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Rewe-Chef Alain Caparros Rewe will mit Biomärkten und City-Shops weiter wachsen

Exklusiv

Rewe setzt für weiteres Wachstum auf den Ausbau ihrer Biomärkte und die City-Shops Rewe-ToGo. Auch im Internet will die Supermarktkette weiter investieren.

Einkaufswagen mit rot-weißem REWE-Logo Quelle: dpa

Die Supermarktkette Rewe setzt für weiteres Wachstum auf den Ausbau ihrer Temma-Biomärkte sowie City-Shops für den schnellen Bedarf unter dem Label Rewe-ToGo. „Rewe-ToGo werden wir jetzt deutschlandweit ausrollen. In den kommenden Jahren sehen wir Potenzial für 400 bis 500 solcher Märkte“, kündigte Rewe-Chef Alain Caparros im Interview mit der WirtschaftsWoche an.

Dabei solle auch die Kooperation mit Tankstellen ausgebaut werden. Ein Restaurantkonzept mit dem Namen „Oh Angie!“ werde derzeit getestet.

Diese Händler dominieren den Lebensmittelhandel
Platz 5: MetroMit weitem Abstand auf die vier Großen folgt die Metro-Gruppe, zu der die Real-Märkte gehören. Auch wenn die Gruppe laut Kartellamt den Anschluss an die Spitzengruppe verliert, liegt sie in ihrer Bedeutung weit vor den regionale Ketten wie Kaisers Tengelmann oder Tegut, Coop oder Globus, die jeweils weniger als drei Prozent Anteil am Markt haben. Umsatz: unter 10 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 5-10 Prozent Verkaufsfläche: 2-3 Millionen Quadratmeter Standorte: 300-400 Quelle: dpa
Platz 4: AldiDie Aldi Gruppe ist mit mehr als 4.000 betriebenen Standorten die führende Discounter-Größe in Deutschland. Bei Handelsmarken nimmt das Unternehmen eine herausragende Stellung ein. Hersteller dieser Produkte sind auf das Unternehmen angewiesen. Umsatz: 15-20 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 15-20 Prozent Verkaufsfläche: 3-4 Millionen Quadratmeter Standorte: 4.000-5.000 Quelle: dpa
Platz 3: Rewe/Rewe DortmundZur Gruppe gehört neben den Rewe-Märkten auch der Discounter Penny. Insbesondere bei den Herstellermarken hat Rewe eine starke Position inne. Umsatz: 20-25 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 15-20 Prozent Verkaufsfläche: 4-5 Millionen Quadratmeter Standorte: 6.000-7.000 Quelle: dpa
Platz 2: Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland)Die Schwarz Gruppe besteht aus den beiden Stiftungen Kaufland und Lidl, deren Kapital bei der Dachgesellschaft Schwarz Beteiligung GmbH liegt. Zusammen kommen die beiden Ketten auf ganz erhebliche Marktanteile. Umsatz: 25-30 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 20-25 Prozent Verkaufsfläche: 5-6 Millionen Quadratmeter Standorte: 3.500-4.650 Quelle: dpa
Platz 1: Edeka GruppeObwohl die Umsätze von Edeka vorwiegend von den selbständigen Einzelhändlern erzielt werden und zur Gruppe auch der Filialist Netto Marken-Discount gehört, betrachtet das Kartellamt die Gruppe als Ganzes. Besonders Markenhersteller sind auf Edeka aber auch Rewe und die Schwarz-Gruppe angewiesen. Diese Drei werden vom Kartellamt als „Nadelöhr für die deutschlandweite Verbreitung“ von Marken-Produkten bezeichnet und haben besonders viel Macht. Umsatz: Edeka 30-35 Milliarden Euro Umsatzanteil am Gesamtmarkt: 25-30 Prozent Verkaufsfläche: 9-10 Millionen Quadratmeter Standorte: 11.000–12.000 Quelle: Bundeskartellamt // Bezugsjahr: 2010 Quelle: dpa

Auch im Internet will Rewe weiter investieren: „Wir planen auch einen Online-Shop für Kosmetik“, sagte  Caparros. Vor allem aber habe das Unternehmen seinen Online-Bestellservice rewe.de ausgebaut und liefere Lebensmittel jetzt in 70 Städten aus. „Wie weit sich der Online-Lebensmittelhandel entwickelt, weiß niemand. Die Prognosen reichen für das Jahr 2020 von 6 bis 20 Milliarden Euro Umsatz. Wir müssen dabei sein, sonst nehmen uns andere das Geschäft ab“, sagte Caparros mit Blick auf Amazon.

Der Rewe-Chef geht davon aus, dass der amerikanische E-Commerce-Riese bald auch in Deutschland seinen Lebensmitteldienst Amazon Fresh starten wird: „Da wird etwas kommen. Wir wissen, dass sich Amazon Lagerstandorte angeschaut hat, und es werden gerade auch Mitarbeiter rekrutiert.“ Caparros sieht neue Player wie Amazon als „Weckruf, noch mehr zu investieren und zu experimentieren.“

Die größten Lebensmittelhändler Deutschlands

So könnte ein Angebot wie das der weltweit größten Biosupermarktkette Whole Foods in den USA mit Markthallenatmosphäre und alten Holzregalen nach Caparros´ Worten auch hierzulande etabliert werden. „Ich möchte so ein Format auch in Deutschland haben: alles weit weg von der üblichen Ladengestaltung. Wir sind im Handel die Opfer unserer architektonischen Standards – alles sieht gleich aus.“

Lifestyle werde wichtiger. Dennoch blieben vegetarische und vegane Angebote ein Nischenmarkt: „In unseren größeren Märkten bieten wir rund 40 vegetarische und vegane Produkte an. Die Kunden freuen sich, wenn sie die im Laden sehen. Aber am Ende geht es den meisten wohl wie mir. Man steht vor dem Regal und denkt sich: So viel Verzicht, nur um vielleicht etwas länger zu leben? Veganer sein, das wäre nichts für mich“, sagte der Rewe-Chef dem Magazin.

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