Rene Benko Die Entscheidung über Kaufhof steht kurz bevor

Die Gespräche um den Verkauf von Kaufhof sind weit fortgeschritten, sagte ein Insider der WirtschaftsWoche. Bei den Verhandlungen mit Karstadt-Eigner Benko und Handelskonzern Hudson's Bay zeichnet sich ein Favorit ab.

Quelle: dpa

Im Rennen um die Zukunft des Warenhauskonzerns Kaufhof könnte Insidern zufolge bereits in der kommenden Woche eine Entscheidung fallen.

Zudem zeichnet sich ein Favorit im Bieterrennen zwischen dem Handelskonzern Hudson's Bay und Karstadt-Eigner Rene Benko ab. Nach Informationen der WirtschaftsWoche gibt es innerhalb des Kaufhof-Betriebsrats derzeit starke Vorbehalte gegen die Pläne von Benko für einen Zusammenschluss mit dem angeschlagenen Wettbewerber Karstadt.

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Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen, dass Hudson's Bay nach derzeitigem Verhandlungsstand "die Nase leicht vorn" habe. Es müssten aber noch wichtige Details geklärt werden. Ein Metro-Sprecher wollte die Angaben nicht kommentieren.

Bieterrennen umd Kaufhof

Immobilieninvestor Benko biete rund 2,9 Milliarden Euro für Kaufhof. Die Offerte von Hudson's Bay bewegt sich ebenfalls in dieser Größenordnung. Offiziell bestätigt ist das indes nicht.

Sicher ist hingegen, dass die Metro bereit ist, Kaufhof abzutreten - unter bestimmten Bedingungen: „Neben einem angemessenen Preis und einer soliden Finanzierung“ müsse ein potenzieller Käufer „auch ein schlüssiges Zukunftskonzept vorlegen“, sagte Unternehmens-Chef Olaf Koch der WirtschaftsWoche. Das schließe „eine solide Zukunft“ für die Mitarbeiter ein.

Unter diesen Gesichtspunkten ringen die beiden Kontrahenten derzeit um den Zuschlag. Benkos Holding Signa buhlt mit der Ankündigung einer Job- und Standortgarantie um Kaufhof. Die Offerte umfasse entsprechende Garantien, hatte Karstadt-Chef Stephan Fanderl in einem Interview gesagt. Karstadt und Kaufhof sollten unter eine Führung gestellt, Einsparungen in die Ketten investiert werden.

Arbeitnehmervertretern zufolge herrscht in den Zentralen von Kaufhof und Karstadt aber Nervosität, da eine Zusammenlegung der beiden in Köln und Essen beheimateten Verwaltungen zu erwarten sei. Auch gebe es in der Kaufhof-Belegschaft Vorbehalte, sagte ein anderer Insider - schließlich befänden sich die traditionellen Karstadt-Warenhäuser etwa anders als Kaufhof nicht in der Tarifbindungen und sparen sich so Tariferhöhungen. Bei Karstadt-Arbeitnehmervertretern würden die Pläne des Eigners dagegen eher positiv gesehen.


Hudson's Bay plane im Falle einer Kaufhof-Übernahme ebenfalls keine Stellenstreichungen, hatte es im Umfeld des US-kanadischen Konzerns geheißen. Hudson's Bay wolle in die Warenhäuser und das Online-Geschäft von Kaufhof investieren, hatte ein Insider gesagt. Mit Blick auf Kritik, die Nordamerikaner verstünden den deutschen Markt nicht, hieß es, Hudson's Bay werde das Kaufhof-Management nicht austauschen. Zudem habe der Konzern Kaufhof bereits seit Jahren im Auge und könnte die Kette als Sprungbrett für eine weitere Expansion in Europa nutzen.

Metro-Chef Olaf Koch hatte Kaufhof ins Schaufenster gestellt, weil er für das Warenhaus-Konzept unter dem Dach der Metro keine ausreichenden Expansionschancen sieht. Er will den Konzern auf die Media-Saturn-Elektromärkte und das Geschäft mit den Großmärkten konzentrieren. Kaufhof betreibt knapp 140 Waren- und Sporthäuser in Deutschland und Belgien. Im Geschäftsjahr 2013/14 erzielte die Kette einen Umsatz von rund 3,1 Milliarden Euro. Konkurrent Karstadt betreibt noch gut 80 klassische Warenhäuser.

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