Sportartikelhersteller Puma-Chef Koch muss gehen

Bei Puma knirscht es schon länger hörbar im Gebälk. Dennoch ist die Nachricht überraschend: Vorstandschef Franz Koch geht nach nur eineinhalb Jahren im Amt. Wer sein Nachfolger werden wird, ist noch offen.

Puma-Chef Franz Koch verlässt nach nur eineinhalb Jahren an der Unternehmensspitze den fränkischen Sportartikelhersteller. Quelle: dapd

Der Sportartikelhersteller Puma wechselt seinen Chef aus. Der Vorstandsvorsitzende Franz Koch scheide Ende März 2013 aus seinem Amt, teilte der Herzogenauracher Konzern am Mittwoch nach einer Verwaltungsratssitzung mit. Damit verlässt Koch den fränkischen Sportartikelhersteller nach nur eineinhalb Jahren an der Unternehmensspitze. Koch hatte sein Amt im Frühjahr 2011 angetreten.

Zunächst hatte Koch Erfolge nachweisen können im ersten Jahr an der Spitze knackte er die Drei-Milliarden-Umsatzmarke und übertraf damit sowohl die Erwartungen der Analysten als auch die eigenen Ziele. Der Gewinn wuchs 2011 um 14 Prozent auf 230 Millionen Euro. 2012 ging es allerdings deutlich schwächer weiter. Puma setzt aktuell den größten Konzernumbau seit 20 Jahren um. Kostenpunkt: 100 Millionen Euro. Dabei wollte Koch wollte Sport wieder ins Zentrum der Marke rücken und damit jene Kunden zurückgewinnen, denen der Konzern zu stark ins Segment der Lifestyle- und Modemarken abgedriftet war.

Diagramm: Vom Feld abgesetzt

Dass die Strategie erst mittelfristig Früchte tragen würde, war allen Beteiligten klar. Solange das Wachstum in den Schwellenländern weiterging, glaubte man die Schwächen auf dem europäischen Markt ausgleichen zu können. Doch die Rechnung ging nicht auf. Im Juli 2012 musste Koch seine erste Schlappe eingestehen und die Umsatz- und Gewinnprognose für 2012 senken. Die Konsumflaute bedingt durch die Staatsschuldenkrise brachte die Marke mit der Raubkatze ins Schlingern. Für das erste Halbjahr wies Puma zwar ein Umsatzwachstum von 8,8 Prozent aus, allerdings fiel das operative Ergebnis (Ebit) und der Konzerngewinn im Zeitraum Januar bis Juni etwa elf beziehungsweise 13 Prozent niedriger als im Vorjahr aus.

Im dritten Quartal brach der Überschuss um 85 Prozent auf 12,2 Millionen Euro ein. Zudem schwächelt der Sportartikel-Hersteller in Asien. Im Oktober hatte Koch weitere Kostensenkungen für den Rest des Jahres angekündigt. In den ersten neun Monaten des Jahres ging der Gewinn um 42,8 Prozent auf 112,8 Millionen Euro zurück. "Über die Umsatz- und Gewinnentwicklung sind wir im Moment nicht erfreut", hatte Koch damals gesagt.

Puma führt als Begründung für das Ausscheiden Kochs an: „Das Unternehmen tritt jetzt in eine neue Phase seiner Unternehmensentwicklung ein und verändert angesichts dieser Herausforderungen auch seine Topmanagement-Struktur.“ Zum 1. Dezember ist der vorherige Vorstandsvorsitzende Jochen Zeitz von seinem Posten als Verwaltungsratschef ausgeschieden, damit sei ein Kapitel in der Firmengeschichte zu Ende gegangen.

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Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Jean-François Palus, sagte, dass der Umbau des Unternehmens weiter forciert sowie Produkt- und Marketinginnovationen gezielt gefördert werden sollten. „Dabei werden wir auch in Zukunft die erforderlichen Ressourcen für die Weiterentwicklung der Marke bereitstellen, gleichzeitig aber auch ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufschlagen.“ Palus vertritt das französische Luxusgüterunternehmen PPR, das bei Puma das Sagen hat.

Der 33 Jahre alte Franz Koch hatte die Führung von Jochen Zeitz erst im Juli 2011 übernommen. Wer sein Nachfolger wird, ist noch offen.

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