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Shopping Center Einkaufszentren in der Krise

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Wie die Zukunft der Shopping-Center aussieht

Diese Unternehmen sind in Gefahr
Bedrohte C&A-Filiale Quelle: REUTERS
Logo und Schriftzug von Quick Schuh Quelle: PR
Reno-Filiale Quelle: Gemeinfrei
Bedrohte Runners Point Filiale Quelle: AP
Bedrohte P&C Filiale Quelle: dpa
Bedrohte Saturn Filiale Quelle: REUTERS
Bedrohte NKD Filiale Quelle: PR

Bei mehr als 22 Centern steht derzeit eine Umstrukturierung oder Renovierung an. Bedarf hätten wohl mehrere Hundert. Die Maßnahmen der Shopping Center sind meist umfassend. Eine neue Tapete reicht nicht, um mehr Kunden zu locken. Stattdessen wird häufig das ganze Konzept geändert und die Mieter ausgetauscht. In Großstädten mit Einkaufszentren beginnen sich die einzelnen Center zu spezialisieren. Die Kölner Neumarkt Galerie konzentriert sich etwa verstärkt auf preiswerte Mode, im nahegelegenen DuMont-Carré gibt es die teureren Produkte. In den kleineren Städten versuchen die Center ihre Mieter passgenau auf die Bedürfnisse der Anwohner zu zuschneiden. Häufig läuft es dennoch auf die gleichen Namen hinaus: dm, Frisör Klier, Tom Tailor und Apollo Optik sind laut EHI in beinahe jedem Center zu finden.

Erlebnis-Center statt Warenhaus

An der Ausrichtung der Shopping Center ändert sich schon heute einiges. Die Entwicklung geht klar weg vom reinen Verkaufsort. Statt Laden an Laden zu reihen, beinhalten moderne Shopping-Center Cafés, Kinos und Wohlfühl-Angebote. Im idealen Shopping-Center der Zukunft ist für Stephan Jung "die Ware und der Verkaufsvorgang nur noch das technische Nebenprodukt einer Kundenbeziehung, bei der Nutzen und Erleben im Vordergrund steht". Heißt: Der Kunde kommt, um Spaß zu haben und bringt Händlern Geld.

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Sorgen bereitet weiter der wachsende Onlinehandel. Punkten können die Zentren zwar vor allem mit ihrer Funktion als Präsentationsraum. Aber wer genau weiß, welche Hose er in welcher Größe braucht, muss kein Shopping-Center besuchen. Er bestellt im Internet. Von einem Konkurrenzkampf mit dem Internet will Stephan Jung deshalb auch gar nichts wissen. Online versus Offline? Für ihn alles andere als zeitgemäß.

Jung spricht lieber über Multi-Channel-Ansätze, über die Verbindung von Online- und Center-Shopping. Er ist begeistert von der Möglichkeit, den Einkauf vor Ort mit Apps zu erleichtern. Und er glaubt auch, dass Shopping Center mancherorts zu Abholstationen für online bestellte Ware werden können. In den USA sei das schon jetzt der Fall.

In den Augen von Franz Pesch sind das vor allem Abwehrmaßnahmen, die einen grundsätzlichen Rückgang bei den Shopping Centern nicht verhindern können. Dass die Zahl der Einkaufszentren in Deutschland dauerhaft so hoch bleiben wird, glaubt auch Branchenkenner Marco Atzberger nicht. "Langfristig wird man sich aber Gedanken über die Nachnutzung mancher Gebäude machen müssen." Wie es sonst im schlimmsten Fall aussehen könnte, zeigt die Internetseite deadmalls.com. Sie listet aktuell mehr als 400 brachliegende Shopping Malls in den USA auf.

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