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Staatskonzern Bahn bündelt Digitalisierungsprojekte in neuer Gesellschaft

Ab 2020 soll sich die neue Gesellschaft etwa um die Aufrüstung der Infrastruktur kümmern. Eine Studie rechnet mit Kosten von rund fünf Milliarden Euro.

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Ein Projekt ist die Aufrüstung einer ICE-Flotte mit dem europäischen Zugsteuerungssystem ETCS. Quelle: dpa

Die Deutsche Bahn gründet für die Digitalisierung ihrer Flotte und Infrastruktur eine neue Gesellschaft. Die Digitale Schiene Deutschland GmbH (DSD) soll ab Januar kommenden Jahres den Aufbau des digitalen Bahnbetriebs für den Staatskonzern vorantreiben.

Darunter fällt etwa die Aufrüstung der Infrastruktur sowie der ICE-3-Flotte mit dem europäischen Zugsteuerungssystem ETCS. Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla stellte den Plan am Montag auf einer Fachkonferenz in Berlin vor.

„In einem ersten Schritt wollen wir Leit- uns Sicherungstechnik sowie digitale Stellwerke flächendeckend einführen“, sagte er vor knapp 200 Vertretern der Verkehrsbranche und der Politik. Zu den für das kommende Jahr geplanten Maßnahmen gehört der ETCS-Ausbau des Transeuropäischen Korridors von Skandinavien bis zum Mittelmeer, die Schnellfahrstrecke zwischen Köln und dem Rhein/Main-Gebiet sowie ein S-Bahn-Projekt in Stuttgart.

„Bis 2023 sind zunächst 570 Millionen Euro für die drei Startvorhaben geplant“, teilte die Bahn mit. Insgesamt würden für die Maßnahmen bis 2030 einer Machbarkeitsstudie des Bundes zufolge rund 4,7 Milliarden Euro an Investitionen fällig. Mit den Maßnahmen soll der Bahnverkehr als klimafreundliche Verkehrsalternative für immer mehr Fahrgäste aufgestellt werden.

Pofalla betonte, dass mit der neuen Gesellschaft auch die Zusammenarbeit der gesamten Branche gestärkt werden solle. Auf der Tagung unterzeichneten die Bahn und mehrere Verbände ein sogenanntes Memorandum of Understanding zum schnelleren Ausbau einer digitalen Schienen-Infrastruktur.

„Hier brauchen wir die Unterstützung des Bundes und der Länder, sonst sind vor allem die vielen mittelständischen und kleineren Eisenbahnunternehmen damit finanziell überfordert“, teilte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Martin Schmitz, am Montag mit.

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