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Shopping-Portal Rakuten Handelsplattform will Amazon und Ebay angreifen

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"Einkaufen ist nicht nur ein Bestellprozess"

Dann hat Amazon-Chef Jeff Bezos ja wohl richtig entschieden, als er vor wenigen Wochen ein eigenes Amazon-Smartphone auf den Markt brachte. Wann kommt das Rakuten-Smartphone?

Das wird es nicht geben. So wichtig Mobilgeräte auch sind, primär geht es um den Zugang zu den mobilen Nutzern. Dafür haben wir Viber. Wir erreichen darüber weit mehr Menschen als über ein weiteres Gerät, und wir werden Viber zu einer offenen Kommunikationsplattform ausbauen. Viele Menschen haben genug von abgeschotteten Betriebssystemen, mit denen sie gezwungen werden sollen, nur die Angebote eines Anbieters zu nutzen. Sie versuchen, dem zu entfliehen.

Dann halten Sie das Amazon-Smartphone für einen Fehler?

Oft genug haben sich Ideen zu einem Riesenerfolg entwickelt, die ich für einen Irrweg hielt. Für Amazon kann ich das nicht beurteilen. Amazon hat einen ganz anderen Geschäftsansatz als Rakuten. Bei Amazon dreht sich alles um Effizienz, Algorithmen und Prozessstandards. In ihrer Welt kann die Smartphone-Entwicklung durchaus sinnvoll sein, in unserer nicht.

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    Warum die Deutschen Online-Shopper sind

    Was unterscheidet Rakuten denn von anderen Marktplätzen?

    Wir haben den vielleicht etwas nostalgisch anmutenden Ansatz, dass wir unseren Partnern, die über Rakuten verkaufen, dabei helfen, gute Geschäfte zu machen. Deshalb treten wir zum Beispiel nicht in Wettbewerb zu unseren Händlern und verkaufen selbst keine Waren. Viele Wettbewerber wollen den Umsatz dagegen am liebsten alleine machen und treten mit Niedrigpreisen gegen ihre eigenen Partnerunternehmen an.

    Die meisten Kunden schauen aber vor allem auf den Preis.

    Klar, der Preis ist wichtig. Aber es geht um noch mehr: Einkaufen ist eben nicht nur ein simpler Bestellprozess, sondern es hat auch sehr viel mit Kommunikation und Interaktion zu tun. Das macht die vielen kleinen Geschäfte vor Ort aus. Und diesen Ansatz sehen wir auch als die Zukunft des Einkaufens im Netz. Man spricht mit dem Modehändler in einem Geschäft zum Beispiel über Farben, Formen und Modelle. Es geht dabei um Interaktion. Wir versuchen, diese Shopping-Emotionen der Kunden auf das Netz zu übertragen.

    Die größten Onlineshops
    Platz 10: EspritE-Commerce-Umsatz: 327,6 Millionen Euro. Das Modelabel zählt zu den beliebtesten Marken der Deutschen - vor allem der deutschen Frauen. Dennoch verliert Esprit zwei Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Esprit kämpft seit einigen Jahren mit Qualitätsproblemen, einem schleichenden Imageverlust und hat in diesem Jahr zum ersten Mal seit dem Börsengang 1993 einen Verlust von über 400 Millionen Euro eingefahren. Mehr über die Probleme bei Esprit lesen Sie hier: "Esprit läuft die Zeit davon"Quelle des Rankings: EHI Retail-Institute + Statista Studie E-Commerce-Markt Deutschland 2013 - untersucht wurde der Markt der Top 1000 Onlineshops. Als E-Commerce-Umsatz gilt der Nettoumsatz im Jahr 2012, bereinigt von Retouren, exkl. Umsatzsteuer und nur aus der reinen Geschäftstätigkeit des Onlineshops (ohne sonstige betriebliche Erträge des Unternehmens). Quelle: Screenshot
    Platz 9: CyberportE-Commerce-Umsatz: 343,1 Millionen Euro. Das Portal für Computer, Unterhaltungselektronik, Handys und Zubehör kann seinen Platz im Vergleich zum Vorjahr halten. Die Produktgruppe Computer & Co. ist mit rund 14 Prozent am Gesamtumsatz der Top-1000-Onlineshops das drittstärkste Segment im gesamten E-Commerce. Quelle: Screenshot
    Platz 8: BonprixE-Commerce-Umsatz: 357 Millionen Euro. Die Otto-Tochter Bonprix ist seit 1986 am Markt. Sie wirbt mit günstigen Preise für junge Mode und spricht damit in erster Linie Frauen an. Im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert sich Bonprix um einen Platz. 20 Prozent aller Umsätze der Top 1000 Onlinehändler wurden 2012 mit Modeartikeln gemacht. Quelle: Screenshot
    Platz 7: TchiboE-Commerce-Umsatz: 360 Millionen Euro. Vom Teesieb bist zur Regenjacke - bei Tchibo gibt es nahezu alles - das scheint den Kunden zu gefallen. Der einstige Kaffeeröster schießt von Platz 16 auf Platz 7. Der Umsatzanteil der Generalisten, zu denen auch Tchibo zählt, blieb mit knapp 37 Prozent und fast 11 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Rund die Hälfte aller Onlineshops betreibt wie auch Tchibo, zusätzlich ein oder mehrere stationäre Geschäfte. Beliebt sind außerdem Marktplätze wie Amazon und ebay, die von knapp 45 bzw. fast 29 Prozent der Händler genutzt werden. Smartphone- sowie Tablet-optimierte Websites oder Apps inklusive Shopfunktion sind um gut 36 Prozent gewachsen und haben ihren Marktanteil auf über 29 Prozent (Vorjahr: 21,4 Prozent) ausgebaut. Kataloge oder Magazine halten über 23 Prozent innerhalb der Vertriebskanäle. Quelle: Screenshot
    Platz 6: ConradE-Commerce-Umsatz: 372,9 Millionen Euro. Werkzeug, TV-Geräte, Glühbirnen - Conrad ist das Technik-Dorado der Schrauber und Bastler. Filialen, Katalog und Onlineportal führen mehr als 220.000 Produkte. Die Conrad-Gruppe geht zurück auf Max Conrad der 1923 das "Radio Conrad" gründete. Im Vergleich zum Vorjahr verliert Conrad einen Platz im Ranking und tauscht ihn mit.... Quelle: Screenshot
    Platz 5: WeltbildE-Commerce-Umsatz: 388,9 Millionen Euro. Die Verlagsgruppe Weltbild beschäftigt mehr als 6.400 Mitarbeiter. Zum Sortiment gehören Bücher und E-Books, Musik und DVDs, Software und Games, Haushaltsartikel, Spielwaren und Geschenkartikel. Im Online-Buchhandel ist der Internetshop nach eigener Aussage bereits die Nummer zwei in Deutschland. Weltbild.de macht im Vergleich zum Vorjahr im Ranking der umsatzstärksten deutschen Onlineshops einen Platz gut - von 6 auf 5. Quelle: Screenshot
    Platz 4: ZalandoE-Commerce-Umsatz: 411,6 Millionen Euro. Zalando.de, hat mit Platz 4 das Sieger-Treppchen zwar knapp verfehlt, aber volle 16 Plätze im Vergleich zum Vorjahr aufgeholt. Mit seinem Mode-, Schuh- und Accessoires-Sortiment hat das "Schrei-vor-Glück"- Unternehmen das zweitgrößte Segment im Onlinehandel kräftig aufgemischt und könnte schon an die Börse gehen. Zalando feiert in diesem Jahr seinen fünften Geburtstag. Quelle: Screenshot

    Sie treiben seit sechs Jahren die Internationalisierung von Rakuten voran. Werden Sie den Kurs fortsetzen?

    Wir wollen so global wie möglich werden. Deswegen haben wir vor einigen Jahren auch unsere interne Kommunikation komplett auf Englisch umgestellt. Das war anfangs schwierig und wurde in Japan teilweise sogar als aggressiver Akt gewertet, zeigte aber, wohin die Reise geht. Die Stärken unserer japanischen Wurzeln – harte Arbeit, Freundlichkeit und Teamwork – sind weiter tief verankert im Unternehmen, aber die Ausrichtung ist global.

    Wie haben Sie Ihre Mitarbeiter davon überzeugt, und wie würden Sie sich selbst als Manager beschreiben?

    (lacht) Das sollten Sie die Mitarbeiter fragen. Mein Managementstil ist es, den Leuten zu vertrauen, die sich mit den Themen auskennen, und sie dann machen zu lassen. Ich möchte nicht, dass die Mitarbeiter darauf warten, dass man ihnen sagt, was sie als Nächstes zu tun haben. Ich mag Leute, die die Sache selbst in die Hand nehmen und Eigeninitiative zeigen.

    Was sind für Sie die wichtigsten Trends im Netz?

    Handel



    Die Internet-Welt dehnt sich in alle möglichen Lebensbereiche aus und findet nicht nur vor dem Bildschirm statt, wie wir noch vor ein paar Jahren gedacht haben. Autos sind mit dem Netz verbunden, Filme werden heutzutage online geschaut, Bücher per E-Reader gelesen, Bildungsangebote oder medizinische Dienstleistungen gibt es über das Web, und neue Bezahlsysteme etablieren sich. Wir erleben eine Umwälzung in ganz verschiedenen Wirtschafts- und Lebensbereichen.

    Mit Rakuten haben Sie eines der wertvollsten Online-Unternehmen der Welt aufgebaut. Sie könnten sich jetzt zurücklehnen und Ihren Wohlstand genießen. Wie lange wollen Sie den Job noch machen?

    Ich werde im kommenden Jahr 50 Jahre alt. Insofern gehöre ich beinahe schon zu den Veteranen der Branche. Aber solange ich mich der Aufgabe gewachsen fühle, werde ich weitermachen. Und wenn ich irgendwann jemanden finde, der es besser kann, wird es einen Wechsel geben. Aber dafür gibt es keinen festgelegten Zeitplan.

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