Puma Sportartikelkonzern steigert Umsatz im Quartal

Der Sportartikelhersteller hat seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal steigern können. Das liegt auch an der größten Werbekampagne der Firmengeschichte.

Usain Bolt auf einer Pressekonferenz. Quelle: dpa

Puma kommt immer besser in Tritt. Wie der französische Mutterkonzern Kering am Donnerstagabend mitteilte, steigerte der Sportartikelhersteller seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal auf vergleichbarer Basis um 3,9 Prozent. Die Neuausrichtung von Puma bleibe auf Kurs, erklärte das Kering-Management. Der Adidas-Rivale hat die größte Werbekampagne seiner Firmengeschichte hinter sich und soll so in die Erfolgsspur zurückgebracht werden.

Kerings Luxus-Modemarke Gucci büßte im vergangenen Vierteljahr wie von Analysten erwartet auf vergleichbarer Basis 0,4 Prozent an Umsatz ein. Starke Zuwächse in Westeuropa und Japan konnten einen Einbruch in China nicht ganz wettmachen. Das verschärfte Vorgehen der chinesischen Regierung gegen Korruption schlägt bereits seit längerem massiv auf die Absätze von Luxusgüterherstellern durch.

Die Werbe-Stars der Sportartikel-Hersteller
Nike: LeBron JamesNike hat erstmals in seiner 44-jährigen Firmen-Geschichte einen Athleten auf Lebenszeit unter Vertrag genommen. Wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten, einigte sich der Sportartikelhersteller mit Basketball- Superstar LeBron James von den Cleveland Cavaliers auf eine unbegrenzte Zusammenarbeit.„Wir haben über die vergangenen zwölf Jahre ein starkes LeBron-Business aufgebaut und wir sehen das Potential, dass dies bis an sein Karriere-Ende und darüber hinaus andauert“, teilte Nike mit. Die Firma aus dem US-Bundesstaat Oregon hatte zwischen Februar 2014 und Januar 2015 James-Schuhe im Wert von 340 Millionen Dollar verkauft. Unbekannt ist bislang, wie viel der neue Vertrag dem 30-jährigen Ausnahmespieler einbringt. James hatte bereits als High School- Spieler einen Sieben-Jahres-Kontrakt mit Nike über 93 Millionen Dollar abgeschlossen. 2010 wurde der Vertrag zu höheren Konditionen verlängert. Laut ESPN soll der neue Deal den Zehn-Jahres- Schuh-Kontrakt zwischen Nike und Kevin Durant von den Oklahoma City Thunders über 300 Millionen Dollar deutlich übersteigen. Quelle: AP
Puma: RihannaWenn es darum geht, Frauen als Kundinnen für sich zu gewinnen, stehen alle Sportmarken vor derselben Herausforderung: Nur wenige Sportlerinnen sind weltweit ähnlich berühmt wie Messi oder Cristiano Ronaldo. Darum fahndete Puma lange nach der Superfrau. Jetzt hat der Sportausrüster sie offenbar gefunden: Die Popsängerin Rihanna soll für Puma neue weibliche Kundschaft ködern. Die 26-jährige Sängerin aus Barbados wird im Januar Markenbotschafterin und Chefdesignerin der Frauenfitness-Kollektion.  Die Sängerin mixt R&B mit Elementen aus der karibischen Musik und Dance Pop. Zu Ehren von Rihanna wurde auf Barbados der 21. Februar zum Feiertag erkoren, der sogenannte „Rihanna Day“. Quelle: REUTERS
Puma: MadonnaDer erste weltweite Mega-Star, der maßgeblich daran beteiligt war, die fast untergegangene Sportmarke zu neuem Leben zu erwecken, war Madonna. Die Pop-Ikone aus New York, damals auf dem Höhepunkt ihrer Bekanntheit, ließ sich 2002 das Puma-Modell Mostro besorgen und trug den Treter anschließend ausgiebig über die Bühnen der Welt. Der Schuh ist ein Hybrid, eine Mischung aus einem Sprintspike aus dem Jahr 1968 und einem Surfschuh aus den 80er Jahren. Das schlug ein: der Mostro verkaufte sich in unterschiedlichen Varianten wie geschnitten Brot begründete zusammen mit dem Autorennfahrer-Latschen „Speed Cat“ fast im Alleingang Pumas Comeback – und zugleich die starke Ausrichtung der Marke in Richtung Mode und Design. Quelle: AP
Puma: Jil SanderDoch bevor Puma für Stars wie Madonna akzeptabel wurde, brauchte es den Ritterschlag der „Queen of Less“ – um 1998 herum, heißt es in Franken, sei die Hamburger  Mode-Designerin Jil Sander auf die Sportmarke zugekommen mit der Idee, schicke aber tragbare sportliche Schuhe unter anderem für den Einsatz auf dem Laufsteg zu entwerfen. In der Folge seien Models durch die engen Flure des alten Puma-Hauptquartiers gestöckelt. Ergebnis der Kooperation: Puma und Sander brezelten zwei Klassiker, den Fußballschuh King und den Easy Rider auf und machten sie zu It-Shoes der Fashion-Welt – und Puma zur kommenden Marke. Quelle: dpa
Puma: Philippe StarckNach Sander sammelten die Herzogenauracher eine ganze Phalanx von Designern, die entweder einzelne Modelle entwarfen oder aber mitunter über mehrere Jahre ganze Kollektionen beisteuerten.  Weiter aktuell ist etwa die Kooperation mit dem Modehaus Alexander McQueen, wie Puma unter dem Dach des Luxuskonzerns Kering.  Philippe Starck (rechts im Bild) gestaltete in einer einmaligen Aktion Simpel-Schuhe für Puma. Die Franken arbeiteten aber auch mit dem holländischen Designer Marcel Wanders, dem Japaner Mihara Yasuhiro sowie dem Londoner Hussein Chalayan zusammen. Quelle: dpa
Adidas: Run DMCBereits Ende der 80er Jahre entdeckten die Hip-Hopper von Run DMC, eine der einflussreichsten Bands des Genres überhaupt, die Turnschuhe aus Herzogenaurach für sich. Das Modell Superstar, ursprünglich ein Basketball-Schuh mit einer verstärkten Gummikappe über den Zehen, ist seitdem eng mit Run-DMC aus Queens verbunden, die dem Schuh sogar einen eigenen Song widmeten. Quelle: dpa
Adidas: Pharrell WilliamsNoch ziemlich frisch ist die Kooperation zwischen dem Drei-Streifen-Konzern und dem US-amerikanischen Sänger, Komponisten und Modemacher Pharrell Williams („Happy“). Erst im März verkündete Adidas die Zusammenarbeit mit dem Grammy-Gewinner und oscarnominierten Weltstar. Williams hat sein eigenes Textilunternehmen „Bionic Yarn“, das aus den Weltmeeren geborgenen Plastikmüll zu Garn verarbeitet. Daraus werden Kleider hergestellt. Auch Adidas will in seiner Mode-Linie Originals diese sogenannten bionischen Garne in Williams-Produkten verarbeiten. Erste Ergebnisse der auf mehrere Jahre angelegten Zusammenarbeit sind eine Sweatjacke, die es auch als 1500-Euro-teure Edelversion gibt, und eine neue Version der Stan-Smith-Sneaker in Leder oder in Tennisball-Filz.  Im Rahmen der „Adidas Originals x Pharrell Williams“-Kollektion hat der 41-Jährige schon einmal bei den Stan Smiths Hand angelegt, die statt in weiß einfarbig in Rot, Blau und Schwarz auf den Markt kamen. Quelle: AP
Adidas: Kanye WestDer Sneaker-sammelnde Teil der Menschheit wartet in diesen Tagen gespannt auf das erste Ergebnis der ebenfalls noch frischen Zusammenarbeit zwischen Adidas und dem US-Musiker und Entertainer Kanye West. West, der mehrere Jahre lang für Nike sündhaft teure Treter entwarf, die in kleiner Stückzahl hergestellt schnell zu tausende Dollar teuren Sammlerstücken avancierten, wechselte im vergangenen Jahr das Lager, offenbar auch, weil der exzentrische Künstler die Zusammenarbeit mit Adidas als lukrativer einschätzte. Im Internet kursieren bereits Fotos von den angeblichen „Yeezy 3“ genannten Schuhen, was die Spannung in der Fangemeinde anheizt. Quelle: REUTERS
Adidas: DJ NigoDritter im Bunde der Vorzeigekreativen an der Grenze zwischen Street-Kultur und Sportswear ist der japanische DJ Nigo (links), gleichzeitig Musikproduzent und Designer. Man kennt sich untereinander: Nigo gilt als guter Freund und Geschäftspartner von Pharrell Williams (rechts im Bild). Mit einem Geschenk soll Nigo Pharrell sogar zu seiner berühmten Kopfbedeckung, einer Art Coboy-Hut der englischen Mode-Ikone Vivienne Westwood verholfen haben. Quelle: dpa
Adidas: Stella McCartneySelbst macht sie zwar keine Musik. Aber mit ihrer Mode ist die Tochter von Beatles-Mitgründer Paul selbst längst eine bekannte Größe. Für Adidas entwirft McCartney seit fast zehn Jahren cool designte Sportmode, vom Badeanzug bis zur Laufjacke. Sie bildet damit die Spitze eines ganzen Reigens von Designern, mit denen die Franken mitunter seit Jahren zusammenarbeiten. Mit am längsten währt dabei die Zusammenarbeit mit dem japanischen Avantgardisten Johji Yamamoto. Mit dabei sind auch der US-Designer Rick Owens und der exzentrische Jeremy Scott, der hohe Sportschuhe gern mit Flügeln versieht oder  Plüschtiere aufnäht. Zuletzt kooperierte Adidas im Übrigen mit der britischen Outdoor-Marke Barbour. Quelle: AP

Kering-Finanzdirektor Jean-Marc Duplaix sagte, er könne nicht erkennen, ob der jüngste Börsencrash in der Volksrepublik Auswirkungen auf das eigene Geschäft gehabt habe.

Kering selbst erreichte einen Quartalsumsatz, der nach bereinigter Rechnung um 3,1 Prozent über dem Wert vor Jahresfrist lag. Dazu trug Firmenangaben zufolge auch ein starkes Wachstum der französischen Modemarke Saint Laurent bei.

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