WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Schutzschirm beantragt Zweitgrößtes Call-Center bangt um Rettung

Einer der größten deutschen Call-Center-Betreiber sucht den Schutz vor seinen Gläubigern. Im Schutzschirmverfahren hofft Walter Services, sich stabilisieren zu können. Ausgerechnet die Telefon-Branche sei schuld an der Lage.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Kopfhörer in einem Callcenter: Einer der größten Betreiber steckt in Schwierigkeiten. Quelle: dpa

Düsseldorf Die großen Telefonfirmen lassen nicht mehr genug anrufen. Der Call-Center-Betreiber Walter Services hat daher ein Schutzschirmverfahren beantragt. Das Unternehmen bleibt so drei Monate vor seinen Gläubigern geschützt und das bisherige Management kann in der Zeit eine Sanierung versuchen, andernfalls droht die Insolvenz. Zuletzt hatte der Fernsehhersteller Loewe als prominentes Beispiel diese neue Möglichkeit des Insolvenzrechts in Anspruch genommen.

Walter Services beschäftigt nach eigenen Angaben noch 6.000 Mitarbeiter und hat einem Fachmagazin zufolge im Jahr 2011 noch einen Umsatz von 190 Millionen Euro erzielt. Noch vor wenigen Jahren meldete die Firma 10.000 Beschäftigte. Unter anderem hatte Walter Services in der Vergangenheit Call-Center-Standorte der Deutschen Telekom, von Karstadt-Quelle und dem Kabelnetzbetreiber Unitymedia gekauft. Aber: „Angesichts massiver Volumenrückgänge im Kernsegment Telekommunikation, die sich seit Juni deutlich beschleunigt haben, muss die Gruppe restrukturiert werden“, heißt es jetzt in einer Erklärung.

Ziel von Geschäftsführer Joachim Hofsähs sei es, so viele Arbeitsplätze und Büros wie möglich zu sichern. An insgesamt 20 Standorten in Deutschland ist Walter Services vertreten. Die Geschäftsführung werde von Restrukturierungsexperten beraten. Auch die Mitarbeiter, Betriebsräte und die Gewerkschaft Verdi würden in das Verfahren eingebunden. Das Unternehmen gehört den Finanzinvestoren HIG Capital, Anchorage Capital und Odewald & Cie.

Nach zähen Verhandlungen hatten Verdi und die Firma im Juni einen Tarifvertrag unterzeichnet. Schrittweise sollen die Stundenlöhne der Beschäftigten dadurch auf mindestens 8,50 Euro pro Stunde angehoben werden.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%