Scheidender Rewe-Chef Alain Caparros wird Europa-Chef von C&A

Der bisherige Rewe-Chef Alain Caparros übernimmt zum 1. August den Posten des Europa-Chefs beim Bekleidungsunternehmen C&A. Es ist eine Überraschung, denn C&A setzt sonst auf Eigengewächse.

Der scheidende Rewe-Chef soll Medienberichten zufolge Europa-Chef des Bekleidungsunternehmens C&A werden. Quelle: dpa

Der scheidende Rewe-Vorstandsvorsitzende Alain Caparros wechselt zum Bekleidungsspezialisten C&A. Caparros werde den Chefposten bei C&A Europa zum 1. August übernehmen, teilte die C&A-Familienholding Cofra mit. „Die Verpflichtung des temperamentvollen Managers wäre für das äußert verschwiegene Familienunternehmen ein Paukenschlag“, heißt es in einer Vorabmeldung der F.A.Z.

Nur wenige externe Führungskräfte haben es bei C&A bisher in die vorderste Reihe geschafft. Im Mai hatte Philippe Brenninkmeijer sein Amt als Vorstandsvorsitzender von C&A Europa abgegeben. Als Interims-Nachfolger wurde mit Edward Brenninkmeijer ebenfalls ein Vertreter der weit verzweigten Eigentümerfamilie bestellt.

Philippe Brenninkmeijer hatte im Herbst eingeräumt, dass die Bekleidungskette seit Jahren Umsatz verliert. Der 60 Jahre alte Caparros übergibt die Führung des Kölner Handelskonzerns Rewe Ende dieses Monats an seinen Nachfolger Lionel Souque.

Caparros wird bei der Düsseldorfer Textilkette viel zu tun haben. Der Konzern leidet wie viele in der Modebranche unter neuen preisaggressiven Unternehmen wie der irischen Billigkette Primark. Außerdem muss C&A sich gegen die Erfolge von Online-Modehäusern wie Zalando behaupten. Und neue Outlet-Anbieter wie TKMaxx oder Saks Off 5th drängen mit Tiefpreisen in die Innenstädte.

Ende vergangenen Jahres hatte Philipp Brenninkmeijer, der im Mai dieses Jahres seinen Posten bei C&A aufgab, einen großen Umbau des Unternehmens angekündigt. Er wollte in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro investieren. Damit wollte er, wie er der Fachzeitschrift Textilwirtschaft sagte, bis 2021 ein "robustes Wachstum" erreichen. Damit wollte er die Umsatzrückgänge stoppen, in die Marke, die Läden und in ein neues, umfassendes IT-System investieren.

Caparros muss den begonnen Umbau von C&A nun fortsetzen. Das ist angesichts der Turbulenzen in der Modebranche nicht leicht. Warum er sich im Mai dieses Jahres von dem Posten zurückzog, wurde offiziell mit neuen Aufgaben in der Zentrale begründet. Genauere Gründe wurden nicht bekannt. Dazu lässt die zurückhaltende Unternehmerfamilie nichts verlauten.

Beobachter halten es für möglich, dass Philipp Brenninkmeijer beim geplanten Umbau nicht schnell genug vorankam. C&A führt in Europa derzeit rund 1.500 Geschäfte, davon rund ein Drittel in Deutschland.

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