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Onlinehändler Lesara Erste Investoren signalisieren Interesse

Modehändler Lesara ist in finanzielle Nöte geraten. Quelle: Presse

Lesara-Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff erhöht das Tempo beim Verkauf des Onlinehändlers. Das Schnäppchenportal soll bis Ende Januar einen Investor an Bord haben.

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Die „Tunika mit Schmetterlingsprint“ aus „zartfließender Viskose“ gibt’s für 14,99 Euro. Die „Holzarmbanduhr mit Quarzuhrwerk“ wird für 32,99 Euro feilgeboten. Und der „Playboy Tanga Kim“ kostet 24,99 Euro. An sämtlichen Artikeln sind alte Preise durchgestrichen, darunter prangt der neue Tarif nebst eines angeblichen Sparversprechens in Prozent. Die Botschaft ist klar: Alles muss raus. Das gilt nicht nur für die Ware, sondern inzwischen auch für den kompletten Onlineshop.

Im November hat der Berliner Internet-Billigheimer Lesara einen Insolvenzantrag gestellt – nun sucht das Unternehmen unter Hochdruck neue Investoren. „Wir brauchen jetzt schnell eine Lösung“, sagte Christian Graf Brockdorff, der vorläufige Insolvenzverwalter des Unternehmens, der WirtschaftsWoche. „Das Ziel ist es, bis Ende Januar einen Investor im Boot zu haben.“

Der Verkaufsprozess wird dabei von der Potsdamer Beratungsgesellschaft Centuros koordiniert. Neben von Brockdorff sind mit Tillman de Vries und Thorsten Petersen zudem zwei erfahrene Restrukturierer der Insolvenzkanzlei Kübler involviert. Sie sollten Lesara ursprünglich im Rahmen eines Eigenverwaltungsverfahrens sanieren. Doch knapp zwei Wochen nach Antragstellung wechselte Lesara in ein klassisches Insolvenzverfahren. Graf Brockdorff wurde vom vorläufigen Sachwalter zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Die Kübler-Experten blieben als Berater an Bord, auch Lesara-Gründer und Chef Roman Kirsch ist weiter im Einsatz beim Schnäppchenportal. „Die Eigenverwaltung wurde vor allem beendet, um dem zeitlichen Druck in dem Verfahren zu begegnen“, erklärt Graf Brockdorff und fügt an: „Zudem schafft die Verfahrensart Klarheit über die Rollenverteilung und bei einzelnen Geschäftspartnern häufig auch mehr Vertrauen.“

Nun herrscht bei Lesara offenbar Klarheit über die Kommandostruktur. Der Geschäftsbetrieb konnte stabilisiert werden, Flugzeuge mit Ware würden in China wieder beladen und der Logistikdienstleister DHL führe die Verträge weiter, sagt der Insolvenzverwalter. Auch die Stimmung sei gut. „Nach der Bestellflut am Black Friday gab es sogar eine kleine Party, um den Mitarbeitern für ihren Einsatz zu danken“, sagt Graf Brockdorff.

Ob es eine Fortsetzung der Party gibt, soll sich in den nächsten Wochen entscheiden. „Aktuell haben bereits rund zehn Investoren Interesse signalisiert, darunter Wettbewerber, Finanzinvestoren sowie Interessenten aus dem bestehenden Gesellschafterkreis von Lesara“, so Graf Brockdorff. „Ich bin daher optimistisch, dass eine Rettung gelingt.“

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