Schlecker 12.000 Mitarbeiter müssen gehen

Bei der insolventen Drogeriemarkt-Kette Schlecker werden 2400 Filialen geschlossen, fast 12.000 Mitarbeiter verliren ihren Arbeitsplatz. Der Name Schlecker soll überleben.

Von den zuletzt noch mehr als 5000 Schlecker-Filialen sollen etwa 3000 bleiben. Insgesamt sollen lediglich rund 13 500 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Quelle: dpa

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sagte am Mittwoch in Frankfurt, es könnten nur rund 13.500 Arbeitsplätze der 25.000 in Deutschland erhalten werden. Von den zuletzt 5400 Filialen sollen etwa 3000 bleiben. „Wenn diese tiefen Einschnitte nicht passieren, hat Schlecker keine Überlebenschance“, sagte Geiwitz. Die Analyse von Schlecker habe dramatische Ergebnisse gebracht. „Viele Probleme sind zu spät angegangen worden“, kritisierte er die Unternehmensführung um Firmengründer Anton Schlecker. „Schlecker hat zu lange auf Stärke durch Größe gesetzt.“

In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen jeweils zweistellige Millionenverluste erlitten und drastische Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen. In der Spitze hatte die Kette mehr als 10.000 Läden, weit mehr als 1000 wurden im vergangenen Jahr schon geschlossen.

Neuer Eigentümer für Schlecker Spain
Schlecker Quelle: dapd
ÖsterreichDie Österreich-Tochter der insolventen Drogeriemarktkette Schlecker bekommt einem Zeitungsbericht zufolge einen neuen Eigentümer. Der in Wien ansässige Fonds TAP 09 übernehme rund 1340 Filialen der Kette, berichtete die österreichische Tageszeitung „Der Standard“. Das Unternehmen werde mit allen rund 5000 Mitarbeitern weitergeführt. Es werde weder Kündigungen noch Filialschließungen geben. Der neue Eigentümer wolle Schlecker umbenennen und restrukturieren. Die Gruppe solle ein „Rundum-Nahversorger“ werden, berichtete das Blatt. An der Österreich-Tochter hängt auch das Schlecker-Geschäft in Luxemburg, Belgien, Polen und Teilen von Italien. Der Fonds TAP 09 hat sich nach Angaben auf seiner Homepage auf Übernahmen von Unternehmen „mit Substanz und Restrukturierungsbedarf“ in Europa mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro spezialisiert. TAP 09 war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Quelle: dpa
PolenDie knapp 170 Filialen in Polen stehen unmittelbar vor dem Verkauf. Es gebe weit fortgeschrittene Verhandlungen mit dem polnischen Hygieneartikel-Hersteller Hygienika, bestätigte ein Sprecher des Insolvenzverwalters. Die Schlecker-Filialen in Polen mit ihren knapp 700 Mitarbeitern werden als Niederlassungen der österreichischen Schlecker-Tochter geführt, für die nun ein neuer Investor gefunden sein soll. In Polen liefen die Geschäfte zuletzt stabil. Der Brutto-Umsatz wuchs zwischen 2010 und 2011 von 82 auf 89 Millionen Euro - bei einer gleichbleibenden Filialanzahl. Erst vor acht Jahren hat Schlecker seine Expansion nach Osteuropa gestartet. Quelle: dpa
FrankreichBereits verkauft sind die französischen Schlecker-Filialen. Die Supermarktkette Systéme U hat die Tochter SNC erworben. Zu ihr zählen 139 Filialen mit 750 Mitarbeitern. Zuletzt machten die französischen Schlecker-Märkte einen Umsatz von knapp 90 Millionen Euro. Quelle: Screenshot
Luxemburg28 Schlecker-Läden gibt es im Nachbarland Luxemburg. Diese hängen an Schlecker-Österreich. Schlecker Luxemburg schrieb im Juni 2012 trotz einiger Lieferengpässe schwarze Zahlen. In den Vorjahren setzte die Tochter jeweils rund 17 Millionen Euro brutto um. Luxemburg wird von der Schlecker-Tochter IhrPlatz beliefert, für die es noch keine Investor gibt. Löhne und Arbeitsstellen in Luxemburg seien aber vorerst sicher, sagte ein Sprecher der luxemburgischen Gewerkschaft OGBL. Quelle: dapd
Italien Quelle: dapd
Belgien / Niederlande Quelle: dpa

Es sei zu lange versäumt worden, das Konzept und die Läden zu modernisieren, bilanzierte Geiwitz. Schlecker schreibe seit 2006 Verluste, allein 2011 seien es 200 Millionen Euro gewesen. Der Umsatz sei zuletzt unter vier Milliarden Euro eingebrochen.

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