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Sinkende Nachfrage Es lohnt sich nicht mehr: dm stampft seine Testzentren ein

Blick auf den Kassenbereich in einer Filiale der Drogeriemarktkette dm, Quelle: dpa

Große Handelsketten zogen im Frühjahr reihenweise eigene Corona-Testzentren hoch. Nun sinkt die Nachfrage und die Tests sollen bald nicht mehr kostenlos angeboten werden. Die Drogeriekette dm zieht Konsequenzen. 

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Deutschlands größte Drogeriekette dm will den Betrieb ihrer mehr als 200 eigenen Corona-Schnelltestzentren beenden, berichtet die WirtschaftsWoche. „Im Zuge sinkender Nachfrage und auf Basis der Entscheidungen von Bund und Ländern wird dm den Service zum 30.09.2021 einstellen“, teilte das Unternehmen mit. „Bis dahin können sich alle Bürgerinnen und Bürger kostenfrei in den dm Corona-Schnelltest-Zentren testen lassen.“

Das Handelsunternehmen hatte Anfang März damit begonnen, eigene Schnelltest-Zentren aufzubauen. Bis Mitte April wurden bereits rund 100 dm-Teststationen eingerichtet, inzwischen sind es laut Unternehmenshomepage mehr als 200. Geplant waren ursprünglich sogar mehr als 1.000 dm-Schnelltest-Zentren bundesweit. 

Auch andere Händler eröffneten eigene Testzentren oder kooperierten mit Spezialdienstleistern. Die Schwarz-Gruppe, zu der die Lebensmittelhändler Lidl und Kaufland gehören, kündigte beispielsweise an, auf den Kundenparkplätzen vor den Filialen der beiden Marken „mehrere Hundert Testzentren“ zu errichten. Schwarz arbeitet dabei mit dem Testanbieter Ecolog zusammen, der deutschlandweit rund 500 Testzentren unter dem Label EcoCare betreibt, davon etwas über die Hälfte mit der Schwarz-Gruppe. „Wir sind mit den Auslastungen unserer Testzentren unverändert sehr zufrieden und sie entsprechen bis heute unseren Erwartungen“, teilt ein Unternehmenssprecher mit. „Eine Prognose zum weiteren Testaufkommen lässt sich seriös nicht abgeben, da dieses von dem weiteren Pandemiegeschehen und den regulatorischen Anforderungen abhängt“. Beides beobachte man aufmerksam, sehe aber „zurzeit keine Veranlassung, über eine grundsätzliche Reduzierung unserer Testzentren nachzudenken“, heißt es bei Ecolog.

Corona-Tests werden bald kostenpflichtig

Ob das so bleibt? „Unseren Beobachtungen nach sind die Testzahlen leicht rückläufig, dennoch lassen sich nach wie vor viele Menschen testen“, sagt etwa Sascha Jendrzej, zuständig für das Corona-Krisenmanagement der SB-Warenhauskette Globus, die nach eigenen Angaben an rund 30 Standorten Flächen für Corona-Testzentren zur Verfügung stellt, die extern betrieben werden. Bei der Hamburger Drogeriekette Budnikowsky, die sieben eigene Testzentren in der Hansestadt betreibt, sieht man eine ganz ähnliche Entwicklung.

In den kommenden Wochen dürfte sich der rückläufige Trend noch verstärken. Zum einen steigt die Impfquote, wodurch sich schlicht weniger Menschen testen lassen müssen. Zum anderen haben sich Bund und Länder zuletzt darauf verständigt, dass Corona-Tests ab 11. Oktober kostenpflichtig werden, was die Testbereitschaft zusätzlich reduzieren dürfte. Noch sei aber völlig unklar, wie es dann in punkto Preisgestaltung weiter geht und für welche Kontakte Tests nötig sein werden, sagt Budnikowsky-Geschäftsführer Christoph Wöhlke. Angesichts der unklaren politischen Rahmenbedingungen müsse man schauen, ob und wie sich das Testangebot des Unternehmens in Zukunft trägt. 

Ein mögliches Comeback der Testzentren schließt dm indes nicht aus: „Sollten unsere Politikerinnen und Politiker wieder Bedarf für solche Angebote sehen, sei es beim Thema Testen oder bei anderen Serviceleistungen“ stehe man zur Beratung und Unterstützung bereit, erklärt dm-Manager Christian Harms. 

Mehr zum Thema: Neue Finanzdaten von dm zeigen, dass der Drogeriekonzern im Corona-Geschäftsjahr 2019/20 ein Rekordergebnis erzielt hat. 

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