WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Rettung scheitert Alitalia steht vor dem Aus

Seite 2/2

Wie es nun mit Alitalia weitergehen könnte

An den beiden Mailänder Flughäfen Malpensa und Linate war schnell klar, dass die Mehrheit „Nein“ gestimmt hatte, vor allem das Flugpersonal. „Wir haben schon 2014 auf Gehalt verzichtet, es ist schwer, weiter Vertrauen in das Unternehmen zu haben“, erklärte der Langstreckenpilot Stefano Di Cesare der Tageszeitung „Corriere della Sera“ die Stimmung der Mitarbeiter. „Lieber Selbstmord als neue Opfer“, kommentierte die italienische „Huffington Post“ noch in der Nacht.

Jetzt tritt der Verwaltungsrat am Dienstag – einem Feiertag in Italien - zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Gewerkschaften baten noch in der Nacht, neu zu verhandeln. Der offizielle Weg sieht vor, dass jetzt das Unternehmen kommissarisch geleitet wird. Das Industrieministerium muss einen bis drei Kommissare ernennen. Findet sich dann innerhalb der nächsten 15 Tage kein Käufer, wird die Insolvenz erklärt. Das bedeutet den Verkauf von Unternehmensteilen und zwei Jahre Arbeitslosengeld für die Mitarbeiter.

Wo Europas Billigflieger abheben
Ohne Platzierung: München (MUC), Berlin-Tegel (TXL), Stuttgart (STR) Quelle: dpa
Platz 26: Hamburg (HAM) Quelle: AP
Platz 24: Berlin-Schönefeld (SXF) Quelle: dpa
Platz 19: Düsseldorf (DUS) Quelle: dpa
Platz 18: Köln/Bonn (CGN) Quelle: dpa/dpaweb
Platz 5: Manchester (MAN) Quelle: REUTERS
Platz 4: London-Stansted (STN) Quelle: AP

Die Kreditgeber hatten ihre Zusage an ein „Ja“ der Mitarbeiter zum Sanierungsplan geknüpft. Zu den Geldgebern und Aktionären gehört auch die Großbank Unicredit. Deren CEO Jean-Pierre Mustier hatte vor kurzem bei der Hauptversammlung gesagt, Unicredit habe bereits in drei Jahren 500 Millionen Euro an Hilfe für Alitalia verloren und „jetzt können wir nicht mehr verlieren“. Allein im vergangenen Jahr hat Alitalia Verluste in Höhe von 460 Millionen Euro eingefahren. Die Liquidität reicht nur noch bis Ende Mai.

Alitalia steckt seit Jahren in der Krise. Die Fluggesellschaft hat mit Billigfliegern zu kämpfen, die in den vergangenen Jahren massiv auf den italienischen Markt gedrängt sind. Die Übernahme von 49 Prozent der Anteile durch die Airline Etihad aus Abu Dhabi sollte den Neustart bringen. Doch die Beteiligung erwies sich für die Araber als teures Zuschussgeschäft – genau wie ihre Beteiligung an Air Berlin.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%