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Rewe, Edeka & Co Wie die Supermärkte gegen den Luxus der Discounter kontern

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Der Schritt hin zum vernetzten Verkauf

Der kleine, aber sehr feine Supermarkt Glasmeyers im Landhaus im hamburgischen Stadtteil Groß Flottbek hat neben einem Champagner-Kühlschrank auch einen Verkauf für Blattgold. Lokale Produzenten wie Luicella’s Ice Cream bekommen einen Platz in dem Markt mit seinem noblen Ambiente.

Zur Ausweitung des Sortiments und der optischen Gestaltung mit warmen Farben, aufwändiger Lichtinszenierung und anspruchsvoller Typographie über den Regalen, gesellt sich neue Technik. Das Start-Up Mr. Emma hat eine Testphase im Mindener WEZ-Markt absolviert. Mr. Emma ist ein Tablet, das der Kunde sich im Supermarkt ausleiht und am Einkaufswagen festklemmt. Es ist eine Art Lageplan, der wie ein Navigationsgerät den Kunden zum richtigen Regal führt, die Einkaufsliste abarbeitet und dabei fortlaufend die Preise zusammenrechnet.

Das sind die Discounter der Zukunft
Lidl mit neuem FilialkonzeptIn Verona in Norditalien betreibt Lidl zwei Filialen, die zum Vorbild für neue Märkte auch in Deutschland werden sollen. Lidl-Chef Sven Seidel betonte im Handelsblatt-Interview, dass das Unternehmen sehr viel von den Erfahrungen im Ausland lernen kann: „Die Innovation kommt daher, dass sich die Zentrale mit den Ländern reibt und die Essenz dessen, was an neuen Erfahrungen gesammelt wird, für das gesamte Unternehmen nutzbar macht.“ Quelle: Lidl
Allein schon auf der Fläche des großzügigen Eingangsbereichs der italienischen Pilot-Märkte hätte man früher fast einen gesamten Discounter gebaut. Quelle: Lidl
Der VerkaufsraumBreite Gänge, der Verzicht auf die abgehängte Decke, warme Farbtöne: In der Filiale will Lidl den Kunden künftig ein „großzügiges Raumgefühl“ geben. Das ist in deutschen Märkten meist noch anders. „Wenn Sie sich so manche Filialen älteren Baujahrs anschauen, dann ist vielerorts schon alles sehr kleinteilig“, räumt auch Lidl-Chef Seidel ein. Quelle: Lidl
Die PräsentationAuch bei der Präsentation der Waren erinnert nicht mehr viel an alte Zeiten, wo Artikel in Kartons auf Paletten standen. Die Kunden erwarten bald noch mehr Markenartikel und hochwertige Frischwaren. Trotzdem wird die Zahl der Artikel auch in Zukunft deutlich unter der der Supermärkte liegen. Quelle: Lidl
Die BackstationenNoch mehr Wert wird künftig auf frische Backwaren gelegt. Nur die Bedientheken wird man auch in Zukunft in einem Lidl vergeblich suchen. In irgendeiner Form muss sich Discount ja noch vom Supermarkt unterscheiden. Quelle: Lidl
Die Kunden-WCsEine überraschende Neuerung: Bei Neu- und größeren Umbauten will Lidl bald auch in deutschen Märkten Toiletten für Kunden anbieten. Quelle: Lidl
Die WickeltischeErleichterung für junge Mütter und Väter: Sogar einen Wickeltisch für die jüngsten Kunden soll es in Zukunft im Discounter geben. Quelle: Lidl

Preisschilder mit elektronischer Anzeige des Preises sind ein erster Schritt zum vernetzten Einkauf. Denn die entscheidende Technik spielt im Hintergrund. „Für den Kunden ist jetzt schon der Vorteil, dass er sich sicher sein kann, dass der Preis, der am Regal steht, der gleiche ist, der an der Kasse steht, denn beide Systeme greifen auf die gleiche Datenbank zu“, sagt Dieter Hieber.

Die Supermärkte bereiten sich so aber auch eine Zukunft vor, in der Lieferdienste den täglichen Einkauf übernehmen oder Kunden immer öfter die Ware von zu Hause vorbestellen und sie nur noch im Supermarkt abholen. „Es wäre naiv zu glauben, dass sich Amazon diesen Markt nicht vornimmt“, sagt Hieber.

Der schnellen Technik setzen die Supermärkte die klassische Kundenbindung entgegen, die sie längst nicht mehr über Fotos der Mitarbeiter der Filiale herstellen. Ein eigener Auftritt bei Facebook mit Fragen zum gewünschten Sortiment ist einer der Wege, mehr über den Käufer zu erfahren. Die Frische-Center Zurheide mit ihren sieben Filialen im Ruhrgebiet und in Düsseldorf, zeigt auf seiner Facebook-Seite Interviews mit Künstlern und Sportlern oder preist für die eigenen „Gourmet-Tage“ ein „frivoles Menü“ an.

Welcher Supermarkt die besten Eigenmarken hat
Platz 8: Real "Selection", "Bio", "Quality" und "Tip" heißen die Eigenmarken, mit denen Real Kunden überzeugen will. Wie seine Konkurrenten verspricht die Handelskette der Metro-Gruppe Marken-Qualität zum kleinen Preis. In den Tests der Stiftung Warentest der vergangenen fünf Jahre unterlag Real mit seinen Angeboten allerdings häufig den Mitbewerbern. Die Produkte erhielten die Durchschnittsnote 2,99. Quelle: Das Vergleichsportal Vergleich.org hat aus 65 Testberichten der Stiftung Wartentest im Zeitraum von 2011 bis 2015 die besten Eigenmarken deutscher Supermärkte ermittelt. Quelle: dpa
Netto Quelle: dpa
Platz 6: Aldi SüdDie Billigheimer von Aldi sind auch mit Eigenmarken wie Alpenmark, rio d'oro und Knusperone groß geworden. Mit einer Durchschnittsnote von 2,78 landet Aldi Süd im Qualitätsranking aber nur auf dem 6. Platz. Quelle: dpa
Platz 5: EdekaNicht nur die Discounter werben offensiv mit Eigenmarken. Auch Edeka vetreibt offensiv Marken wie "gut&günstig". Die Produkte des Lebensmittelhändlers erhielten im Durchschnitt die Note 2,66. Quelle: dpa
Platz 4: PennyIm Penny-Porfolio finden sich Marken wie "Naturgut", "San Fabio", "Bäckerkrönung" und "Penny Bunte Basics". Durchschnittsnote: 2,62. Quelle: dpa
Platz 3: ReweDie Supermarktkette Rewe landet mit ihren Eigenmarken - darunter "Beste Wahl", "Rewe Bio" und "ja!" - und einer Durchschnittsnote von 2,61auf Rang zwei. Quelle: dpa
Platz 2: Aldi NordAldi-Nord kommt mit einer Durchschnittsnote von 2,56 auf den zweiten Platz. Die No-Name-Artikel der Supermärkte stammen übrigens selten von ihnen selbst. Fast immer lagern die Händler die Produktion an Hersteller aus - häufig sogar an jene, deren eigene Markenartikel nebenan im Regal stehen. Hinter Aldis " Van Botta Keksen" etwa versteckt sich der "Leibniz"-Keks. Quelle: AP

Hieber hat anlässlich der Diskussion über die Milchpreise für Bauern im Internet die Kundenwünsche abgefragt. In der Folge soll künftig die regionale Milch von Landwirten, die höhere Preise erhalten,  besser platziert werden.

Und schleichend fällt in manchen der modernsten Märkten etwas weg, was Generationen von Eltern den Einkauf spätestens am Ende besonders erschwert hat: Die sogenannte Quengelzone. An der Kasse, wo während des Wartens die zahllosen bunten Süßigkeiten die Kinder verführen, herrscht nun aufgeräumte Nüchternheit. Und vielleicht sogar ein junger Mensch, der einem hilft, die Einkäufe in eine Tüte – natürlich aus Papier – zu packen.

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