Versandunternehmen. Quelle: imago images/Eibner

Amazon stellt seinen Lieferdienst Flex in Deutschland ein. Das hat ein Sprecher des in Seattle ansässigen Unternehmens mitgeteilt. „Wir evaluieren regelmäßig unsere verschiedenen Programme und haben die schwierige Entscheidung getroffen, das Amazon Flex-Programm in Deutschland einzustellen“, schreibt er in einer Erklärung per E-Mail.

Das Flex-Programm startete 2015 in den USA und zwei Jahre später auch in Deutschland. Privatleute erhalten so Geld, wenn sie Pakete mit ihren eigenen Fahrzeugen von Amazon-Lagern zu Kunden nach Hause bringen. Amazon wollte sich nicht dazu äußern, warum der Service in Deutschland nicht weiter angeboten wird. Deutschland ist der zweitgrößten Markt für das Unternehmen nach den USA.

Neben dem Flex-Programm hat das Unternehmen in den letzten Jahren ein weiteres Liefermodell aufgebaut. Kleine Start-ups, die Amazon verpflichtet sind und die das Unternehmen Delivery Service Partner (DSP) nennt, sollen bei der Auslieferung helfen.

Amazon bietet einigen Flex-Fahrern nun eine einmalige Zahlung in Höhe von etwa eines Monatslohnes an, wie aus von Bloomberg eingesehenen Mitteilungen hervorgeht. Das Unternehmen ermutigt sie auch, sich einem der vielen deutschen DSPs anzuschließen. Dieses Netzwerk sei in der Lage, den „sehr kleinen Teil der Lieferungen“ zu übernehmen, die bislang durch Amazon Flex ausgeliefert wurden, und gleichzeitig die Lieferzusagen einzuhalten, sagte das Unternehmen am Dienstag.

Nach Angaben des Logistik-Beratungsunternehmens MWPVL verfügt Amazon über 67 Lieferstationen in Deutschland. Zu Beginn der Pandemie gab es zehn solcher Einrichtungen, die in der Regel jeweils von mehreren DSPs bedient werden.

Das Unternehmen hate seine Lagerkapazität während der Pandemie verdoppelt, als die Angst vor dem Coronavirus und das hohe Bestellaufkommen während der Lockdowns die Nachfrage in die Höhe trieben. Nun versucht Amazon, einige Flächen unterzuvermieten. Der Umsatz von Amazon in Deutschland belief sich im Jahr 2021 auf 37 Milliarden Dollar (34,6 Milliarden Euro), das ist ein Anstieg um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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