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Optiker Brillenhersteller und Optiker erwarten steigende Nachfrage

Die deutsche Gesellschaft altert, für Augenoptiker bedeutet das noch mehr Kunden. Das Geschäft läuft gut, vor allem für die Filialketten.

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Optiker und Brillenhersteller profitieren von einer gestiegenen Nachfrage. Quelle: dpa

München Die Deutschen geben mehr Geld für Brillen aus und lassen so das Geschäft der Augenoptiker wachsen. Deren Umsatz stieg im vergangenen Jahr um gut zwei Prozent auf rund 6 Milliarden Euro, wie Verbandspräsident Thomas Truckenbrod am Freitag auf der internationalen Opti-Messe in München sagte. Und die Aussichten für das laufende Jahr seien „hoffnungsvoll“.

Die alternde Generation der Babyboomer spielt der Branche mit 65.000 Beschäftigten in Deutschland in die Karten. Aber auch bei den jungen Erwachsenen habe die Fehlsichtigkeit stark zugenommen, berichtete Josef May, Chef des Augenoptik-Industrieverbandes Spectaris.

Rund 12,5 Millionen Brillen haben die Deutschen im vergangenen Jahr gekauft. Fielmann, Apollo und acht weitere große Filialketten machen schon rund die Hälfte des Geschäfts. Die umsatzstarken seien weiter gewachsen, die kleineren „wiesen eher Einbußen auf“, sagte Truckenbrod. Sie könnten sich aber Nischen suchen, sich spezialisieren und so ganz gut bestehen.

Der Brillenkauf übers Internet spiele keine größere Rolle. Es gebe aktuell eher „eine Rückbesinnung zum stationären Handel“, sagte Truckenbrod. „Die Onliner gehen offline und eröffnen Läden“, weil die Kunden persönlich beraten werden und die Brille probieren wollten.

Die deutsche Augenoptik-Industrie mit Herstellern wie Zeiss, Rodenstock oder Eschenbach ist 2018 im Inland ebenfalls um gut zwei Prozent gewachsen - aber der Export, der die Hälfte der Geschäfte ausmacht, ist geschrumpft.

Die Ausfuhren in die USA und nach Großbritannien - neben Frankreich größte Auslandsmärkte - brachen um mehr als 20 Prozent ein. Wie Industrieverbandschef May sagte, blieb für die Branche in der Summe damit nur ein winziger nominaler Umsatzzuwachs von einem halben Prozent auf 4,46 Milliarden Euro.

Im laufenden Jahr rechnet die Industrie mit einem Plus von zwei Prozent. Die Inlandsnachfrage werde noch stärker wachsen, beim Export dürfte der weitere Rückgang in Großbritannien von Zuwächsen in Osteuropa und Asien ausgeglichen werden. Bei der Beschäftigung kommt der Wachstumstrend allerdings nicht an. Seit 2012 sank die Zahl der Mitarbeiter in der Augenoptik-Industrie um vier Prozent auf 20.500. 2019 dürfte sie um weitere 0,5 Prozent sinken, sagte May.

Die Fachmesse Opti 2019 findet von Freitag bis Sonntag in München statt. 630 Firmen zeigen dort ihre Kollektionen und Neuheiten - darunter Brillenfassungen aus purem Gold, aus veganem, biologisch abbaubarem Material oder Rahmenlose. Im Trend seien Glas mit Facettenschliff oder getönten Kanten, sechs- oder achteckig. Bei vielen Brillen gehe es luftig zu, mit Aussparungen zwischen Rahmen und Gläsern, in Rahmen und Bügeln. Es gebe „ausdrucksstarke Muster. Wild, grafisch, blumig, mal im Farbenrausch, mal im Ombré- oder Camouflage-Look.“

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