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Sprachassistenten „Sprich mit Otto“

Mit Otto.de und Zalando als Partner für seinen Sprach-Assistenten will Google Amazons Sprachsteuerung Alexa angreifen – doch das misslingt. Ein Selbsttest.

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Amazons Home Mini konnte bislang nur einfache Wissensfragen beantworten und Musik abspielen. Quelle: dpa

Hamburg Einkaufen per Sprache – seit Amazons intelligentem Lautsprecher Alexa ist das das Thema im eCommerce. Seit einigen Wochen ist auch Google mit seiner sprechenden Box Google Home auf dem Markt, seit einigen Tagen ergänzt um das günstige Einsteigermodell Home Mini. Aber: Während Amazon mit vielen Partnern auffährt, konnte Google bislang nur einfache Wissensfragen beantworten und Musik spielen.

Scheinbar ändert sich das an diesem Dienstag: Google und Otto.de präsentieren eine Partnerschaft. „Wir sind überzeugt: Sprachsteuerung wird den E-Commerce verändern“, teilt Otto-Manager Marc Oppelt in einer Mitteilung mit. Doch einkaufen lässt sich über Googles Sprachassistenten noch immer nicht, zeigt der Selbsttest.

Per Sprachbefehl „Sprich mit Otto“ schaltet der Assistent auf der Box oder auf dem Smartphone lediglich von einer recht natürlich klingenden Stimme auf eine mechanischere Stimme um, die nur ein paar Fragen beantworten kann – aber fast alle mit dem Hinweis bescheidet, der Nutzer solle sich die App herunterladen oder auf die Website gehen.

So kann die virtuelle Assistentin zwar das Tagesangebot nennen – eine Stiefelette – diese aber nicht bestellen. Fragen nach konkreten Produkten wie etwa eine Waschmaschine oder ein Smartphone führen lediglich zu dem Hinweis, diese seien auf der Website oder der App zu finden. Immerhin: Otto verspricht, den Assistenten „weiterzuentwickeln und zu verfeinern“.

Ebenfalls neu an Bord ist Zalando. Der Berliner Modeversender bietet einen „Geschenkefinder“. Nach drei Fragen zur Person tauchen im Google-Assistenten verschiedene Mode-Artikel auf: für den „sportlichen, 30 Jahre alten Bruder“ etwa Nike-Schuhe, eine Basecap oder - jahreszeitlich eher unpassend – zwei beige Shorts. Zum Bestellen verweist aber auch die Zalando-Stimme auf App und Website.

Erstes Fazit: Googles Assistent kann durch die ersten Kooperationen in Deutschland – neben Otto.de und Zalando ist auch etwa das Fernsehprogramm von „TV Spielfilm“ dabei – wenigstens ein bisschen mehr als nur Musik von Deezer, Spotify oder Google Play wiederzugeben. Einen echten Mehrwert bieten die Shopping-Angebote jedoch bislang nicht nicht. Um Amazon einzuholen, muss Google mehr Gas geben. Und auch Otto.de dürfte technikaffine Kunden mit dem neuen Angebot im aktuellen Stadium eher enttäuschen als begeistern.

Hoffnung macht, dass Google damit den Startschuss für weitere Partnerschaften gibt, bei denen Entwickler im App-Modell Anwendungen für den Assistenten entwickeln können - so wie es Amazon erfolgreich vormacht.

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