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Steakhaus – auch für Vegetarier Restaurantkette Maredo plant Comeback nach der Insolvenz

Der Maredo-Schriftzug hängt vor einem Restaurant. Quelle: dpa

Ein Gastronomieunternehmer will die Restaurantkette Maredo nach der Insolvenz wiederbeleben – mit mehr vegetarischen Gerichten und klassischen Steaks. Auch der Verkauf von Grills und Gewürzen ist geplant.

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Ein halbes Jahr nach der Schließung aller Restaurants der insolventen Restaurantkette Maredo werden die Grills in den ersten Steakhäusern wieder angefeuert. „Die ersten drei Maredo-Restaurants sind in den vergangenen Wochen in Dortmund, Mülheim (Ruhr) und Berlin gestartet“, sagt der Gastronomie-Unternehmer Georg Voss. Mit seinem Unternehmen Equity 69 und weiteren Investoren hat Voss die Markenrechte und weitere Vermögenswerte der Steakhauskette aus der Insolvenz übernommen. „Im August werden zwei weitere Maredos am Potsdamer Platz in Berlin und in Stuttgart folgen“, kündigt er gegenüber der WirtschaftsWoche an. „Bis Ende des Jahres wollen wir bei insgesamt zehn bis zwölf Lokalen sein.“ Etwa 300 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Das 1973 gegründete Unternehmen, das schon vor der Corona-Pandemie unter Druck stand, gehörte mit der Restaurantkette Vapiano zu den ersten deutschlandweit bekannten Marken, die unmittelbar nach Verhängung des ersten Corona-Lockdowns im März 2020 einen Insolvenzantrag stellten. Das Steakhaus hatte vor der Insolvenz 35 Lokale in Deutschland. Zunächst wurde ein Teil der 35 Restaurants geschlossen, die dort beschäftigten Mitarbeiter wurden entlassen.

Das Team des neuen Investors hat nun die ersten Mitarbeiter wieder eingestellt und sich mit einigen Vermietern geeinigt. Voss gilt als erfahrener Restaurantunternehmer und -sanierer. 1999 gründete er mit Partnern die Beteiligungsgesellschaft Bigfood, die unter anderem an Gastronomieformaten wie Bento Box, Braubrüder und Green Rabbit beteiligt ist. Den Unternehmer verbindet bereits eine längere Historie mit Maredo.

„Das fing an, als ich bei einer Tochtergesellschaft der Lufthansa gearbeitet habe und wir mit Maredo eine Steakaktion in Lufthansa-Kantinen organisiert haben“, berichtet Voss. Die kam ihm zufolge „sehr gut“ an. „Später habe ich über ein eigenes Unternehmen Maredo mit Salat-Dressings und Dips beliefert.“ Dabei, so Voss, habe er die Schwächen der in die Jahre gekommenen Restaurants ebenso wie das Potenzial der Marke gesehen, wenn das Management die Hausaufgaben erledigt. Das will Voss nun übernehmen. „Maredo hat viele treue Fans, deshalb wird sich an der Grundausrichtung wenig ändern“, sagt er. „Wir setzten weiter auf gute Steaks, auf Grillgenuss, Feuer und Rauch. Auch die Salatbars werden bleiben.“

Plattform für die Steak-und-Beef-Community

Zugleich soll Maredo fortschrittlicher werden, mehr über Social Media kommunizieren, einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit legen und sich für neue Gästegruppen öffnen. Für Vegetarier etwa „gab es bis auf Salate bei Maredo wenig Auswahl“, sagt Voss. An sich sei das kein Wunder. Maredo sei schließlich ein Steakhaus, könne man einwenden.

„Für größere Gruppen war das aber oft ein Hinderungsgrund in die Restaurants zu kommen.“ Es sei schließlich immer jemand dabei, der sich vegetarisch oder vegan ernähre. „Da müssen wir ran: Wir werden künftig auch vegetarische Gerichte anbieten, die mit Grill, Feuer und Rauch zu tun haben.“ Zum einen gebe es gute vegetarische Produkte, die zu Maredo passten. Zum andere lote man „auch gerade mit einem Hersteller für Fleischersatzprodukte aus, welche Angebote es in dem Segment gibt“, sagt Voss.



Womöglich noch wichtiger: Mittelfristig will Maredo das Angebot jenseits des klassischen Restaurantbetriebs ausbauen. So war das Unternehmen schon vor der Insolvenz ins Geschäft mit dem Lebensmittelhandel eingestiegen und hat über ein Joint Venture Maredo-Steaks beispielsweise in Supermärkten verkauft. In diesem Bereich ist laut Voss aber noch mehr möglich. „Grills von Maredo würden gut passen, auch Gewürz-Editionen sind denkbar oder eine Online-Plattform für die wachsende Steak-und-Beef-Community“, beschreibt der Investor die Ideen. Nur eines ist ihm dabei wichtig: „Alles muss auf die Marke einzahlen. Es wird keine Knödel- und Bratpfannen von Maredo geben.“

Mehr zum Thema: Der Gastronomieunternehmer Alfons Schuhbeck hat die Reißleine gezogen: Insolvenzverwalter Max Liebig übernimmt das Kommando bei dem Starkoch.

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