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Puma-Chef Björn Gulden „Jay-Z hat bestimmt ein paar Tausend Turnschuhe“

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Mit Basketball nach Europa und Hoffnungen auf China

Seine Prominenz dürfte kräftig bei deren Verpflichtung geholfen haben?
Ja klar. Denn wenn ein Jay-Z findet, dass ein Spieler gut passt, dann hat sein Anruf bei ihm eine andere Wirkung, als wenn Björn Gulden anruft. Er hat keine Verhandlungen mit Spielern geführt, aber er hat sie angesprochen und eine Liste aufgestellt. Wir haben tatsächlich keinen Spieler unter Vertrag genommen, den er nicht empfohlen hat. 

Und wenn es mal eng war bei den Gesprächen, schwebte Jay-Z mit dem Puma-Flieger mit der Flugnummer N444SC ein?
Ja, das stimmt, der Puma-Jet ist Teil unseres Marketingplans in den USA, und er steht auch dort. Alle glauben zwar, dass ich damit fliege, aber das stimmt nicht. Ich bin noch nie damit geflogen. Er wird von Jay-Z, unseren Spielern und anderen Partnern genutzt. Er ist nur ein Werkzeug, das wir ihnen zur Verfügung stellen. Und, klar, bei den jungen Spielern kommt das natürlich super an.

Wenn Jay-Z so wichtig für die Marke gerade in den USA ist – was passiert, wenn er sich eines Tages von Puma abwendet?
Die Gefahr gibt es natürlich immer. Aber das Gefühl habe ich ehrlich gesagt nicht. Das hat auch damit zu tun, wie man miteinander umgeht. 

Jay-Z Quelle: REUTERS

Hat der Rapper eigentlich Aktien von Puma?
Ja, Jay-Z hat auch Anteile am Unternehmen gekauft. Damit kommt er zwar nicht auf eine meldepflichtige Größenordnung. Aber es zeigt doch, dass er Spaß daran hat, mit uns zu arbeiten. Schließlich ist er unglaublich sportinteressiert. Und wir arbeiten beide für dieselbe Kundengruppe, das ist sein Lebensinhalt. Wenn er dann mit einer Sportmarke wie unserer kooperieren und direkt Einfluss nehmen kann, warum sollte er damit aufhören? Ich hoffe jedenfalls, er ist für immer unser Partner. 

Allerdings sind die Marktanteile im US-Basketball ziemlich klar verteilt: auf Nike und seine Marke Jordan entfallen gut 90 Prozent. Reicht da wirklich ein Jay-Z, um da eine Rolle zu spielen?
Man darf eines nicht vergessen: Puma war seit 20 Jahren nicht in amerikanischen Sportarten sichtbar, abgesehen von Golf. Wir haben uns deshalb auch kein starres Ziel gesetzt, welchen Marktanteil wir in den USA im Basketball ergattern müssen. Aber allein, dass dort in den Regalen wieder unsere Performance-Sportschuhe stehen und die Marke im Fernsehen und in den Sporthallen bei den NBA-Spielen sichtbar ist, wird dazu führen, dass wir mehr Sportschuhe in allen Sportarten verkaufen.

Sind Sie mit dem Start in den USA eigentlich zufrieden?
Ja, auf jeden Fall. Wir haben ja mit dem Basketball in den USA begonnen, weil für uns klar ist: Wenn es dort funktioniert, klappt es überall. Und für uns war der Start ein großer Erfolg. Nun werden wir unser Basketballgeschäft Stück für Stück ausbauen. 

Was heißt denn das konkret?
In einem ersten Test haben wir über unseren Online-Store auch kleine Mengen der Schuhe in Europa angeboten. Die waren schon nach wenigen Stunden ausverkauft. Deshalb werden wir mit Basketball sicher auch in Europa an den Start gehen. Wir haben bereits Anfragen von verschiedenen Profi-Vereinen, die gern von uns ausgerüstet werden würden.

Das größte Wachstum findet allerdings gerade in Asien statt – hilft Ihnen Basketball da überhaupt weiter? 
Ja, tatsächlich setzen wir große Hoffnungen auch auf China. Wir spüren hier bereits einen Abstrahleffekt aus der NBA. Erst vor kurzem hatten wir Händler aus China zu Gast, und alle wollen unsere Basketball-Schuhe in ihren Läden anbieten. Das geht jetzt voran, wir machen jetzt einen Schritt nach dem anderen.

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