Pampers, Ariel, Wagner Pizza Aldi holt sich neue Markenprodukte ins Haus

Der Billigprimus setzt seine Markenoffensive fort: Pampers-Windeln, Ariel-Waschmittel und Wagner Pizza sollen künftig die Regale von Aldi Nord zieren. Startet damit eine neue Runde im Preiskampf?

Aldi plant den nächsten Markencoup und will offenbar die Zusammenarbeit mit den Konsumgüterriesen Procter & Gamble und Nestlé ausbauen. Quelle: dpa

Aldi plant den nächsten Markencoup und will die Zusammenarbeit mit den Konsumgüterriesen Procter & Gamble und Nestlé ausbauen, berichtet die „Lebensmittelzeitung“. So würden in den Filialen von Aldi Nord bald prominente Neuzugänge die Regale zieren, darunter Pampers-Windeln, Ariel-Waschmittel, Wagner Pizza und die Shampoo-Marke Head & Shoulders. Laut „Lebensmittelzeitung“ nimmt der Discounter damit vor allem jüngere Zielgruppen ins Visier.

In der Branche war zuvor bereits gerätselt worden, mit welchen Promi-Produkten der Discounter Anfang 2016 vorpreschen würde. Dass Aldi neue Marken einlisten würde, stand für Beobachter hingegen schon seit längerem fest. Schließlich baut Aldi bereits seit mehr als drei Jahren sein Markensortiment systematisch aus.

Den Anfang machte 2012 die Einlistung von Coca-Cola. Seither fanden bei Aldi Süd auch Krombacher-Bier, Lenor-Waschmittel , o.b.-Tampons und mehr als 70 weitere Promi-Produkte Eingang ins Sortiment. Im Norden sind es bisher rund 50 Artikel, darunter etwa die Chipsmarke Funny Frisch.

So sieht der Edel-Aldi aus
Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Eingangsbereich Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Kaffeeautomat bei Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Aldi-Markt Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Weinregal bei Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Backwaren Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche
Snackregal bei Aldi Quelle: Bernhard Haselbeck für WirtschaftsWoche

„Aldi versucht die Markenikonen zu identifizieren, für die die Kunden eigens ein Geschäft aufsuchen oder es wieder verlassen, wenn das Produkt nicht vorrätig ist“, umschrieb der frühere Aldi-Topmanager Johann Mörwald schon Anfang Januar gegenüber der WirtschaftsWoche den Kurswechsel, der die gesamte Branche in Alarmstimmung versetzt.

In der Lebensmittelzunft gilt Aldi nach wie vor als Maß aller Dinge, was die Preise betrifft. Senkt der Billigheimer den Preis für Nudeln, ziehen die Wettbewerber zähneknirschend nach. Erhöht Aldi die Buttertarife, atmet die Konkurrenz auf und schlägt selbst zu.

In der Vergangenheit blieb Aldis Preisführerschaft jedoch ausschließlich auf Aldi-Eigenmarken beschränkt. Im Zuge der Markenoffensive weiten sich Aldis Ansprüche jedoch aus – zum Ärger der Konkurrenz, die ihrerseits den Rotstift zücken muss. Regelmäßig sorgen Einlistungen neuer Marken bei Aldi daher für hektische Preisanpassungen der Konkurrenz. Bestes Beispiel: Red Bull.

Vor einem Jahr verkaufte der Aldi-Rivale Lidl die 0,25 Liter Dose des Energydrinks für 1,49 Euro. Als Aldi zum gleichen Preis eine 0,33-Liter-Dose in die Regale stellte, brach ein Brausekrieg los. Lidl senkte den Preis auf 1,12 Euro und unterbot damit – umgerechnet auf die gleiche Menge – den Aldi-Preis. Wettbewerber wie Penny und Real befeuerten mit zeitlich befristeten Aktionsangeboten den Abwärtsdruck. Inzwischen gibt es das Kultgesöff mit preisbelebender Wirkung teils für 0,95 Euro, ein Drittel weniger als Anfang 2015.

Warum Aldi billig ist

Für Aldi lohnt sich der Vorstoß offenbar. Die Markenprodukte ziehen neue Kunden in die Läden, die ihre Einkaufswägen dann auch mit margenstarken Verkaufsschlagern befüllen. Gleichwohl ist die Strategie riskant. Die Gefahr, von der Konkurrenz zumindest zeitweise unterboten zu werden und damit das Image als Preisführer aufs Spiel zu setzen, steigt mit jeder Einlistung.

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