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Parfümeriekette Folge der Online-Strategie: Rund 500 Douglas-Filialen vor dem Aus

Douglas hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, das Filialnetz auf den Prüfstand zu stellen. Quelle: dpa

In der Coronakrise schießen die Online-Umsätze von Douglas in die Höhe. Der Digital-Umbau des Konzerns ist ohnehin in vollem Gange. Als Konsequenz sollen nun etwa 500 geschlossen werden.

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Die Parfümeriekette Douglas streicht ihr Filialnetz zusammen, während die Online-Umsätze in der Coronakrise rasant zulegen. Von europaweit 2400 Filialen sollen bis Herbst 2022 insgesamt rund 500 Läden mit rund 2500 Beschäftigten geschlossen werden, der Löwenanteil davon in Südeuropa, teilte der Konzern am Donnerstag mit. In der Bundesrepublik stehen rund 60 von mehr als 430 Geschäften vor dem Aus. Die Folgen der Coronakrise hätten die Pläne zur Schließung von Filialen noch beschleunigt, sagte Douglas-Chefin Tina Müller.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 sorgte die Pandemie für ein gemischtes Bild in den Bilanzen: Das Online-Geschäft florierte, die Filialen verloren dagegen an Umsatz. Insgesamt gingen die Erlöse um 6,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Der operative Ertrag (bereinigtes Ebitda) schrumpfte um 16,7 Prozent auf 292 Millionen Euro. Unter dem Strich fuhr Douglas auch aufgrund von Abschreibungen einen Verlust von rund 517 Millionen Euro ein.

Im reinen Online-Geschäft legte die Kette dagegen deutlich zu und übersprang im Kalenderjahr 2020 erstmals die Hürde von einer Milliarde Euro Umsatz. „Kein anderer europäischer Beauty-Händler hat in diesem Jahr online absolut so stark zugelegt“, sagte Müller - zudem verdiene Douglas hier auch Geld und fahre Margen im zweistelligen Prozent-Bereich ein.

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Douglas hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, das Filialnetz auf den Prüfstand zu stellen. Die Coronapandemie beschleunigte den Wandel, denn sie sorgte dafür, dass noch mehr Kunden in die Online-Shops abwanderten. In vielen Ländern wurden Geschäfte abseits des Lebensmittelhandels zur Eindämmung der Pandemie geschlossen. Vor allem der Mode-Handel steht unter Druck, viele Händler brauchen staatliche Hilfen oder stehen vor dem Aus.

„Douglas wird in absehbarer Zeit mehr Umsatz im Internet erzielen als in den Filialen. Daher drehen wir das Ganze bewusst um und sagen: Douglas ist ein Onlinehändler, der auch ein erfolgreiches stationäres Geschäft hat“, sagte Chefin Tina Müller im November im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Rund 600 der insgesamt 2500 Stellen sollen in Deutschland nun gestrichen werden. Dabei werde es auch betriebsbedingte Kündigungen geben. Der Konzern, der vor einer Refinanzierungsrunde steht, wolle unter anderem durch die Schließungen vom kommenden Geschäftsjahr an einen Ebitda-Beitrag von rund 120 Millionen Euro jährlich heben. Douglas setzte trotz des Online-Wachstums auch in Zukunft auf die stationären Geschäfte, betonte Müller: „Wir glauben an die Filiale.“

Mehr zum Thema: Mit einem Strategie-Upgrade wollen Douglas-Chefin Tina Müller und Digitalexpertin Vanessa Stützle den Coronaverwerfungen trotzen.

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